Lady Chess 2014 in Dänemark mit WFM Alisa Frey

Das bisher stärkste Frauenturnier in der Geschichte des dänischen Schachs in Köge – Ein Bericht von WFM Alsa Frey

 

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WFM Alisa Frey

Vom 11. bis 18. Oktober fand im dänischen Köge, südlich von Kopenhagen gelegen, das Lady Chess 2014, sowie auch parallel das Xtracon Grandmaster Open statt. Ich durfte dabei eine von 10 Teilnehmerinnen des Lady Chess 2014 sein. Neben mir waren u.a. Deimante Daulyte aus Litauen, Nino Maisuradze aus Frankreich, Ellinor Frisk aus Schwecamera-8den, Karina Ambartsumona aus Russland, Lenka Ptacnikova aus Island und Lidiya Tomnikova – seit neustem Tomashevsky- ebenso aus Russland am Start. Schon einmal vorweg gesagt: Es war ein sehr schönes Turnier, die Organisatoren geben sich viel Mühe und die familiäre Atmosphäre hat mir wirklich gut gefallen. Schade, dass ich die einzige Deutsche war – auch wenn ich so die Gelegenheit hatte viel Englisch zu sprechen. Gerade für jemanden aus Norddeutschland, würde sich das Xtracon Grandmaster Open wirklich anbieten, denn Köge ist mit allen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

 

Die Auslosung des Lady Chess 2014 wurde noch am 10.10. veröffentlicht, sodass genug Zeit blieb sich noch genauer vorzubereiten. Auf mich wartete zuerst mit den schwarzen Steinen WIM Ilena Krasenkova, die zusammen mit ihrem Mann vor Ort war. In einer spannenden Grünfeld-Partie trugen wir einen harten Kampf aus – dabei sei schon erwähnt, dass wir mit der recht kurzen Bedenkzeit von 90min+30s für die gesamte Partie auskommen mussten. Zuerst kam ich zu Vorteil, musste allerdings meine Königsstellung verteidigen, was ich nicht optimal lösen konnte und somit letztendlich mich mit einem Remis zufriedenstellen musste.

Turnierseite Partien Fotogalerie GM Daniel Semcesen

 

Nach einem nie gefährdeten Remis mit Weiß gegen die stark spielende WIM Ellinor Frisk, musste ich jedoch in der zweiten Partie der einzigen Doppelrunde, nach einer strukturellen Fehlentscheidung meiner Gegnerin Lidiya Tomnikova gratulierend die Hand reichen und so meine erste Niederlage hinnehmen.

 

In Runde 5 kam ich dann endlich zu meinem ersten vollen Punkt gegen Margarita Baliuniene, eine der beiden dänischen Teilnehmerinnen. Nachdem ich mein Grünfeldindisch in dieser Partie zuerst ziemlich misshandelt hatte, konnte ich dank meiner Gegnerin jedoch im Mittelspiel meine Stellung gewinnbringend verbessern und somit letztendlich den ersten Sieg erringen.

 

Eigentlich war ich ab dem Zeitpunkt recht optimistisch, was meinen weiteren Turnierverlauf anging, allerdings sollte mir die zweite Turnierhälfte nicht mehr viel Gutes bescheren. In der 6. Runde traf ich auf die souverän punktende WGM Karina Ambartsumova, gegen die ich recht einfach aus der Eröffnung eine vorteilhafte Stellung erreichen konnte. Ich hatte mir fest vorgenommen gegen sie auf den ganzen Punkt zu gehen, konnte jedoch in entscheidenden Momenten nicht den richtigen Plan fassen, bis ich dann durch weitere Unachtsamkeit sogar patzte.

 

In der anschließenden Runde konnte ich noch einen für mich letzten Punkt einsacken, als dank komplizierter Stellung und Zeitproblemen meine Gegnerin Lenka Ptacnikova fehlgriff. Mit den 3,5 Punkten aus 7 Runden konnte ich eigentlich relativ zufrieden sein. Zumal ich dann auch gemerkt hatte, dass ich für eine WIM-Norm keine 5,5 Punkte, wie geglaubt, sondern nur 5 Punkte bräuchte.

 

Nach diesen Überlegungen sollte allerdings gar nichts mehr laufen. In der 8. Runde musste ich mit Schwarz gegen die topgesetzte Deimante Daulyte antreten, die plötzlich 1.d4 auspackte. Es entwickelte sich eine komische Partie, in der ich aber nie wirklich Land gesehen habe und folglich noch eine weitere Niederlage kassierte. Meine „Aufgabe“ war in diesem speziellen Fall ein recht hübsches Matt, das ich meine Gegnerin dann auch ausführen ließ.

 

Meine Normchancen waren somit dahin und noch eine Runde stand aus vor meinem Rückflug am Samstagabend nach Stuttgart und meinem Oberligaeinsatz am Sonntagmorgen. Die Partie war kaum der Rede wert und wohl etwas den Umständen geschuldet.

 

Dennoch ist mein Resümee aber durchaus positiv, was das Turnier angeht und ich hoffe ich darf im nächsten jahr wieder teilnehmen und wieder eine schöne Woche mit meinen neuen Freunden und Bekannten in Köge verbringen. Eventuell spricht ja dann sogar jemand anders außer mir Deutsch  🙂

 

Das Turnier gewann übrigens Karina Ambartsumova, die mit viel Kampfgeist die meisten Punkte gesammelt hatte, vor ihrer Freundin Deimante Daulyte und der Schwedin Ellinor Frisk, die leider knapp in der letzten Runde die WGM-Norm verpasste.

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