Junioren-Länderkampf Deutschland gegen Russland

 

 Sieg des russischen Schachteams – Erfolg für Deutschland
 
 Positive Bilanz zog Bundestrainer Bernd Vökler nach den Niederlagen seines Männer- und Frauenteams, den Jugend-Olympiamannschaften JOM. Der Ländervergleichskampf der Junioren gegen Russland ging bei den Männern mit 17:15 knapp, bei den „jungen Frauen“ mit 19,5:12,5 etwas höher verloren.
 Die neue Schachhochburg Neustadt an der Weinstraße – wo bereits im Februar das hochdotierte Pfalz-Open stattfand – war mit dem Panorama-Hotel Ausrichter des Länderkampfes. Das Hotel, das Auswärtige Amt und der Deutsche Schachbund finanzierten den Vorbereitungskampf auf die Schach-Olympiade, die im November in Dresden stattfindet.
 Das achtrundige Turnier, bei dem jeder Deutsche gegen jeden Russen je zweimal spielte, endete mit zwei Tagessiegen für Russland, einem Tagessieg für Deutschland und fünf Unentschieden bei den Herren. Die deutschen Frauen, die im Schnitt drei Jahre jünger waren als die Russinnen, konnten vier Tagesunentschieden holen, verloren aber auch viermal.
 Beste russische Spieler waren IM Nikolai Chadaev mit 6 aus 8 sowie WIM Svetlana Vasilkova mit 6,5 aus 8. Die meisten Punkte für Deutschland holte GM Georg Meier mit 5,5 aus 8. Beste Spielerin im Frauenteam Vöklers war Judith Fuchs mit 3,5 aus 8.
 
 Tabellenstände, Fotos und die Partien können der Homepage www.schachregion.de/lk entnommen werden.
 Der Schach-Junioren-Länderkampf Deutschland gegen Russland fand vom 20. bis 28. August in Neustadt an der Weinstraße als doppelrundiger Wettkampf an vier Frauen- und vier Herrenbrettern statt. 

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Tag 8 – Finale

Vor der Schlussrunde des Junioren-Länderkampfes Deutschland gegen Russland hieß es noch einmal, sich gut auf den Gegner vorzubereiten. Das Herrenteam hatte noch die Chance, den Gesamtsieg davonzutragen. Ein 3,5:0,5 musste dazu allerdings her. Das Damenteam Russlands hatte bereits gewonnen, die Deutschen wollten aber endlich einen Tagessieg einheimsen, reichte es überraschend doch schon dreimal zur Punkteteilung.
Bukavshin musste sich in der Hinrunde dem größeren Eröffnungswissen von Großmeister Georg Meier geschlagen geben, doch die Revanche führte immerhin zum Remis. Arik Braun hatte es mit GM Evgeny Romanov zu tun, der seinen Mehrbauern zum Sieg verwertete. Sebastian Bogner wollte seine Vorrundenniederlage gegen Nikolai Chadaev rächen, was ihm aber letztlich nicht ganz gelang. Remis. Chadaev reichte das Remis zu 6 aus 8 und damit zum Sieg in der Einzelwertung der Männer. Niclas Huschenbeth, bisher ohne Siegpunkt, bekam es mit IM Vasily Papin zu tun, gegen den er in der Hinrunde bereits remisierte. Sein Siegeswille setzte sich in einer aggressiven Partie durch. Somit 2:2 – in der Gesamtwertung siegt Russland 17:15.
In der Vorrunde kassierte das deutsche Damenteam noch eine hohe Niederlage, die einzige hohe Niederlage bisher. Das sollte anders werden.
Anna Endress verlor auch in ihrer zweiten Partie gegen die Spitzenspielerin Vasilkova, die mit 6,5 aus 8 den Damenwettbewerb souverän dominierte.
Für Judith Fuchs kam in der Schlussrunde der erste Sieg, ausgerechnet gegen Anna Burtasova, gegen die sie in der Vorrunde verlor. Sarah Hoolt blieb als einziger Spieler des deutschen Gesamtteams ungeschlagen. In der Schlussrunde rang sie lange um den Sieg, um aber noch ins Remis einwilligen zu müssen. Nun lag es an Maria Schöne, zumindest ein Unentschieden sicherzustellen. In ihrem Turmendspiel mit Minusbauern schier unmöglich, doch ihr gelang es. Somit ebenfalls 2:2 für das Frauenteam, bei einem Gesamtstand von 19,5:12,5 für Russland.
Letztlich ein sehr respektabler Erfolg des Bundesteams. Bernd Vökler kann auf eine weitere Leistungssteigerung bei der Schach-Olympiade im November in Dresden zählen. Ein Trainingslehrgang steht hierzu noch auf dem Programm.
Zur abendlichen Siegerehrung kündigte sich der Geschäftsführer der Sportregion Rhein-Neckar Stephan Schneider an, der der zunehmenden Gestaltung des Schachsports als regionalem „Leuchtturm“ Respekt zollte. Die Sportregion unterstützt die Karpow-Schachakademie Rhein-Neckar tatkräftig bei diesem Ziel. Dank des Ehepaars Jäger vom Panorama-Hotel und den vielen Akteuren in der Stadt blüht mit Neustadt eine weitere Hochburg des Schachs auf. Am morgigen Freitag heißt es nun Rückflug für das russische Team. Für die meisten Deutschen geht es zurück in den (Schul-)Alltag. Und was steht als nächstes in Neustadt an? Mit dem 2. Pfalz-Open vom 15. bis 22. Februar 2009 (www.pfalzopen.de) steht eines der höchstdotierten Opens in West-Europa an. Die Karpow-Schachakademie richtet Anfang Oktober die Deutsche Betriebssportmeisterschaft im Schach aus (www.schachakademie-hockenheim.de/betriebsschach.htm). 

Dr. Markus Keller – Geschäftsführer 

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