Kamelle am Brett : DSAM Brühl 2017 gestartet!

FM-Thorsten Cmiel

FM-Thorsten Cmiel

DASM

Eigentlich ist doch alles völlig normal. Draußen tobt der Sturm, drinnen auch, aber zwischen a1 und h8. Draußen gehen Myriaden von Karnevalisten mühsam ihrem jährlich erzwungenen Treiben nach, drinnen haben 361 Spieler, darunter 28 Damen, am Brett unheimlich viel Spaß. Die da draußen müssen im Regen laufen, die drinnen sitzen im komfortablen 4-Sterne RAMADA-Hotel höchst bequem an ihren Partien, bekommen von eilfertigen Schiedsrichtern Kaffee und Kuchen gereicht und von Kellnern Luft zugefächelt … gut, nicht ganz so, aber bis zu den Schiedsrichtern stimmt’s, ehrlich!

Wie wichtig gute und in genügend großer Zahl aktive (!) Saalschiedsrichter im Schach sind, dessen Bedenkzeit sich ja immer weiter verkürzt, durfte der gelegentlich sogar selbst einmal spielende Autor erst gestern wieder erleben. Dieser “Luxus”, den die DSAM mit bestens ausgebildeten Bundesliga-Schiedsrichtern auch noch am letzten Brett der F-Gruppe bietet, ist also keinesfalls nicht überflüssig.

Favoriten des Turniers? Tjaaa … Schwer einzuschätzen ist FM Thorsten Cmiel, Elo 2250. Er ist in keinem Verein gemeldet, also ist die DSAM wohl ein “Wiedereinstieg” – eine Chance für suchende Clubs! FM Cmiel ist Journalist und kennt sich jedenfalls auch mit anderen Sportarten aus, wie es sein begeisternder “Zeit”-Artikel “Deutsche Doktoren husten sich auf Bali in Bridge-Skandal” deutlich machte – und nein, das ist kein Karnevals-Scherz!

http://www.zeit.de/sport/2014-04/bridge-wm-betrug-husten/komplettansicht

Lässig und wie immer gaaaanz ruuuuhiiiig geht der Bochumer Elo-Favorit Detlev Wolter (2288) in den 5-Runden-Wettkampf.

Gerhard Hund

In der Setzliste folgt ihm Boris Prizker (Schweich, Elo 2273) dicht auf den Hacken. Und, die allgemeine Erfahrung der DSAM lehrt es: Womöglich gewinnt am Ende einer, der vom Platz 27 aus startete und von da das Feld aufrubbelte. Nicht nur Namen sind im Turnier Schall und Rauch, auch die Ratings, sonst müsste man ja gar nicht spielen.

Die Zahl von 361 Spielern schrammte ganz knapp am “jahrhundertealten” Teilnehmer-Rekord für dieses Brühler Turnier vorbei, als man, die Älteren erzählen davon, noch zusätzliche Pavillons im windstillen Sonnenschein errichtete, um die erfreuliche Spielerzahl gewohnt bequem an den Tisch bitten zu können. Aber damals lebte der Lasker vielleicht auch noch. In jedem Fall war der diesmal jüngste Spieler, der 2009 geborene Jona Henrik Bartels aus Mönchengladbach, noch nicht mit dabei. Zuzutrauen wäre aber Gerhard Hundt, Freiburg, der mit Jahrgang 1932 diesmal ältester Mitstreiter, dass er damals höchstpersönlich die zusätzlichen Bretter mit aufbaute.

Am Aschermi… nein, am Sonntag ist schon alles vorbei, die ersten Sechs jeder Gruppe werden ein Ticket für das Finale am 15.Juni in “Hessisch Chanty-Mansijsk” Niedernhausen gelöst haben (plus Nachrücker, falls unter diesen Sechs ein schon irgendwo anders Qualifizierter sein sollte) und wer durch eine Schwäche im Zugarm oder schlechten Schlaf bedingt (kann es andere Gründe geben?) doch noch nicht niedernhäusig wurde, dem und der wird es beim letzten DSAM-Quali-Turnier der Saison in Kassel ab 31.März gelingen.

Ein Beitrag von Ralf Mulde

(v.l.n.r.) Dr. Dirk Jordan, Dieter Freytag, Ralf Niederhäuser, Hugo Schulz plus unbekannter Herr

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