Grigoriy Oparin über Grigoriy Oparin

Exklusiv für den Schachticker

Oparin
Nun, nicht alles ist exklusiv – ich beziehe mich auch auf ein Oparin-Interview von Eteri Kublashvili für den russischen Schachverband, daher stammen auch “neue” Fotos. Das wird vielleicht demnächst auch anderswo erwähnt – von einem Kollegen, der im Gegensatz zu mir bei Russisch nicht auf Google angewiesen ist.

 

Zur Erinnerung: Grigoriy Oparin gewann – ziemlich überraschend da nur Nummer 22 der Setzliste – die Russian Higher League. Im Artikel erwähnte ich, dass er gebürtiger Münchner ist und dass ich dazu recherchierte, “aber bisher erfolglos”. Nun weiss ich Näheres. Kollege Klaus Besenthal für Chessbase hatte wohl auch Wikipedia (oder eine andere Quelle), aber tat womöglich “aus Prinzip” nicht was ich machte: Oparin hier eine private Nachricht schicken. Es dauerte etwas (er schaut da vielleicht nicht täglich vorbei), neben der Antwort zu “warum gebürtiger Münchner?” bat ich Oparin um einige Sätze (“one/two/a few”) zu sich selbst und bekam mehr als ich unbedingt “brauchte”, zitiere das nun komplett:

 

“Guten Abend, Thomas! Danke für die Glückwünsche! Meine Eltern sind Physiker und arbeiteten damals am Max Planck Institut für Quantenphysik in Garching. Deshalb wurde ich in München geboren. Zwei Monate danach ging meine Familie zurück nach Russland. Im Alter von 4 Jahren brachte mein Vater mich in einen Schachverein. Mit 6 Jahren wurde ich Dritter der Moskauer Meisterschaft U10. 2004 bekam ich Bronze bei der Russischen Meisterschaft U8, 2005 gewann ich denselben Wettbewerb. September 2007 wurde ich Zweiter bei der Europameisterschaft U10. Seit 2008 spielte ich lieber bei den Erwachsenen und strebte nicht unbedingt nach (“didn’t really focus on”) Medaillen bei Jugendmeisterschaften. Am Jahresende 2009 hatte ich bereits drei IM-Normen aber bekam den Titel erst 2011 nachdem ich endlich Elo über 2400 hatte. Im Juli 2013 erzielte ich Silber mit Russland bei der Welt-Jugendolympiade U16. Einige Monate später gewann ich ein Open in Triest, erzielte meine dritte GM-Norm (und den GM-Titel). Im März 2014 landete ich bei der Europameisterschaft auf dem geteilten 10.-24. Platz aber … wurde “glücklicher” 24. und qualifizierte mich nicht für den Weltcup in Baku. Einen Monat später wurde ich russischer Meister der Altersklasse U21. Aber mein letzter Erfolg ist wohl der bisher grösste. Momentan studiere ich an der Russian State University for the Humanities (RSUH) “Fundamental and Applied Linguistics”. Neben anderen Fächern lerne ich Chinesisch 😀 . Best wishes, Grigoriy.”

 

Zu den Jugendeuropameisterschaften 2007 – Ergebnisse hier: Sieger U10 Alekseenko und die damals mit Oparin punktgleichen Yuffa und Antipov spielten auch in der “Higher League” aber landeten diesmal (weit) hinter ihm, ebenso der damalige Europameister U14 Sjugirov und der Bronzemedallist der Altersklasse U18 Rakhmanov. Bevor ich noch ein bisschen aus dem erwähnten Interview erwähne, das bei “Redaktionsschluss” des vorigen Artikels noch nicht verfügbare Siegerfoto:

 

Siegerehrung

 

Auf dem Treppchen links Kokarev, oben Oparin, rechts Fedoseev.

 

Als “Wendepunkt” im Turnier nannte Oparin nicht den Sieg in Runde 5 gegen Fedoseev, sondern den in Runde 4 “aus total hoffnungsloser Stellung” gegen Vavulin (er hatte in einem Najdorf-Sizilianer mit Schwarz “eigentlich” inkorrekt geopfert bzw. Material eingestellt). “Damit übernahm ich die Führung und sah, dass das Glück auf meiner Seite ist”. Das Superfinale bezeichnet er als “Chance, gegen viele starke Gegner zu spielen” und (lachend) “eher Training als Herausforderung”. Gegen Nepomniachtchi spielte er bereits Normal- und Blitzschach, gegen zum Beispiel Svidler und Grischuk bisher noch gar nicht. Mit Sergey Shipov arbeitete er während dem Turnier und insgesamt seit fünf Jahren – “sehr fruchtbar”. Mit Sergey Dolmatov nicht mehr so viel wie früher – “seit ich studiere habe ich nicht mehr so viel Zeit”. Seine nächsten Turniere sind im Juli die “Russian Cup Stages” (Normal- und Schnellschach) in Wladiwostok [mit Ausflug über die Grenze um sein Chinesisch zu üben?], im August ein Open in Abu Dhabi, dann die spanischen und kroatischen Mannschaftsmeisterschaften, “dann kommt fast schon das Superfinale”.

 

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