Schachcamp Groß Schönebeck 2016

Ein köstlich geschriebener Beitrag von Julia Marie Mätzkow

 

Immer wieder Schach

Immer wieder Schach

So meine lieben Freunde. Wer hätte es gedacht? Von mir gibt es mal wieder ein kleines Tagebuch über die nebensächlichsten Dinge, die bei einem Schachturnier so passieren. Diesmal schreibe ich es gleich an Ort und Stelle, und versuche mich aus zeitlichen Gründen kurz zufassen. Des Weiteren habe ich mir vorgenommen alle Aktivitäten mit Bildmaterial zu unterlegen, mal schauen, wie ich dem gerecht werde. Am 21.08.2016 bin ich in das Schachcamp nach Groß Schönebeck gefahren und habe dort bis zum 28.08.2016 verharrt.

 

Sonntag, 21. August 2016. Der Anreisetag. Was soll da schon groß geschehen? Man lernt die anderen Betreuer kennen. Ein großes Dankeschön an Nora, die echt gut mit Kinder umgehen kann und ohne die ich das alles wahrscheinlich gar nicht geschafft hätte. Die Kinder kommen, beziehen ihre Zimmer, essen Abendbrot und bemalen ihre T-Shirts. Also alles ganz normal! Aber denkste! Gleich am ersten Tag haben wir zwei mittelschwere Katastrophen: 1. Julia, ein recht aufgewecktes Mädchen, ärgerte einige Junges, die dies auch nicht auf sich sitzen lassen können. Und schon geht das Theater los. 2. Der große Kampf um die Badmintonschläger ist ausgebrochen und zwei Jungs werden handgreiflich und einer hat anschließend einen Bock. Aber was erwartet man auch von den 22 Kindern, die sich zu großen Teilen noch nicht kennen und in verschiedensten Altern sind.

 

Beim Baseball

Beim Baseball

Montag, 22. August 2016. Nachtrag vom Vortag: desnachts haben uns die großen Mädchen ganz schön auf Trapp gehalten. Solche Schnatterköniginnen! Außerdem haben sie das Gemeinschaftsbad in einem Zustand hinterlassen … dabei glaubt man doch, dass gerade die Großen wissen, wie man sich zu benehmen hat. Oder kann man auch das der Pubertät zuschreiben? Um 4 Uhr war die Nacht dann auch schon wieder vorbei, weil ein kleiner verweinter Geist in unser Zimmer kam und einen tierischen Krampf im Bein verspürte. Nora sei Dank, konnte der Kleine schnell wieder beruhigt werden und weiterschlafen. Ich hätte echt nicht gewusst was zu tun ist, da ich selbst noch keinen Krampf zu erleiden hatte.
Vormittags werden die Kinder in drei Gruppen (1.Computer; 2.Stufenhefte; 3.Bretter) geteilt. Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten bei den Betreuern, hat es sich aber schnell gelegt und die Zeit verfliegt wie im Nu. Der einzige Wehmutstropfen ist das Mittagessen, welches keinem der Kinder schmeckt. Doch am Nachmittag werden Muffins verteilt und alles ist vergessen.

 

Daraufhin laufen wir zum Weißensee. Die jüngsten (6 Jahre) klebten sehr an der Seite der Betreuer und wollen auch nach mehreren Versuchen, nicht von ihrer Seite weichen. Sie erzählen viel über ihre Familie und anderes was sie beschäftigt. Sie fachsimpeln auch gerne über eine mögliche Explosion der Erde, giftige Schlangen in Deutschland usw…. Eddy erzählte ganz gespannt von seiner Familie: „Ja mein Opa, der schmeißt den Hof! Der rockt sie alle!“ Friedrich rennt wie besessen, weil er schneller als ein Fahrradfahrer sein will. Anna will nur die hofeigene Katze streicheln. Juri hat seine Badehose auf dem Bauernhof liegen lassen und erklärt vorher noch ganz stolz den Rucksack selbst gepackt zu haben. Maurice ist den ganzen Tag am Essen. Ich verstehe nicht, wie so viel in ein so kleines Kind passen kann. Jona hat keine Lust in den See zu springen, aber Karten müssen unbedingt gespielt werden. „Noah, der Fahrradfahrer kommt wirklich von hinten!“, schreit ein weiteres Kind. So kommen viele lustige Sprüche der Kinder zusammen, die man viel zu schnell wieder vergisst.

 

Vorbereitung aus Peter Harbachers 65. Geburtstag

Vorbereitung aus Peter Harbachers 65. Geburtstag

Dienstag, 23. August 2016. Herr Harbach hat Geburtstag und die Kinder haben gemeinsam mit einer ortsansässigen Sängerin ein Geburtstagslied einstudiert. Zuvor sind sie noch mit Familiycars gefahren und haben Baseball gespielt. Das Spiel ist so schwer zu verstehen … Nimm die Keule, hau auf den Ball und renne???? Naja, unsere beiden jüngsten Teilnehmer haben es auch nicht verstanden und durften zu ihrer großen Enttäuschung auch nicht mitspielen. und ausgerechnet eines der beiden Kinder wird verletzt…. Als Zuschauer bekommt er Nasenbluten…
Am Abend freuen sich die Kinder sehr, dass sie nochmal auf den Spielplatz dürfen und dass sogar die Betreuer Fangen mitspielten. Ich war ganz schon außer Puste, die sind ja soooooo schnell. Am Abend werden noch Überraschungseier ausgeteilt. Die Kinder wollen unbedingt das Experiment aus der Werbung nachstellen und wir sagten: Wenn Herr Harbach rein käme,  hätten sie gewonnen. Tapfer legen sie ihre Eier zur Seite. Und endlich kam er in den Raum und alle Kinder hatten das Experiment bestanden. Die Freude war groß. Doch wir hatten kein zweites Überraschungsei, da machte sich ein klein wenig Enttäuschung breit.

 

Mittwoch 24. August 2016. Der Tag auf den sich alle gefreut haben. Endlich geht es in den Kletterpark. Juri hat Angst etwas falsch zu machen und 0002bleibt deshalb ganz dicht bei mir, obwohl er viel schneller und besser klettern kann. Die beiden Jüngsten verstehen das Sicherungssystem noch nicht und werden verwarnt, was sie gar nicht verstehen können. Maurice umarmt die Bäume, da er die Höhe nicht ausstehen kann. Emily traut sich nicht über die Längsbalken und vergisst, dass sie gesichert ist und ihr nichts passieren kann. Cyrill und Bela sind gleich auf der schwersten Strecke. Und anschließend werden Wassermelone und Kekse verteilt, die so schnell weg sind, dass man gar nicht so schnell gucken kann.

 

Donnerstag 25. August 2016. Schon Tage vorher hat mich Anna angesprochen, wann denn endlich das Töpfern wäre. Und nun ist sie mit ihrem Turm überhaupt nicht zufrieden und ist gar nicht zu beruhigen, da keine Zeit mehr bleibt eine neue Figur zu erschaffen. Zeitgleich werden Postkarten mit lustigen Schachmotiven ausgeteilt, die die Kinder gestalten und absenden dürfen. Liebe Eltern, Sie werden die Karten sicher erkennen. Einige Kinder wissen gar nicht, an wen sie die senden sollen: Mama, Papa oder doch lieber Oma oder Opa. Die Entscheidung fällt echt schwer. Zuvor dürfen wir uns noch die EDEKA-Baustelle anschauen. Es stellte sich schnell heraus, es handelt sich dabei gar nicht um eine Baustelle, sondern um eine Ausgrabungsstätte. Es ist sehr heiß und einige Kinder k0005önnen sich nicht konzentrieren. Andere fragen wissbegierig alles. Ein großes Dankeschön an das Team, das geduldig alles erklärt und Freya einen Stein sowie Maurice einen Nagel schenkt.

 

Auch Töpfern will gelernt sein

Auch Töpfern will gelernt sein

Freitag 26. August 2016. Erneuter Nachtrag vom Vortag: Nora und ich schnatterten ein wenig, da die Kinder nun schliefen. Plötzlich hörten wir leises Winseln nach der Mama. Sofort war Nora aufgesprungen, um nachzusehen. Dann Kreischen. Jona kam ganz verweint in unser Zimmer. Später fragten wir ihn was los war und er erklärte uns, dass er geschlafwandelt und dann gegen den Schrank gelaufen sei und aufgewacht war.
Heute ist der letzte Tag, an dem Schachtraining gegeben wird. Zu diesem Anlass kommt Maximilian Mätzkow zu uns und acht ausgesuchte Kinder dürfen den Vormittag über mit ihm trainieren. Maurice will sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und hat Jona bestochen,  so dass er wechseln konnte. Maximilian spricht etwas zu leise. Doch die Kinder trauen sich nicht zu fragen… So groß ist der Kleine schon.
Der Vizefernschachweltmeister spielt am Nachmittag noch ein Simultanturnier. Maurice spuckt wie immer große Töne und hat dann leider verloren. Emily stand ganz stolz besser als der Vizefernschachweltmeister und hat dann einen kontraproduktiven Zug gefunden und spielt nur Remis. Sie musste ganz schön unter dem Spott der Jungs leiden. Die sollen das doch erst Mal besser machen! Denn es gab nur noch ein weiteres Remis gegen Anna. Für diese Leistung wurden die Mädchen mit einem Stückchen Schokolade belohnt. Auch wenn Alex nicht verstehen kann, dass er nicht auch eines bekommt.

 

Samstag 27. August 2016. Das Turnier ist gestartet. Die Kinder werden in zwei Gruppen geteilt: die etwas Stärkeren und die etwas Schwächeren. Am gleichen Tag ist auch noch die Siegehrung der zweiten Gruppe. Die stärksten Sechs dürfen aufsteigen und bei der ersten Gruppe mitspielen, denn die schreiben schon auf. In der zweiten Gruppe sind einige kuriose Dinge passiert. Einige der Kinder vergessen die Uhr zu drücken. Ist noch nicht schlimm. Aber Jona kommt und drückt die Uhr von Alex und Max-Heinrich verlangt dafür einen Sieg zugesprochen zu bekommen, da in die Partie nicht eingegriffen werden darf. Oder Maurice bezichtigt alle zu schummeln und schummelt dann selbst. Juri ist auch ganz groß darin den Figuren neue Gang-Arten beizubringen. Oder Anna schreit gleich los, wenn sie glaubt, dass der Gegner einen Fehler gemacht hat. Außerdem muss noch echt hart geübt werden, dass alle ihr kleines Mäulchen im Spielsaal halten.

 

Beim Baden

Beim Baden

Nora kann die Enttäuschung von Dienstag nicht aushalten und hat den Kinder selbst Eier gemalt und diese mit Gummitierchen gefüllt. Eigentlich möchte sie diese schon am Vortag austeilen, jedoch hatten sich einige Kinder dermaßen daneben benommen, dass sie die Kinder dafür nicht auch noch belobigen mag. Dafür ist die Freude bei den Kindern noch größer.

 

Sonntag 28. August 2016. Endlich sehen alle ihre Eltern wieder. Tjalda verdreht sich vor lauter Vorfreude den Arm an der Stange. Alex wird von einer Biene gestochen und erklärt ganz stolz: „Es tut weh! Ich habe, aber nicht geweint!“ Maurice war zu lange in der Sonne und klagt über Kopfschmerzen und Übelkeit, so leise habe ich das kleine Kerlchen die ganze Woche nicht erlebt. Anna macht es Tjalda gleich. Es ist schon schön die Kinder wieder abgeben zu können. Bei manchen bin ich aber auch richtig traurig, da ich sie am liebsten adoptiert hätte. Aber allem in allem war es eine anstrengende und schöne Woche. Ich würde es jederzeit wieder machen, denn alle Kinder, die nicht nach meiner Pfeife tanzen, kann ich am Ende der Woche wieder zu ihren Eltern schicken. Ja liebe Eltern, das können Sie nicht tun….

 

Auch Fernschachweltmeister müssen sich anstrengen

Zum Schluss noch ein Turnier

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