Seite 64: SCHACH-Fragebogen [33]

HEUTE: Edmund Budrich [Deutschland]

 

Edmund_Budrich_Nov_2015

Edmund Budrich

SCHACH_Titel_Nov_2015

Interview

Im aktuellen Heft 11/2015 von SCHACH [http://www.zeitschriftschach.de/] steht natürlich der Report über die Schnellschach- und Blitz-Weltmeisterschaft in Berlin von Dirk Poldauf im Mittelpunkt. Ein weiteres Schwerpunktthema ist der Weltcup in Baku. Vor Ort hat Wladimir Barski, der einst Sekundant von Alexander Morosewitsch war, das Geschehen live beobachte. Ihm ist der Beitrag zum Finale „Russisch Roulette: Karjakin kontra Swidler“ zu verdanken. Die Kommentierung der Partien hat Mihail Marin übernommen.

 

Unserer Kooperation mit der im 69. Jahrgang erscheinenden Zeitschrift SCHACH verdanken wir die Veröffentlichung der Rubrik „Seite 64: SCHACH-Fragebogen“. Diesmal kommt mit Edmund Budrich [*14. März 1932] ein Mann zu Wort, der in beiden deutschen Staaten Schach auf hohem nationalen Niveau gespielt hat. So wurde er am Anfang seiner Laufbahn 1951 DDR-Jugendmeister und 1952 geteilter Dritter bei der DDR-Meisterschaft der Männer. 1957 ging Budrich nach Westberlin. Dort setze er sein Studium der Musikwissenschaften fort und gewann 1957 mit der SG Eckbauer Berlin die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft, was dem heute 83-Jährigen noch einmal 1967 mit der SG Porz gelang,

 

Dem Schach ist der engagierte Unternehmer bis heute treu geblieben. Und sei es als Sponsor des von mir seinerzeit geretteten Kurt-Richter-Grabes auf dem Evangelischen Friedhof in Berlin-Karlshorst. Spontan hat er, ohne große Worte zu machen, zwei Jahresraten der Erinnerungsstätte übernommen, die nun bis Anfang Januar 2028 Bestand hat.

 

Seine Antworten auf den Schach-Fragebogen sind wirklich interessant und anregend zugleich wie beispielsweise die folgende:

 


 

12. Wer sind Ihre Helden der Gegenwart?

 

Meine Helden stehen nicht auf den Titelseiten. Ich halte es mit Bertolt Brecht:

 

Wer baute das siebentorige Theben?

In den Büchern stehen die Namen von Königen.

Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?“

 

So würde ich auch nicht die Erbauer des neuen Berliner Flughafens, wenn er denn fertig würde, unter die Helden rechnen. Ich könnte keine einzelne Person, auch keine bestimmte Gruppe nennen.

 

Wo ich Helden und Heldinnen vermute?

 

Morgens oder zum Feierabend kann man Sie im vollen Bus oder in der vollen U-Bahn treffen. Sie fallen nicht auf, sie tragen keine Orden oder Medaillen. Aber sie sind es, die die großen Brocken schleppen müssen. Was keinem Spaß macht. Aber Helden.

 


 

 

Also, unbedingt diese diesmal sogar fünf Seiten lesen!

 

Zu unserem „Seite 64 SCHACH-Fragebogen“ passt sehr gut das folgende Gruppenfoto von der Gesamtdeutschen Jugendmeisterschaft, die vor 64 Jahren in Leipzig stattfand und von Wolfgang Uhlmann vor Reinhart Fuchs und Edmund Budrich gewonnen wurde. Viele Schachticker-Leser werden dieses historische Bild (hier aus aus dem Archiv von Edmund Budrich) schon kennen, zuletzt von uns gezeigt anlässlich der 80-jährigen Geburtstage von Klaus Darga am 24.2.2014 und Reinhart Fuchs am 28.9.2014.

Raymund Stolze

Gesamtdeutsche Jugendmeisterschaft 1951 in Leipzig

 

 

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