60 Jahre Wiener Schachrunde

Ein Bericht über das Jubiläumsturnier von ANTON LINDENMAIR, Augsburg

 

Am vergangenen Wochenende feierten unsere Österreichischen Schachfreunde das 60-jährige Vereinsjubiläum des bedeutendsten Blindenschachclubs in Österreich. Genauer gesagt wäre diese Feier der "Wiener Schachrunde" schon im vergangenen Jahr fällig gewesen, konnte aus diversen Gründen aber erst in 2013 stattfinden.

Organisator Gerhard Zipko hatte zu diesem Anlass Schachfreunde aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz eingeladen, um ein Wochenendturnier mit verkürzter Bedenkzeit zu spielen. Am Ende fand sich ein 15-köpfiges Teilnehmerfeld zusammen, das durch kurzfristige Absagen nicht die ursprünglich geplante Zahl von über 20 erreichen konnte.

 

Am Donnerstag [24. Oktober] reisten die Spieler in den Niederösterreichischen Ort Mönichkirchen, der unmittelbar an der Grenze zur Steiermark auf etwa 1000 Meter  Höhe liegt und etwa 600 Einwohner hat. Im Hotel Thier fanden wir sehr gute Spielbedingungen vor,und auch für das leibliche Wohl war mehr als gut gesorgt.

Für Organisator Gerhard Zipko war es neben den Jubiläumsfeierlichkeiten gleichzeitig der Abschied als Funktionär. Er legt seine Ämter als Vorsitzender der Wiener Schachrunde und des ÖBSB (Österreichischer Blindenschachbund) in jüngere Hände.

Gespielt wurden sieben Runden Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 60 Minuten je Spieler und Partie. Das Turnier verlief in großer Harmonie, und so hatte der internationale Schiedsrichter Werner Stubenvoll keine Mühe, die Partien über die Runden zu bringen.

Am Ende gab es Gleichstand nach Punkten  mit jeweils 5/7 zwischen Anton Lindenmair und Gert Schulz. Die Buchholzzahl entschied dann zu Gunsten ihres Berichterstatters. Etwas überraschend sicherte sich Reinhard Niehaus Rang 3 – gestartet war er als die Nummer 10 der Setzliste. Den Erfolg der deutschen Schachfreunde komplettierte auf Platz 4  Manfred
Heinich. Neben Lindenmair blieb er ebenfalls ungeschlagen.

Überschattet wurde diese gelungene Veranstaltung von der Nachricht, das just am Turnierwochenende das Urgestein des Österreichischen Blindenschach Johann Pasteiner verstorben ist. Noch zwei Wochen zuvor hatte er an gleicher Stelle an der Österreichischen Staatsmeisterschaft teilgenommen.

Endstand:

1.  Lindenmair Anton 1972 ELO  GER 5 28½ [Buchholzpunkte] 2.  Schulz Gert 1922 GER 5 26½
3.  Niehaus Reinhard 1662 GER 4½ 27½
4.  Heinich Manfred 1944 GER 4½ 27
5.  Kauzky Hartmut 1919 AUT 4 28
6.   Fexa Rainer 1828 AUT 4 26½
7.  Grossrubatscher Herbert 1847 ITA 4 24½
8.  Asbrand Günter 1620 GER 4 22½
9.  Drasch Robert 1758 GER 4 22½
10.  Unger Albert 1773 AUT 3½ 27
11.  Zipko Gerhard 1779 AUT 3½ 25½
12. Wurnig Ernst 1370 AUT 3 19
13. Angerer Rudolf 1461 AUT 3 18½
14.  Gromme Alfred 1507 SUI 2½ 21
15. Lemak Herbert 1257 AUT 1½ 22
[GER=Deutschland, AUT=Österreich, ITA= Italien, SUI=Schweiz] ______
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