Kurz & Knapp [29/15] – Die Schach-Ticker Turnier-Umschau

+++ Fabiano Caruana und Hou Yifan gewinnen Schaukämpfe +++ Bremer Oliver Müller mit Wanderpreis geehrt +++ Auf geht es nach Dresden zum 8. Schulschachkongress +++ Senioren-WM 2015 auf der Zielgeraden +++ Binz ruft und die Senioren kommen +++

 

Baskisches Schach in St.Louis (Foto: Austin Fuller)

Baskisches Schach

ST. LOUIS. Diese News ist schon fast ein Nachtrag.  Wenn Top-Spieler richtig Kasse machen und dabei noch Spaß haben wollen, dann brauchen Sie eine Einladung vom schwer reichen Geschäftsmann Rex A. Sinquefield ins „Chess Club and Scholastic Center“ in St. Louis. Vom 12. bis 15. November waren zwei Schaukämpfe zwischen Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana sowie Yifan Hou und Parimarjan Negi angesetzt. Die Veranstaltung wurde dabei in unterschiedlichen Disiplinen ausgetragen. Zum Auftakt gab es ein Match nach baskischem Format – also zwei Partien gleichzeitig. Es folgte ein Duell über vier Partien im Chess 960 alias Fischer Random Chess. Danach wurden vier Schnellschachpartien gespielt und am vierten Tag folgten zum Abschluss jeweils acht Blitzpartien.

 

Das baskische Match (vgl. Bild) zwischen Nakamura und Caruana endete nach zwei Remis 1:1. Den Chess 960-Wettkampf gewann Nakamura mit 2,5:1,5. Dann schlug die Stunde für Caruana: Im Rapid 3:1 und auch Blitz [4,5:3,5] setzte er sich durch. Macht unterm Strich 10:8 für den Neuamerikaner Caruana. Ach ja, fast hätte ich das Preisgeld unterschlagen: Der Sieger erhielt 60.000 US-Dollar und der Unterlegene noch 40.000 US-Dollar. Das ist für normale Bürger fast schon ein Jahresverdienst, oder?!

 

Im  zweiten Wettkampf gab es ein Auf und Ab. Negi ging beim baskischen Match mit 2:0 in Führung. Yifan Hou setzte sich anschließend dreimal durch: Beim Chess 960-Match mit 3,5:0,5, im Schnellschach mit 3:1 und beim Blitzen mit 4,5:3,5. Endstand damit 11:7 für Yifan Hou. Und auch für die beiden lohnten sich diese vier Tage: Die 21-jährige Exweltmeisterin Hou Yifan [Elo 2683] war um 30.000 US-Dollar reicher, Parimarjan Negi [2673] erhielt immerhin noch 20.000 US-Dollar.

 

 

Ehrung Oliver Mueller, (Foto: www.werder.de)BREMEN. Da wird bei Oliver Müller Freude aufgekommen sein. Bei der Jahreshauptversammlung des SV Werder Bremen am vergangenen Montag [16. November] wurde der außergewöhnliche Blinden-Schach-Spieler für seine hervorragenden Verdienste mit dem Joseph-Lutter-Wanderpreis geehrt [Quelle: www.werder.de vom 16.11.2016]. Auf seine künftigen sportlichen Ziele angesprochen, antwortete Oliver Müller: „Internationaler Meister. Natürlich, was sonst?“ Dabei kann die Bremer Schach-Legende bereits auf zwei deutsche Meisterschaften, einen Vize-Weltmeistertitel und eine Bronzemedaille im Blinden-Schach zurückblicken. Seit 26 Jahren spielt er dazu in der zweiten Mannschaft der Grün-Weißen in der zweithöchsten deutschen Liga, und im Jahr 2007 errang er den FIDE-Titel, eine schachliche Leistung, die durch den Welt-Schachverband auf Lebenszeit verliehen wird. Und als wäre es damit noch nicht genug, engagiert sich Oliver Müller seit fünf Jahren ehrenamtlich im Landes-Schachbund. „Wir sind stolz und dankbar, dich in unseren Reihen zu haben“, so Vize-Präsident Jens Höfer in seiner Laudatio.

 

 

Deutsche SchulschachstiftungDRESDEN. Am kommenden Wochenende [20.-22. November] heißt es: Auf zum Schulschachkongress nach Dresden! Der Workshop findet im in Schachkreisen bestens bekannten Wyndham Garden Hotel in der Wilhelm-Franke-Straße statt, das nur fünf Kilometer von der Innenstadt entfernt liegt. Die sächsische Landeshauptstadt wurde von den beiden Veranstaltern Deutsche Schachjugend und die Deutsche Schulschachstiftung deshalb ausgewählt, weil sie eine der ganz besonderen Schachstädte in Deutschland mit langer Schach- und Schulschachtradition ist. Dresden ist ein guter Ort um sich über das boomende Schulschach in Deutschland auszutauschen. Dass die Welt des Schulschachs einen echten Boom erlebt, beweist u.a., dass mittlerweile über 50 Deutsche Schachschulen von der Deutschen Schachjugend zertifiziert sind. Fast wöchentlich kommen neue Anträge dazu und es gibt eine große Zahl von Rezertifizierungen von etablierten Deutschen Schachschulen, die ihr Siegel nun schon viele Jahre tragen.
Im letzten Jahr hat die Firma Barclaycard sich dieses Kongresses angenommen. Nun möchte Barclaycard bis ins Jahr 2020 mindestens fünf (maximal zehn) Schulen mit Schülerinnen und Schülern aus einem schwierigen sozialen Umfeld bis zum Siegel „Deutsche Schachschule“ mit Schachmaterial, Lehrmaterial und Beratung unterstützen. Das Projekt „Schachschule 2020“ wird deshalb auch ein Thema des Schulschachkongresses sein und einen eigenen Workshop bekommen.

 

Ein weiterer neuer Förderer des Schulschachs stellt sich ebenfalls auf dem Schulschachkongress vor – die Firma MedienLB – Medien für Lehrpläne und Bildungsstandards GmbH – unter der Geschäftsführung von Dr. Anita Stangl, zugleich WIM im Schach.

 

Die nunmehr achte Auflage des Deutschen Schulschachkongresses bietet deshalb wieder einmal nicht nur über 20 Workshops rund um alle Bereiche des Schulschachs, sondern allerlei Austauschmöglichkeiten. Zu den prominenten Referenten gehören FM Michael Bezold [ehemaliger Bundesnachwuchstrainer], Sabine Würz [Bayerische und Deutsche Schachlehrerin des Jahres], Patrick Wiebe [Kinderschachexperte, AK Schulschach], Björn Lengwenus [Kinder-Schachtrainer, Spielpädagoge und Autor Fritz&Fertig] und Walter Rädler [Vorsitzender Deutsche Schulschachstiftung, AK Schulschach, Schulschachreferent Bayern].

 

Auch 2015 wird der Kongress – Infos zum Programm finden Sie unter dem Link http://www.deutsche-schachjugend.de/termine/2015/schulschachkongress/ – wieder mit einer „Schachpädagogischen Nacht“ enden.

 

 

ACQUI TERME (ITALIEN). Bei der Senioren-Einzelweltmeisterschaft gibt es vor den Schlussrunden die folgenden Zwischenstände zu melden.

 

AcquiTerme_2015In der Sektion 50+ liegen bei den Männern nach 7 von 11 Runden drei GMs mit 6/7 in Front: Rozentalis, Nikolic und Mohr. Beste deutsche Teilnehmer sind Ali Habibi (5 Punkte) und Christoph Frick (4,5 Punkte). Auch in der Sektion 65+ liegen drei GMs vorne Okhotnik (6,5) vor Vaisser und Kupreichik (6). Beste Deutsche sind Kierzek, Böhnisch und Sprotte (alle 5 Punkte). Auch GM Vasiukov liegt mit nur 5 Punkten im Verfolgerfeld, nachdem er in Runde 6 gegen Werner Clemens und in Runde 7 gegen Norbert Sprotte nicht über ein Remis hinaus kam. In der Partie gegen Clemens stellte Vasiukov in klarer Gewinnstellung seinen Mehr-Freibauern auf der siebten Reihe einzügig ein und musste kurz darauf in ein Remis einwilligen.

 

Bei den Frauen der Sektion w 50+ sind bisher 6 von 9 Runden gespielt, wobei es Petra Schulz in Runde 6 gelang die bis dahin souverän führende Tatiana Bogumil (5 Punkte) zu schlagen und bis auf einen halben Punkt heran zu rücken. Auf Platz 3 liegt Tsiala Kasoshvili (4 Punkte). Die 10 Frauen der Sektion w 65+ spielen ein volles 9-rundiges Turnier, wobei erwartungsgemäß die georgische Schachlegende Nona Gaprindashvili mit 5-aus-6 in Führung liegt.

 

Ergebnisse und Liveübertragungen gibt es über die Turnierseite oder über unseren Schachticker-Vorbericht.

 

 

Binz_2014_05_Spielsaal (Foto: B. Müller-Clostermann)BINZ. Eins der größten und beliebtesten Seniorenturniere beginnt am 24.11. im Seehotel Binz-Therme auf Rügen, wieder unter der bewährten Regie von Turnierleiter Gerhard Krüger. Die 176 Plätze für diese 15. Auflage der „Offenen Senioreneinzelmeisterschaft von Mecklenburg-Vorpommern“ waren schon im April vollständig ausgebucht und auch die Nachrückliste war entsprechend lang.

 

In der Startrangliste sehen wir ganz vorne Hans-Werner Ackermann, Helmut Hassenrück und Peter Rahls [und Nachtrag:  inzwischen auch Gottfried Schumacher]. Der Titelverteidiger Berthold Bartsch ist nicht dabei, aber mit Bruno Müller-Clostermann und Günter Weidlich der Zweit- bzw. Drittplatzierte des Vorjahres. Das Nestoren-Siegertrio von 2014 Erich Krüger, Rolf Bachmann und Heinz Liebert ist dagegen wieder vollzählig am Start. Fernschachlegende und mehrfacher Weltmeister Fritz Baumbach ist zum x-ten Male präsent. Frisch dabei und unter den TopTen der Startrangliste finden wir Brigitte Burchardt, erstmals DDR-Meisterin 1975 in Stralsund und jüngst Mannschaftsweltmeisterin der Seniorinnen in Dresden 2015.

 

Wie es sich für ein Seniorenturnier gehört, werden 9 Runden an 9 Tagen gespielt. Den Turnierverlauf (vom 24.11. bis 2.12.2015) kann auf der Turnierseite verfolgt werden.

 

 

[Redaktion Bruno Müller-Clostermann & Raymund Stolze]