DSAM Bad Soden 2016

Bad-Soden wieder ein großer Erfolg – Ein Beitrag von Ralf Mulde

 

Bernd Wronn

Bernd Wronn

Turnierseite

Gerade lesen wir von Franz Jittenmeier Aufmunterndes auf dem Schachticker: „… Amateurmeisterschaft. Die läuft zur Zeit mit großem Erfolg (360 Teilnehmer) in Bad Soden. Die Macher dieser Meisterschaft sind Profis. Anders ist der Erfolg nicht zu erklären. Da stimmt einfach alles.“ Wobei er mit „Profis“ natürlich keinen Geldfluss meint. Aber ansonsten stimmte eigentlich alles. Nur die Sieger kannte er noch nicht, der Franz. Und da hatte er Erhebliches verpasst! In der Gruppe A (DWZ / ELO 2101 – 2300), sozusagen der Bundesliga der DSAM, siegte nämlich in nie dagewesener Manier Bernd Wronn, St.Pauli (sollte man bei deren Kickertruppe gar nicht glauben) mit HUNDERT Prozent! Für diejenigen, die außerhalb Bayerns und Sachsens zur Schule gingen: Der Bernd Wronn hat demnach ALLES, jede einzelne Partie gewonnen. Jeweils 1-0, was ja doch ein bisschen langweilig wirkt, ein 2-0 oder 3-1 hätte er ja doch einmal einstreuen können. Jedenfalls: Am Ende „fünf aus fünf“.

 

Der danach folgende Spieler, gemeint ist der direkt danach Folgende, hatte zwei Punkte Abstand! Das war der an Eins gesetzte Bulgare Topa… nein, Georgi Tomov. Bernd Wronn wies – zu Beginn des Turniers … – „nur“ Elo 2107 (DWZ 2038) auf, hoffnungslos ganz unten in der Setzliste Ratinggruppe zwischen 2101-2300. FM Tomov hingegen ist aktuell bei der FIDE mit Elo 2276 verzeichnet.

 

Barbara Hund

Barbara Hund

Auch in der Gruppe C reüssierte ein Spieler mit ausländischem Pass, wie sich dieses Turnier überhaupt erfreulich bunt und international präsentierte, was nicht nur an dem Schweiz-Trikot von WGM Barbara Hund lag, der besten Dame des Turniers. Radu-Liviu Munteanu, ohne Elo, ohne DWZ, aber mit Kenntnissen des Spiels, genügte ein Schlussrunden-Remis, um die Gruppe C (1701 – 1900) mit 90% = 4,5 Punkten zu gewinnen.

 

Jonathan Grunwald

Jonathan Grunwald

Und für die jungen Herren: König der E-Gruppe wurde der 2003 geborene Jonathan Grunwald, der mit 4,5 Punkten und einem halben Punkt Vorsprung einen ungefährdet erscheinenden Gruppensieg erspielte. In den unteren Gruppen spielten sich ansonsten besonders die Damen in den Focus, landeten aber ganz am Ende doch nicht alle auf den schönsten Rängen. Weil die 19jährige Annika Denz, die 12jährige Victoria und ihre Schwester Margarethe Wagner und Julia Peschel aber großteils das gesamte „schachliche Leben“ erst noch weit vor sich haben, darf man aber auf einen Zuwachs an „Turnierhärte“ hoffen.

 

Einige unsere DSAM-Damen sind schon in der Zweiten Damen-Bundesliga zugange, WGM Barbara Hund darf als Vorbild für weiteres Streben dienen, ihre Tochter Sarah ebenso, … es wird natürlich ein wenig dauern, aber natürlich werden die deutschen Schach-Damen internationales Niveau erreichen. Und diejenigen, die in der DSAM die Nase vorn hatten, könnten mit dazu gehören. Die Musitschuks, Kostenjuks und Pogoninas dieser Welt sind tolle Spielerinnen, aber erstens werden die auch mal älter und zweitens sind sie ja nun keine Zauberinnen – eilt ihnen nach wie es in den 30er Jahren schon Sonja Graf gelang!

 

 

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