Von Bremen nach Ströbeck …


Eine Vorschau auf die Internationale Deutsche Juniorenmeisterschaft 2015 von RAYMUND STOLZE

 

 Filiz Osmanodja (Foto: DSB)

Filiz Osmanodja (Foto: DSB)

Manchmal kommt man durch Umwege zum Ziel oder es sind auch die Zufälle im Spiel. Also eigentlich wollte ich auf der Webseite des Landesschachbundes Bremen [http://www.landesschachbundbremen.de/ ] mich nur einmal vergewissern, wer denn der Präsident ist . Habe ich auch gefunden: Dr. Oliver Höpfner vom SV Werder trägt die Bürde des 1. Vorsitzenden]. Aber die Aufmacher-Meldung mit der Schlagzeile „Kollars mit IM-Norm“   machte mich dann doch neugierig. Es ist für den Delmenhorster Kaderspieler Dmitrij Kollars nämlich seine zweite IM-Norm, und er hat nun in wenigen Tagen die Chance auf die dritte und damit letzte bei der Internationalen Deutschen Juniorenmeisterschaft 2015, kurz IDJM, die vom 12. bis 19. April im Schachdorf Ströbeck stattfindet.

 

Dass ich zu dem Elo-höchsten vom Deutschen Schachbund selbst organisierten Turnier, wie Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler auf der Veranstalterhomepage [http://idjm-stroebeck-2015.steffans-schachseiten.de/] schreibt, halt diesen Umweg machen muss bzw. per Zufall aufmerksam geworden bin, will ich nicht weiter kommentieren. Über offensive Öffentlichkeitsarbeit habe ich eine andere Meinung, und wie der ein oder andere von Ihnen im Zeitraum Juni 2011 bis 31. Januar 2012 vielleicht wahrgenommen hat, habe ich durchaus versucht, in dieser Hinsicht Maßstäbe zu setzen …

 

Turnierseite

Also, mit einem Durchschnitt der zehn Teilnehmer von mehr als 2490 Ratingpunkten haben wir in der Tat eine FIDE.Kategorie 10 erreicht, und man darf ja nicht vergessen, dass es ein Juniorenwettbewerb ist, wenn das in Bezug auf das Alter dann aber großzügig ausgelegt ist. Normalerweise ist die Altersklasse U20 jene, wo man danach zu den Erwachsenen „auscheckt“. Im Schachdorf Ströbeck – die erste schriftliche Erwähnung des Schachspiels in stammt von 1515 –, wo man nach 2011 und 2013 bereits zum dritte Mal zu Gast ist, sind zwei Teilnehmer [der Russe Jewgeni Romanow und der Isländer Gudmundur Kjartansson von „Baujahr“ 1988]. Doch eine Klassebesetzung ist es allemal, und die zählt.

 

„Der Veranstalter wusste einen Spagat zwischen Norminteressen [Rasmus, Dmitrij, Filiz] und Kategorie-Interessen [alle GM] wagen Hauptsponsor ist Lotto Sachsen-Anhalt, der DSB und das Schachdorf Ströbeck. Das Hauptaugenmerk der Deutschen liegt auf Rasmus Svane [mögliche GM-Norm{, Dmitrij Kollars [mögliche IM-Norm], Roven Vogel [mögliche IM-Norm].

 

Persönlich freue ich mich auf Filiz Osmanodja besonders. Die Vizeweltmeisterin liegt nominell am Ende der Setzliste, aber eine WGM-Norm oder sogar eine IM-Norm der Männer halte ich nicht für ausgeschlossen“, so optimistisch Bernd Vökler.

 

Und das ist das komplette Teilnehmerfeld nach der Setzrangliste:

 

Elo-Zahl         Geburtsjahr

 1 GM Andrej Vovk [Ukraine] 2651 1991
2 GM Jewgeni Romanow [Russland] 2609 1988
3 GM Kasper Piorun [Polen] 2546 1991
4 GM Sebastian Bogner [Schweiz] 2535 1991
5 IM   Rasmus Svane [Deutschland] 2513 1997
6 IM Gudmundur Kjartansson [Island] 2471 1988
7 IM Jonathan Carlstedt [Deutschland] 2468 1990
8 Dmitrij Kollars [Deutschland] 2402 1999
9 FM Roven Vogel [Deutschland] 2408 2000
10 WIM Filiz Osmanodja [Deutschland] 2327 1996

 

Was die deutschen Starter angeht, so bedauert Bernd Vökler, dass das derzeit wohl größte DSB-Talent Vincent Keymer leider nicht dabei sein kann, „da sein Vater ein wichtiges Konzert hat und die Munter am Mainzer Theater unabkömmlich ist“.

 

Was den heutigen Halberstädter Ortsteil angeht, denn am 1. Januar 2010 wurde Ströbeck in die Stadt eingemeindet, die als „Tor zum Harz“ gilt, sind noch zwei Fakten von Interesse: An der Grundschule, die heute den Namen des einzigen deutschen Schachweltmeisters Emanuel Lasker trägt, ist Schach seit 1823 ein Pflichtfach. Und Anfang der 1990er-Jahre formierten die Ströbecker Schachfreunde eine Wählergemeinschaft, die bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen erhielt.

 

Den kompletten Zeitplan – die erste Runde des wird am Montag, den 13. April ab 15 Uhr im Ströbecker Gasthaus „Prinz von Preussen“ gespielt – finden sie wie auch die kompletten Ergebnisse, aktuelle Tabellen, Partien, Tagesberichte, eine Bildergalerie und Spielerportraits auf der von Klaus Steffan betreuten Webseite.

 

Auf jeden Fall gebührt jetzt schon dem DSB großer Respekt, so ein „Yougster-Großmeisterturnier der Superlative“ auszurichten!

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