Annmarie Mütsch (14) gewann DASM in Aalen 2016 !!

„Wir hatten schon eine lange Reihe großartig spielender Sieger, aber die 14jährige, die in der A-Gruppe das Turnier gewinnt, das erlebt die DSAM zum ersten Mal“, freute sich der Turnierdirektor der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft DSAM, Dr. Dirk Jordan aus Dresden (der Mann mit dem Stollen zum Fest).

Annemarie Mütsch

Annemarie Mütsch

In Aalen legte Annmarie Mütsch zwei Siege vor und rundete ihr tolles Christkindl-Kunststück mit drei Remisen ab. Es war ja Wochenende und fast Weihnachten, da zeigte die blonde Eppingerin eben doch mal ein wenig Gnade mit den Kerlen. Ein erster Ansatz zur Entwicklung ihres Talents: „Der Sport spielt in Eppingen eine große Rolle … Dazu gehört die 1. Mannschaft des Schachvereins SC Eppingen, die mehrmals in der 1. Schachbundesliga gespielt hat.“ [Wikipedia] Der Apfel fällt eben nicht weit vom Weihnachtsbaum!

Wer bezüglich dieses tollen Erfolgs jetzt an eine Eintagsfliege glaubt, sei darauf hingewiesen, dass die A-Gruppen-Siegerin (gut, es war erst ein Quali-Turnier) schon ein paar Tage zuvor im Fürther Pyramiden-Cup märchenhaft spielte und Achte wurde, wobei sie gegen 2500er GM’s in Konkurrenz stand (einige Partien daraus haben wir auch). Wir sind begeistert und finden es doch ganz richtig, dass die Mutter und Annmarie mental stets ein wenig auf die Bremse treten.

Aber die Badenerin hat in Württemberg ja nicht allein gespielt. Dann könnte es ja auch jeder … In der A-Gruppe schlossen neben Annmarie Mütsch vier weitere Spieler das Turnier mit 3,5 Punkten ab, nämlich Holger Scherer, Holger Namyslo, André Fischer und Claus Pitschka. Die Feinwertung gab den Ausschlag. Bester Aalener war Dr. Stefan Egle, der mit 3,0 Punkten Sechster wurde und sich damit für das Finale am 15.-17. Juni 2017 in Niedernhausen bei Wiesbaden und Mainz qualifizierte.

Das Team

Das Team

Selbstverständlich hofft spätestens jetzt jeder Leser, dass wir eine hübsche Tabelle mit allen 253 Teilnehmern auffächern und jeden Buchholzpunkt einzeln besprechen. Aber, ach!, auch zu Weihnachten, der Gnaden bringenden Zeit, geht nicht jede Hoffnung in Erfüllung. Die Turnierübersicht mit absolut jedem Ergebnis, allen Namen und myriaden Bildern von Ingrid Schulz ist nur einen Klick von Dir entfernt:

Aber über Herausragendes wollen wir nicht hinweg gehen:

1.) Er sauste von Sieg zu Sieg, zwei aus zwei, drei aus drei, vier aus vier, sozusagen die Lokomotive der D-Zug-Gruppe, aber in der letzten Runde der D-Gruppe hatte Erkan Taskor (DWZ 1656, Elo 1674) dann doch gnadenreiches Erbarmen: remis. Mit grandiosen 4,5 Punkten und überzeugenden Partien entschied er dieses Quali-Turnier für sich. Wir schauten natürlich nach: Er ist 1970 geboren, spielt in Frankfurt bei der „Turn- und Sportgemeinschaft Frankfurt Niederrad 1898“ und hat schon seit 2014 in zahlreichen DSAM-Turnieren in Bad Soden und Aalen schöne Erfolge. Weiter so!

2.) Der Verein Schramberg-Lauterbach war mit 9 Spielerinnen und Spielern zum Teil jüngsten Alters im Turnier voll mit dabei, kam allein in der F-Gruppe mit drei Spielern unter die besten 6 und ist im Schwarzwald weltbekannt.

[ Schramberg-Lauterbach http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.sonstige-fuenf-vereine-vertreten.d147b390-9cd4-480b-8932-8a2aa609c6ba.html ]
Kaminfeuer

Kaminfeuer

3.) Die Spülvereinigung Stetten hat ausweislich der eigenen Homepage [ http://spvggstetten.de/wordpress/?page_id=2879 ] ein Trainingsprogramm für Jugendliche, Kinder und natürlich auch für Opas wie den Autor dieses Textes, wie ich es noch nie gesehen habe. An jedem Tag der Woche, mit je drei Gruppen – toll. Und nicht „nur“ die reine Mitgliederzahl ist der verdiente Lohn dieses vorbildlichen Aufwands, sondern eben auch die Erfolge. In ähnlicher Weise sind die rotweißen Schachfreunde zum Beispiel in Freders- / Vogelsdorf bei Berlin aktiv und auch da werden nun tolle Partien gespielt. Man muss nicht immer nur die Erfolge zählen, angeblich soll Schach ja Spaß machen, aber Siege verstärken die Spielfreude eben doch sehr.

Es war DSB-Chef Herbert Bastian, der sich in den vergangenen zwei Jahren einigen Unsinn – um es milde zu sagen – über seine Idee anhören musste, Schach für Frauen, Mädchen, Omis, Girlies und Damen mehr als bisher zu fördern; ganz einfach, weil es nicht sein kann, dass Frauen rund die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, aber weniger als 10% der gelisteten Vereins-Spielerinnen, von den real aktiven ganz zu schweigen. Es ist ja offensichtlich, dass hier für die Vereine bzw. für die deutsche Schachbewegung insgesamt riesige Potenziale sind, die eben nur noch nicht erschlossen wurden (warum fällt mir gerade jetzt der Vorname „Melanie“ ein?) – durch Clubs, die ihr Innenleben und das Auftreten ihrer Herren den Mädchen gegenüber ein wenig anpassen könnten, durch schachliche und außerschachliche Angebote, …

Patricia Maar

Patricia Maar

In der DSAM gibt es in jeder Gruppe einen Final-Qualifikationsplatz für eine Dame (Alter egal), damit am Ende in einer vernünftigen Konkurrenz die „Deutsche Frauen Schach-Amateurmeisterin“ ermittelt werden kann. Selbstredend könnten sich auch weit mehr als nur eine qualifizieren. In der A-Gruppe litt WGM Barbara Hund lange darunter, dass keine andere ein Rating aufwies, das sie A-kompatibel gemacht hätte, so dass die Damenkonkurrenz eigentlich immer erst eine Klasse, zuerst gar zwei, darunter begann. Das ist deutlich besser geworden, was nicht nur Herbert Bastian freuen wird.

In der A-Gruppe der DSAM Aalen spielten nun schon drei starke Frauen mit, nämlich die hier schon einmal flüchtig erwähnte Annmarie Mütsch, die WGM Barbara Hund und die WFM Heike Vogel. Die vierte stellte sich dann doch als die Hoteldirektorin heraus. In anderen DSAM-Turnieren waren Teodora Rogozenco, Sandra Ulms und Danijela von Wantoch-Rekowski mit dabei, um nur einige zu nennen, will heißen: in dieser Turnierserie bewegen die Mädels sehr viel und vermutlich funktioniert das auch andersrum. Wir Kerle dienen Euch ja gerne als Sparringspartner …

Schon in wenigen Tagen geht’s weiter, nämlich ab dem Dreikönigstag (6. Januar) in Bergedorf bei Hamburg https://www.ramada-cup.de/hamburg/ und mit Dir dann natürlich auch im Finale in Niedernhausen bei Wiesbaden, Mainz und Acapulco (15. Juni) https://www.ramada-cup.de/niedernhausen/ . Beides im Jahr 2017. Und deshalb wünscht das Team der DSAM allen deutschen Schachspielern ein Frohes Fest und einen Guten Rutsch und ein angenehmes Jahr 2017. Möge Dir Caissa ein Lächeln schenken.

Turnierseite

 

Ein Beitrag von Ralf Mulde

Die Fotos sind von Ingrid Schulz

 

Einige interessante Partien von Annemarie Mütsch

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Veröffentlicht unter DAM |