Ist es Wolfgang Joop, oder ist er es nicht?


Vieles ist NEU bei unserem Zweitligastart im „Osten“ – Ein Bericht von EBERHARD SCHABEL, Mannschaftsführer von TuRa Harksheide

 

Inken Köhler

Inken Köhler

Es ist schon einige Zeit her, als ich meinen 18. Geburtstag feiern konnte. Soweit ich mich noch an den Beginn der Party erinnern kann, war dies ein sehr schönes Ereignis, welches ich mit meinen damaligen Freunden aus dem Erzgebirge fröhlich beging.

 

So war es für mich natürlich selbstverständlich, dass ich unserer Führungsspielerin Luise Diederichs für unseren Auftritt in Potsdam frei gab, damit sie ihre Volljährigkeit ausgiebig begehen konnte. Da unser Brett 4 Emily Rosmait mit die beste Freundin von Luise ist, bekam sie auch frei und feierte bei Luise mit. Na ja, und dann war da noch unser Brett 3 Annika Polert, die ebenfalls Geburtstag [19.] feiern durfte und zudem am Wochenende auch noch mit ihrem Vater dessen 50. Geburtstag beging.

 

Drei Mädels aus dem „Stamm-Sechser“ sind nicht dabei in Brandenburgs Landeshauptstadt, und dies gegen das starke Team aus Pankow und Potsdam, die wir hinsichtlich des Zweitligaerhaltes in der Gruppe Ost auf Abstand halten wollten. Unser Plan war somit gegen Rotation „dagegen halten“ und gegen den USV ein 3:3. Für unsere „Bretter“ 1, 3 und 4 rückten Annika Evers [21], Nanke Caliebe [15] und Anna-Blume Giede [15] in unser Team.

 

Gespielt wurde im AUDIMAX, am neuen Palais, und der Spielraum bot ausreichend Platz für alle Aktiven der vier Teams. Mit uns reiste auch die zweite Mannschaft des Hamburger SK an, und sie bekamen es am Sonnabend [5. Dezember] mit dem gastgebenden USV Potsdam zu tun.

 

Carina Brandt

Carina Brandt

Auf unser neu formiertes Team warteten fünf Spielerinnen mit einem WIM-Titel und eine WFM Titelträgerin. Rotation Pankow spielte also in Bestbesetzung.

 

Der Wettkampf nahm dann auch den Verlauf, wie man ihn aus TuRa Sicht befürchten musste. 0:1 Annika E., 0:2 Nanke C. und 0:3 Anna-Blume G. Alle drei Ersatzspielerinnen waren klar unterlegen, obwohl sie sich sehr redlich mühten.

 

Doch dann nahm das Match eine wundersame Wendung, und ausgerechnet die drei Spitzen unseres Teams erarbeiteten sich bessere Partiestellungen. Das 1:3 schaffte unsere 14 Jährige, Inken Köhler am 3. Brett. Eine, wie ich meine, sehr stark geführte Partie verhalf Carina Brandt zu einem Sieg am 2. Brett und plötzlich stand es 3:3, da auch Nathalie Wächter [15] gegen Antje Göhler eine eher auf Remis stehende Partiestellung so verbessern konnte, dass es zum Zugzwang kam und sie am Spitzenbrett gewinnen konnte. So stand am Ende ein Team-Remis, womit nicht zu rechnen war, und das uns nach dem 4:2 gegen Leipzig-Lindnau und einem 4,5:1,5 gegen die SG Löberitz in der Auftakt-Doppelrunde den schon fünften Mannschaftspunkt einbrachte.

 

Leider verlor unser Reisepartner HSK II mit 2:4 gegen Potsdam.

 

Rotation Pankow 3 : 3 TuRa Harksheide
1  WIM Göhler, Antje (2070) 0 : 1 (1946) Wächter, Nathalie 2
2  WIM Jahn, Constanze (2056) 0 : 1 (1915) Brandt, Carina 3
3  WIM Burchardt, Brigitte (2039) 0 : 1 (1792) Köhler, Inken 6
4  WIM Wagner-Michel, Annett (2067) 1 : 0 (1729) Evers, Annika 7
5  WIM Mai, Iris (2028) 1 : 0 (1460) Caliebe, Nanke 9
6  WFM Wolf, Sylvia (1899) 1 : 0 (1427) Giede, Anna-Blume 11

 

Erst mit einer Mail unseres „Edel-Fans“ Henning Geibel aus Bargteheide erfuhren wir, dass im Team des Rotation Pankow aktuelle Weltmeisterinnen mit gespielt haben und es Inken gelang die „Spielführerin“ des Seniorinnen-Weltmeisterteams und mehrmalige DDR-Frauenmeisterin WIM Brigitte Burchardt bezwingen konnte.

 

Annika Evers

Annika Evers

Gefeiert wurde dieser Erfolg und unser Punktgewinn gegen die Berlinerinnen in einer Gaststätte in der Nähe der Jugendherberge Potsdam, wo wir uns für das Wochenende einquartiert hatten, und auch da war nicht alles so wie bisher. Eine aufkommende Unruhe unserer jungen Mädchen konnte ich erst nicht richtig einordnen, bis ich den Grund dafür erfuhr. An einem der Nebentische hatte sich Wolfgang Joop, also der „WJ“ von GNTM niedergelassen … Ist er es oder nö, is er nicht und doch er war es! Nun ja, es hat ihm so geschmeckt wie uns, denke ich mal …

 

Pünktlich zum Beginn der 4. Runde waren alle vier Teams versammelt und es konnte mit den Paarungen Rotation Pankow gegen Hamburger SK II und TuRa gegen USV Potsdam los gehen.

 

Auch Potsdam stellte ein fast perfektes Team mit den Brettern 1 bis 5 plus 11 auf, um uns zu bezwingen. Der Wettkampf verlief aber auch diesmal eher zu unseren Gunsten. Nach zwei Remisen von Annika Evers und Inken Köhler, gelang der erneut stark aufspielenden Carina Brandt das 2:1, dem dann das 3:1 durch unsere Debütantin Nanke Caliebe folgte. Leider konnte Anna-Blume Giede das Remis nicht „halten“ und so stand es nur noch 3:2 für uns. Erneut war es also unserer Nathalie Wächter vorbehalten, für einen guten Ausgang zu sorgen. In einer interessanten Partie konnte sie nach viereinhalb Stunden im Endspiel gewinnen und das 4:2 sicher stellen.

 

TuRa Harksheide 4 : 2 USV Potsdam
2  Wächter, Nathalie (1946) 1 : 0 (2012) WFM Von Herman, Brigitte 1
3  Brandt, Carina (1915) 1 : 0 (1946) Pachow, Steffi 2
6  Köhler, Inken (1792) ½ : ½ (1937) Pfau, Beate 3
7  Evers, Annika (1729) ½ : ½ (1950) WFM Nünchert, Eveline 4
9  Caliebe, Nanke (1460) 1 : 0 (1669) Bade, Heidrun 5
11  Giede, Anna-Blume (1427) 0 : 1 (1483) Frehde, Regina 11

 

Nanke Calliebe

Nanke Calliebe

Etwas früher verlor der HSK II gegen Rotation Pankow, und das auch noch sehr hoch mit 0,5:5,5.

 

Neben den nicht erwarteten 3:1 Teampunkten, die uns zum einzigen Verfolger des Tabellenführer SG Leipzig [8:0/19,0] machen, bekamen unsere Mädchen viele Komplimente von der versammelten Ex-DDR Frauenschachspitze.

 

Unsere nächste Aufgabe ist das Duell mit unserem Reisepartner Hamburger SK II am 10. Januar 2016, also leider genau zu der Zeit, wo in Hamburg auch das RAMADA- Turnier statt findet, an dem unsere Mädels in den vergangenen Jahren immer sehr zahlreich und gern teilgenommen haben. Betroffen sind aber wohl beide Mannschaften, was doch hoffen lässt …

 

Der aktuelle Tabellenstand:

 

  Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 MP BP
1. SG Leipzig xxx 4 6 8 19
2. TuRa Harksheide xxx 3 4 4 7 15½
3. Allianz Leipzig xxx 5 5 6 6 17½
4. Rotation Pankow 2 3 xxx 5 15
5. Leipzig-Lindenau 2 1 xxx 2 10
6. USV Potsdam ½ 2 1 xxx 4 2
7. SG Löberitz 0 0 xxx 4 2
8. Hamburger SK 2 ½ 2 2 xxx 0 6

 

Soweit der Bericht von Mannschaftsführer Eberhard Schabel. Alle Ergebnisse und weitere Infos – und das gilt für alle drei Staffel der zweithöchsten Spielklasse – finden Sie unter dem Link http://nsv-online.de/ligen/fbl-1516/? . Für die Staffel Ost einfach direkt http://nsv-online.de/ligen/fbl-1516/?staffel=925&r= wählen.

 

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P.S. Noch ein kurzer Blick auf die beiden übrigen Liga-Staffeln.

 

Im der Gruppe West marschieren SV Medizin Erfurt [7:1/15,5] und SV Mülheim-Nord gemeinsam an der Tabellenspitze. Schlusslichter sind auf Rang 7 und 8 Horst-Emscher [3:5/10,5] und Neuling SC Steinfurt [0:8/7,0].

 

In der Staffel Süd hat sich mit der SG Augsburg [7:1/15,5] und dem FC Bayern München [7:1/14,5] ebenfalls ein Duo abgesetzt. Auf den Abstiegsplätzen 7 und 8 liegen Wadgassen/Differten [2:6/10,5] und Aufsteiger CSC Aufbau 95 Chemnitz [0:8/9,5].

 

Wie in der Gruppe Ost geht es auch hier am 10. Januar kommenden Jahres mit Runde 5 weiter. Die finale Doppelrunde ist bereits am 27./28. Februar angesetzt. Die drei Staffelsieger könnten dann für die Bundesliga-Saison 2016/17 planen oder aber auf den Aufstieg verzichten. Jeweils zwei Teams müssen dagegen in jedem Fall den Fahrstuhl in eine der sechs Regionalliga-Staffeln nehmen.

 

[Redaktion Raymund Stolze]

 

 

 

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