Noch ist nichts entschieden …

In der Sportinsider Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 liegt ein Trio in Führung

Als Junge empfand ich immer eine gewisse Ehrfurcht und Neugier zugleich, wenn bei Radio DDR täglich am Nachmittag die Wasserstände und Tauchtiefen verkündet wurden. Es war wie es im Lupo der Woche Nummer 164 vom 15. Dezember 2004 heißt, das einzig Variable in der anderen deutschen Republik. „Und diese Ansage war so erregend, dass das geflügelte Wort „Das interessiert mich wie die Wasserstandsmeldung“ als Synonym für Langeweile entstand.

Nun, bei der Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012, die noch bis 22. Dezember läuft, ist es alles andere als langweilig, obwohl die Verkündung des Zwischenstandes auch so eine Art Wasserstandsmeldung für mich ist.

Der rührige Veranstalter, dem jetzt schon zu danken ist für diese öffentlichkeitswirksame Idee und noch viel mehr, sie auch in die Praxis umzusetzen, die ja schlichtweg das Kriterium der Wahrheit, informiert heute erst einmal über das traumhaften Wetter am Bodensee mit Sonne, blauen Himmel und glitzernder Schneeschicht, um dann zum Zwischenstand im besagten Wettbewerb per 14. Dezember zu kommen.

Selbstverständlich kommt Freude auf, wenn unser Schach-Ticker zum Führungstrio mit Chess Tigers und ChessBase gehört. Und wie zu lesen ist, stimmen wir natürlich der Einschätzung zu, dass der Schach-Ticker noch nicht durch ist- Zu schön wär’s ja, aber wie das mit dem Wunschdenken endet, weiß ich aus meinem eigenen langen Leben nur zu gut…

Also vergleiche ich den derzeitigen Zwischenstand lieber mit der letzten Runde in einem Langstreckenlauf. Da kann noch alles passieren, beispielsweise ein unwiderstehlicher Endspurt eines Konkurrenten, so wie sich gerade Chess Tigers auf Platz 2 gebracht hat, und auch ChessBase wird sich angesichts seines doch gewaltigen Stimmenpotenzials längst nicht mit Rang 3 zufrieden geben. Für genügend Spannung ist jedenfalls gesorgt, und deshalb fordern wir hiermit nochmals unsere Besucher auf, ihre Stimme sportlich fair abzugeben – am besten natürlich für den Schach-Ticker.

Um es aber nochmals zu betonen – und in diesem Fall wiederhole ich mich gern: Jede Stimme ist eine für das Schach, denn alle 13 Kandidaten versuchen auf ihre Art, das königliche Spiel populär zu machen. Und das ist gut so und zählt! Schon deshalb kommt diese Aktion zum rechten Augenblick. Bleibt daher zu hoffen, dass die Verantwortlichen im Deutschen Schachbund dieses positive Signal auch wahrnehmen. Erst dann sind wir schließlich alle Gewinner, auch wenn bei der Wahl der Schachwebsite des Jahres 2012 am Ende einer ganz oben auf dem Podium stehen wird!

Raymund Stolze

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