Bildergalerien aus Katar (WMs im Schnell- und Blitzschach)


Ausserdem unten im Artikel auch Elo-Zahlenspielereien, womöglich relevant für die Chess Tour 2017. Bei Turnieren mit vielen Teilnehmern und daher vielen Fotos gibt es mitunter noch einen “Big pictorial report” Nachtisch, so auch diesmal. Alle Fotos wieder von Maria Emelianova/Turnierseite – wahllos ausgewählt oder auch nicht. Teilweise Spieler, die in den Turnieren auffielen – sei es schachlich, sei es auf eine andere Weise – obwohl nicht alle am Ende Medaillen bekamen. Einige haben auch nicht mitgespielt, die Herren auf dem Titelbild kenne ich nicht namentlich. Titelbild wird es, da als eines von wenigen im Hochformat und damit nicht Galerie-kompatibel. Wo wurde das Turnier eigentlich ausgetragen? In Doha, Katar am Persischen Golf, deshalb … .

Ebenfalls nicht mitgespielt hat ein Herr, der im Normalschach nur oder immerhin Elo 2203 hat (Schnellschach- und Blitzelo: Fehlanzeige). Peter Doggers hat gewisse Parallelen zu z.B. Nakamura oder Aronian: mal rasiert er sich, mal nicht – in Doha war sein Rasierapparat vielleicht mal wieder kaputt oder er hatte nicht den passenden Adapter im Reisegepäck. Seine Rolle vor Ort: er redete und liess die Grossmeister reden, auch das war Teil des Turniers. Ein gelegentliches Fotomotiv auch: gute Laune zwischen Spielern vor bzw. nach den jeweiligen Runden. Das ist nun genug Vorrede, Fotos getrennt nach Schnell- und Blitzschach auch wenn das eher keine Rolle spielt:

Schnellschach

Kleiderordnung gab es offenbar nicht, es sei denn man hat – wie Carlsen – Sponsorverpflichtungen. Besonders bunt trieben es Anand und vor allem Aronian, Grischuk trägt auf dem ersten Foto mal wieder sein Lieblings – T-shirt: Aufschrift (in der verkleinerten Version kaum erkennbar, auf das Bild klicken dann erscheint es grösser) “SHOW ILLUSION CURIOUS INCIDENTS”. Einige haben sich rasiert, andere nicht. Nepomniachtchi tatsächlich im Interview mit dem norwegischen Fernsehen – ausser Carlsen interessieren sie offenbar auch dessen Kumpels!?

Blitzschach

Da etwas mehr zu einigen Fotos/Personen: Der Ägypter Ahmed Adly, Juniorenweltmeister 2007, hat im Normalschach relativ “durchschnittliche” Elo 2597, im Blitz hatte er dagegen beachtliche 2733 – damit war er Nummer 20 der Setzliste, vor bekannteren Namen wie z.B. Dubov (später Bronze), Leko, Morozevich oder Wojtaszek. Dieses Turnier lief allerdings, nicht nur gegen Carlsen, nicht nach Wunsch – 11/21 bedeutete Platz 43 und kostete 38 Blitzelopunkte. Einige Erfolgserlebnisse hatte er, u.a. Sieg in Runde 8 gegen Levon Aronian (international bekannt) und zuvor zum Auftakt gegen Rasmus Svane (beim deutschen Publikum bekannt). Svane landete am Ende etwa da, wo er laut Setzliste hingehörte: an 74 gesetzt wurde er mit 9,5/21 77. .

Auf dem nächsten Foto zwei Inder, einer bekannt einer noch relativ neu in der Schachszene. Santosh Gujrathi Vidit, u.a. Sekundant von Anish Giri, spielte erstmals gegen einen gewissen Vishy Anand. Es wurde ein korrektes ausgekämpftes Remis mit anschliessender Analyse. Anschliessend remisierte Vidit auch gegen Nakamura, dann setzte es vier Niederlagen und am Ende war es mit 10,5/21 für ihn ein recht gutes Turnier. Im Schnellschach war er dagegen, jedenfalls für seine derzeitigen Verhältnisse, überragend: 9,5/15 (u.a. Siege gegen Wojtaszek, Vachier-Lagrave und Radjabov) bedeutete Platz 8 für den 51. der Setzliste – nach Wertung vor u.a. Aronian und Dominguez, nach Punkten vor u.a. Anand, Karjakin, Vachier-Lagrave, … .

Als nächstes der Kroate Marin Bosiocic, der anfangs Furore machte und dann doch zurückfiel. In der Erfolgsspur (zunächst 10,5/14) besiegte er u.a. Nakamura, Dubov, Jobava und Leko, danach noch 0,5/7.

Zu Magnus Carlsen kein Kommentar – beim Publikum bekannt und im Turnierbericht bereits ausführlich besprochen. Saleh Salem hatte fast Heimspiel, die Vereinigten Arabischen Emirate sind quasi um die Ecke. Gegen Carlsen verlor er, gegen einige andere der Kategorie 2700+ auch, auf der Habenseite dagegen Siege gegen Nakamura, Mamedyarov, Grischuk, Ivanchuk und Nepomniachtchi. Am Ende 12.5/21, Platz 13 (an 44 gesetzt) und 104 Blitzelopunkte dazu gewonnen. Ein bisschen mehr Elodaten zum Ende des Beitrags, hier nur noch der andere Elosieger und der grösste Eloverlierer: Mchedlishvili aus Georgien gewann satte 108 Punkte, Amonatov aus Tadschikistan verlor deren 103.

Das Damenturnier auch ein bisschen fotografisch erwähnt. Daniil Dubov – verdiente Bronzemedaille nach Tiebreak. Grischuk, Ivanchuk, Karjakin – immer fotogen. Nakamura nun glattrasiert – so lief es besser als bärtig im Schnellschach. Sein Gegner Levan Pantsulaia aus Georgien wusste im Blitzturnier, wo er hingehört: Platz 57 für den 57. der Setzliste. Im Schnellschach wurde er, an 56 gesetzt, 61., war aber lange weit vorne mit dabei (6/8, dann noch 1/7). Im Blitzen hat er seine am Ende 50% gleichmässiger über die Runden verteilt.

Vallejo-Carlsen 0-1, danach sagte der Spanier vielleicht “ich wollte verlieren, hat doch prima geklappt!” – ob Carlsen wenigstens “ähm äh dankeschön” sagte ist bei der Redaktion nicht bekannt.

Noch kurz zu neuesten Elozahlen im Schnell- und Blitzschach, jeweils nur (ex-)top10 auch wenn sich weiter unten auch einiges tat. Im Schnellschach liegt Carlsen weiterhin vorne, auch wenn er 10 Punkte verlor. Hinter Carlsen (2896) drängeln sich Ivanchuk (2827), Mamedyarov (2825), Grischuk (2822), Nepomniachtchi (2819), dann eine gewisse Lücke zu Dominguez (2803). Kramnik mit 2798 auf Platz sieben – sein Match gegen Hou Yifan wurde doch noch ausgewertet, das hat 2700chess.com noch nicht registriert. Eloverlierer sind Nakamura (gerade noch top10), Anand, Karjakin und Vachier-Lagrave (nicht mehr top10).

Im Blitzschach tat sich auch einiges: Carlsen wieder Nummer eins, auch Karjakin hat den in Katar fehlenden Ding Liren überholt und ist nun Nummer zwei, zuvor war er Elfter. Neu in der top10 auch Andreikin (in Katar auch nicht dabei, stattdessen machte er Weihnachtsurlaub in Skandinavien, aber davor wurde er Blitz-Europameister), wieder in der top10 Grischuk, neu in der top10 Dubov. Da es immer genau zehn top10 Spieler gibt, mussten einige ihre Plätze freigeben: Nepomniachtchi nun von sechs auf dreizehn, Artemiev von drei auf sechzehn, Mamedyarov von neun auf 22, Aronian von fünf auf 28.

Das alles kann direkt Konsequenzen haben, da die Chess Tour angekündigt hat, auch Schnellschach- und Blitzelo bei Einladungen zu berücksichtigen. Schon heute gibt es die neuesten FIDE-Elolisten, morgen gibt es offenbar auch das Chess Tour Produkt “Universal Rating System”. Womöglich müssen sie alles noch einmal neu berechnen und Blitzelo so wenig wie irgend möglich einfliessen lassen – Ivanchuk, Mamedyarov, Nepomniachtchi und Dominguez wurden bereits als mögliche Teilnehmer genannt, Karjakin ist dagegen eher nicht willkommen.

Kurz zu den Damen: Im Schnellschach gibt es eine neue Nummer eins: Hou Yifan und Anna Muzychuk haben nun beide Elo 2611, aber Muzychuk ist gleicher – sie spielte in Doha 12 Partien, Hou Yifan gegen Kramnik nur deren fünf. Eigentlich waren es acht, aber die letzten drei wurden nicht ausgewertet da Kramnik bereits als Sieger feststand. Für die FIDE hat Kramnik 4,5-0,5 gewonnen, nach acht Partien stand es dann 5,5-2,5. Details zu dieser Regel und Loek van Welys Meinung dazu siehe z.B. hier. Gunina nun Nummer vier – ihr Super-Ergebnis aus London konnte sie nicht bestätigen/wiederholen und verlor stattdessen 11 Elopünktchen. Auch hier ist 2700chess.com derzeit nicht auf dem allerneuesten Stand, morgen werden sie es wohl aktualisieren und mit der offiziellen FIDE-Liste synchronisieren.

Im Blitzschach liegt Anna Muzychuk noch klarer vor Hou Yifan – 2663 zu 2659. Wiederum hatte Hou Yifan “Pech” (bzw. so sind eben die Regeln, sofern sie angewendet werden), dass ihr abschliessender Sieg gegen Kramnik Elo-irrelevant ist – am Brett gewann Kramnik 6-4, elotechnisch gewann er 6-3. Warum das Match Kramnik – Hou Yifan zunächst nicht Elo-registriert wurde und nun doch, da bin ich überfragt.

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