Mischa Tal hätte seine Freude gehabt

Stefan Löffler schreibt auf dem Schachblog der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 

Copyright: Croes, Rob C. / Anefo

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Größen der Schachgeschichte Turniere zu widmen, das hat Tradition. Das gilt vor allem in Russland, wo auf diese Weise immer mal wieder des ersten russischen Weltklassespielers Michail Tschigorin, des ersten russischen Weltmeisters Alexander Aljechin und des Patriarchen des sowjetischen Schachs Michail Botwinnik gedacht wird. Mit einem armenischen Sponsor kommt auch mal Tigran Petrosjan ins Spiel. Doch kein Name steht so hoch in der Gedächtnispolitik wie Michail Tal.

 

Von Kollegen und Freunden wurde er Mischa genannt, von den Journalisten der „Hexer aus Riga“, weil er am Brett nicht nur kombinierte, was das Zeug hielt, sondern oft am Rande der Korrektheit und darüber hinaus Figuren opferte, und weil es einfach nicht mit rechten Dingen zugehen konnte, sondern wohlmöglich mit seinem stechenden Blick zu tun hatte, dass er damit meistens durchkam. 23 Jahre alt löste er 1960 Botwinnik als Weltmeister ab, verlor aber im Jahr darauf den Revanchewettkampf. Bis Mitte der Achtzigerjahre blieb er in den Top Ten der Weltrangliste.

 

Nun in neuem Glanz

 

Als Kind war Tal oft krank und daher hatte er Schach überhaupt gelernt. Seiner schlechten Gesundheit zum Trotz rauchte und trank er und ließ keine Party aus. Schon todgeweiht, weil seine Organe versagten, stahl er sich im Mai 1992 von der Intensivstation eines Spitals, um die Moskauer Blitzmeisterschaft mitzuspielen… Weiterlesen

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