Deutschland-Cup 2016 in Wernigerode am Brocken beendet

Tolles Schach und herrlicher Kurzurlaub – Ein Beitrag von Ralf Mulde

 

Dieses Turnier ist im Angebot des DSB einzigartig – und es ist nie ganz klar, ob die zum Teil ganz erstaunlichen Leistungen der Wettkämpfer in zwölf Leistungsgruppen (was eine sehr tiefe und dajuergen-juhnke-_-turniersiegermit für jeden chancenreiche Staffelung ist) im Vordergrund stehe oder das phänomenale und jedes Jahr wechselnde Rahmenprogramm, das für viele ganz sicher ein wichtiger Grund ist, an diesem Turnier teilzunehmen – zu diesem Preis und in so netter Umgebung wird man eben nie wieder durch historische Städte und Stätten wie Quedlinburg, Goslar geführt und kann die Klöster Drübeck, Gernrode und Hasseröder kennen lernen … Moment, das war schon die Brauerei-Besichtigung.

 

Im knallharten Wettkampf-Schach siegte Jürgen Juhnke! In der zusammengelegten Gruppe 1&2 (DWZ 2000 bis 2199) kam der Hannoveraner mit dem 2175-Rating vom Ldeutschlandcup_200ister Turm auf großartige fünf aus sechs! Er ließ damit die nächsten Konkurrenten Prof. Dr. Friedbert Prüfer (2142, Engelsdorf / Leipzig, Mathematisches Institut / Geometrie ebenda) und Micha Bahmann (2023, Schwäbisch Hall – auf diese Steine können Sie bauen) mit deren 4,0 Punkten fast im Nebel des herbstlichen Brocken stehen.

 

Der Brocken ist ja so was wie der Kilimandscharo des Harz, zwar ohne Hemingway als Erzähler, dafür aber mit maffzig Hexen, Klöstern – und Schachspielern. Er bildet die Kulisse und Mythenwelt dieses Turniers und wird natürlich auch immer wieder “erstürmt”, bei ebenso natürlich schlechtem Herbstwetter. Hält aber keinen ab. Knallhart, diese Schachspieler.

 

Dr. Hans-Dieter Maetzing

Dr. Hans-Dieter Maetzing rechts im Bild

Dr. Hans-Dieter Maetzing (1798, Narva Berlin) ist der Nächste mit akademischem Titel, der die Reihe der Sieger schmückte. In der Gruppe 5 (DWZ 1700 bis 1799) schloss er sein Turnier mit grandiosen fünf aus sechs ab. Diese wirklich erstaunliche Leistung gelang auch Frank Erdmann (1560), Taucha, der auch ganz ohne Titel-Ballast in der Gruppe 7 (DWZ 1500 bis 1599) mit fünf Zählern nahezu durchmarschierte.

 

In die Riege der “akademischen Sieger” reihte sich auch Mathematiker Dr. Irmin Meyer, 1823, Werder Bremen, ein, der mit soliden 4,5 Punkten die Gruppe 4 (DWZ 1800 bis 1899) gewann, sogar gefolgt vom nächsten dottore: Dr. Werner Freier, 1833, Hildesheimer SV, wurde mit 4,0 Punkten guter Zweiter dieser Gruppe.

 

Peter Wessollek (1470, Lok Gymnasium Pritzwalk) stellte mit seiner Leistung aber alle in den Schatten, denn er schaffte mit 5,5 Punkten aus den nur sechs Partien schier einen Gipfelsturm in der Gruppe 8 (DWZ 1400 bis 1499). Seine Fünfeinhalb ist die höchste Punktzahl aller 163 Turnierteilnehmer; 100% gelangen keinem. In gewisser Hinsicht ist Peter Wessollek also Sieger des Turniers, oder? Nur Peter Knöchel (1192, Schach-Club Wittstock) kam mit 5,0 Zählern in der Gruppe 11 (DWZ 1100 bis 1199) noch in die Nähe dieses Ergebnisses.

 

Nun zu den Frauen, Mädchen, Amazonen:

 

Annika Kirsten

Annika Kirsten

Die gute Nachricht ist, sie werden immer besser. Die nicht so gute lautet, so richtig viele sind es noch immer nicht. Diejenigen, die an den Start gingen, machten allein damit aber schon alles richtig und unter ihnen stachen einige besonders heraus: Annika Kirsten (SG Schöningen, 1419) schloss in der Gruppe 8 (DWZ 1400 bis 1499) auf dem sechsten Platz mit 3,5 Punkten zwar unauffällig ab, wurde aber in den ersten Runden “verdächtigt”, ganz nach oben durchstarten zu können. Recht ähnlich war es bei Sabine Schoknecht (Hamburg, 1536), die mit 3,5 Pkt. und dem siebten Platz der Gruppe 7 (DWZ 1500 bis 1599) ebenfalls knapp davor stand, Pokale, Medaillen, Urkunden oder einen beglückwünschenden Händedruck des Breitenschach-Chefs Hugo

Felicitas Ophelia Köllner

Felicitas Ophelia Köllner

Schulz zu gewinnen, aber eben: Davor.

 

Felicitas Ophelia Köllner (1615, Bergneustadt / Dersch – genau, sie hat noch zwei Brüder und einen schachaktiven Vater) kam auf 2,5 Punkte, allerdings in der Gruppe 6 (DWZ 1600 bis 1699) und wurde damit als Gruppenhöchste die “Bestfrau” am Brocken 2016. Aber auch andere haben Geschwister, so zum Beispiel Felicitas, Patricia und Samuel Maar aus Fuldatal. Die Schwestern sind Zwillinge, teilten beide in Gruppe 10 (DWZ 1200 bis 1299) aus … Felicitas Maar (1230) siegte mit schönen 4,5 Punkten – eine Dame im Turnier wurde nun also doch Erste, übrigens in beneidenswertem Stil. Ihre Schwester Patricia Maar (1240) leistete sich einen Ausrutscher mehr – was in grandiosen Bergregionen bekanntlich nicht ungefährlich ist – und schloss mit 3,5 Pkt. auf Rang 7 hoch respektabel ab.

 

WICHTIG! Der Deutschland-Cup 2017 findet vom 29. September bis 4. Oktober 2017 im HKK Hotel Wernigerode****, Harzer Kultur- & Kongresshotel, Pfarrstr. 41, 38855 Wernigerode statt.

 

 

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