Frauen-Europacup 2015 ohne deutsches Team

Spielpause kommt den Bundesliga-Spitzenvereinen entgegen, denn ein Dutzend Damen sind in Skopje im Einsatz – Von RAYMUND STOLZE

Blick auf Skopje, Link zu Skopje_2015_Tourist_Info

Blick auf Skopje

 

Dass die Frauen-Bundesliga im Oktober keinen Spieltag absolvieren muss – weiter geht es mit der zweiten Doppelrunde erst am Nikolauswochenende [5./6. Dezember] – wird vor allem die Spitzenvereine freuen. So war zunächst ein Quartett von Titelverteidiger OSG Baden-Baden mit der Weltmeisterin Maria Musitschuk und ihrer Schwester Anna sowie den Exweltmeisterinnen Alexandra Kostenjuk und Antoaneta Stefanowa beim ersten Turnier der neuen Serie des FIDE-Frauen-Grand-Prix 2015-16 in Monte Carlo im Einsatz.

 

Skopje_2015_Woman_Live

15 Uhr (MEZ/CET)

Seit vergangenen Sonntag [18. Oktober] sind beim Europacup der Vereinsmannschaften in Skopje (Mazedonien) sogar zwölf Damen in sechs Teams gefordert. Von Baden-Baden trifft das erneut auf Alexandra Kostenjuk und Antoanata Stefanowa zu, die von Jekaterina Kowalewskaja begleitet werden. Vom SK Schwäbisch Hall sind Bela Khotenashvili, Nino Batsiashvili und Alina Kaschlinskaja in Skopje dabei. Ebenfalls ein Trio stellt Bad Königshofen mit Walentina Gunina, Olga Girya und Lilit Mkrtchian. Dazu kommen noch Anastasia Bodnaruk von den Rodewischer Schachmiezen, Dina Belenkaja von den SF Friedberg und Monika Socko vom Hamburger SK. Die Aufstellung des auf Setzranglistenplatz 2 notierten russischen Teams von SHSM LEGACY SQUARE [Elo-Durchschnitt 2494] ist übrigens Bundesliga pur: Gunina, Kostenjuk, Girya, Kowalewskaja und Kaschlinskaja, wobei mit Vierer-Teams gespielt wird.

 

Skopje_2015_Teams_1-12Im Team NONA [Elo-Durchschnitt 2510], das im Vorjahr den Pott geholt hat, finden wir die beiden Schwäbisch-Hallerinnen Khotenashvili und Batsiashvili. Und vielleicht haben die Georgierinnen am gestrigen Montag in der zweiten von sieben Runden mit dem 2,5:1,5-Erfolg gegen SHSM schon den entscheidenden Schritt zur Titelverteidigung gemacht. Allerdings müssen sie in Runde 3 noch GAMBIT ASSEKO aus Mazedonien aus dem Weg räumen, die mit Antoaneta Stefanowa und der aktuellen russischen Landesmeisterin Alexandra Gorjatschkina eine starke Doppelspitze haben.

 

Dass bei diesem Team des Gastgeberlandes keine mazedonische Spielerin aufgeboten ist, sondern mit Shen Yang aus China und den beiden Kasachinnen Dinara Saduakoassowa und Madina Dawletbajewa ausschließlich Legionärinnen, gehört für mich zu den nicht nachvollziehbaren Modalitäten eines Pokals der Landesmeister. Auch bei den Frauen ist die Teilnahme an diesem Wettbewerb mit einer starken Mannschaft eine Frage des Geldes. Da kann oder will Baden-Baden nicht mithalten. In Skopje sind allerdings nur zwölf Damen-Teams am Start, und aus Deutschland kommt eine Fehlanzeige.

 

Im Internet finden Sie alle statistischen Informationen zum Frauen-Europacup sowie Partien zum Downloaden unter dem Link http://www.chess-results.com/tnr191642.aspx?lan=1&art=0&flag=30&wi=821 .

 

 

Apropos Frauen. Bis zum 31. Oktober läuft noch unsere zweite Umfrage zur Schach-Ticker-Besucherstruktur (am linken Rand). Diesmal wollen wir wissen: Sind sie eine Frau oder ein Mann? Das bisherige Ergebnis [Stand 20. Oktober um 12 Uhr] ist insofern erfreulich, dass 22 Prozent unserer Besucher weiblich sind. Das liegt deutlich über der Frauen- und Mädchen-Quote beim Deutschen Schachbund, die bei gerade sieben Prozent von rund 90.000 eingetragenen DSB-Mitgliedern liegt.

 

Ein Grund dürfte sein, dass unsere Onlineplattform www.schach-ticker.de dem Frauenschach tatsächlich einen hohen Stellenwert einräumt. Jedenfalls gibt es meines Wissens keine Webseite im deutschsprachigen Raum, die so intensiv und vor allem kontinuierlich Einblicke in nationale und internationale Frauenschach-Veranstaltungen gibt. So haben wir in der Vergangenheit beispielsweise bei Deutschen Einzelmeisterschaften in den zurück liegenden beiden Jahren die Spielerin mit der besten Partie in jeder Runde mit einem Buchpreis geehrt. Für My Linh Tran gab es 2013 eine Spendenaktion, die es der damals 18-Jährigen ermöglichten, mit der Hilfe der Schach-Ticker-Besucher an der Jugend-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Und dass wir in der Spielzeit 2015/16 bereits zum dritten Mal die „Bundesliga-Spielerin der Saison“ in zwei Kategorien küren, gehört auch dazu.

 

 

Bildernachweis: Alle Bilder von der Turnierhomepage http://www.europeanchessclubcup2015.com/index.php

 

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