Vor 50 Jahren: Havanna 1966 – Ein Schachfest ohnegleichen

Nur die Bundesrepublik fehlte –  Die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland spielte zum ersten – und bis heute einzigen – Mal nicht bei einer Schach-Olympiade mit.

 

Vor 50 Jahren fand auf Kuba eine der bemerkenswertesten Schacholympiaden statt. “Havanna 1966” ist seitdem unter Kennern ein fester Begriff, zumal damals im Ost-Berliner Sportverlag ein reich ausgestattetes Turnierbuch zu diesem Anlass erschien. Der Autor der BERLINER SCHACHLEGENDEN, Michael Dombrowsky, erinnert im SCHACHKALENDER 2016 an das Ereignis und zeigt brisante Hintergründe zur Nichtteilnahme der Bundesrepublik auf. Mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Edition Marco bringen wir hier die Online-Version des lesenswerten Artikels. Ausführliche Informationen zum SCHACHKALENDER 2016 und zum Buch BERLINER SCHACHLEGENDEN finden sich auf der Website des Verlages: www.edition-marco.de

 

Dutzende Scheinwerfer tauchen den Platz der Republik in Havanna in  gleißendes Licttht. Schier endlose Tischreihen mit 6840 Schachbrettern und 218.880 Schachfiguren bilden den großartigen Rahmen für das Finale der Schacholympiade auf Kuba vor 50 Jahren. An jenem 19. November 1966 bilden die tausenden kubanischen Schachenthusiasten und die 371 Olympiateilnehmer eine Einheit, die den Leitspruch der FIDE „Gens una sumus“ eindrucksvoll mit einem Simultanrekord für das Guinness-Buch umsetzt. Bereits vier Wochen zuvor hatten die Veranstalter der 17. SchachOlympiade stolz auf einen Rekord verweisen können. Nie zuvor hatten so viele Mannschaften wie in Havanna an einer Olympiade teilgenommen. 52 Teams waren zum Kampf um Gold, Silber und Bronze angetreten, darunter natürlich alle starken Nationalmannschaften der Welt. Natürlich? Wirklich alle? Nein, ein Verband schaute nur zu. Die Vertretung der Bundesrepublik Deutschland spielte zum ersten – und bis heute einzigen – Mal nicht bei einer Schach-

 

Olympiade mit. Dabei hatten Wolfgang Unzicker (München), Klaus Darga (Berlin), Lothar Schmid, Helmut Pfleger (beide Bamberg), Dieter Mohrlok (Stuttgart) und Wolfram Bialas (Berlin) zwei Jahre zuvor in Tel Aviv mit dem Gewinn der Bronzemedaille Großartiges geleistet und der Sowjetunion mit einem 3 : 1 die höchste Niederlage ihrer Olympia-Geschichte beigebracht. Es hatte bis dahin für die UdSSR insgesamt nur einen weiteren Verlust gegeben, das 1,5 : 2,5 gegen Ungarn beim „Heimspiel“ 1956 in Moskau.*

 


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