Kommentar von Herbert Bastian zum Artikel: „Und Anand an Brett 4“

Wahlkampfzeiten sind Zeiten verminderter Intelligenz. Das bestätigt dieser Artikel erneut. Von den Behauptungen Jan Sprengers über mich und über den „Deutschen Schachbund“, wen er auch immer damit meint, trifft nicht eine einzige zu. Jan Sprenger war nicht zugegen, als das Präsidium des Deutschen Schachbundes einstimmig die vorgesehenen Ehrungen anlässlich der Bundesligaendrunde in Berlin, bei der der Deutsche Schachbund Mitveranstalter war, beschloss. Darüber war der Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend mündlich und schriftlich durch das Protokoll der Sitzung informiert.

Mindestens ein weiteres Mal wurde er informiert, als ich mit ihm die Anfertigung der zu überreichenden Urkunden besprach, die er mir vor Ort persönlich übergab. Wahrscheinlich hat die interne Kommunikation bei ihm nicht funktioniert, als ich dann tatsächlich die Ehrung vornehmen wollte. Da wusste er, nun als Vorsitzender der Schachfreunde Berlin, nichts mehr davon. Die Gründe, mit denen er mir (als Vorsitzender der Schachfreunde Berlin) das Vornehmen der Ehrungen verbot, erspare ich mir hier. Was Jan Sprenger als „Amateure, die nichts mit der Bundesliga zu tun haben“ bezeichnet, waren Mitglieder der Bundesligamannschaft von Dresden, die im letzten Jahr die Ü50-Weltmeisterschaft gegen starke Konkurrenz gewonnen hatten.

Einschließlich eines wichtigen Sponsors. Und ein vielfacher Deutscher Meister in den Disziplinen Turnierschach, Schnellschach und Blitzschach, außerdem vielfacher Nationalspieler. Eine Schiedsrichterehrung war von mir an dieser Stelle nicht vorgesehen. Aber zu behaupten, dass die Schiedsrichter nichts mit der Bundesliga zu tun haben, weckt meinen Zorn. Ohne unsere Schiedsrichter wäre der jetzige Bundesligabetrieb so gar nicht möglich. Übrigens finanziert der DSB seit Jahren die Schiedsrichterausbildung und die Schiedsrichterfortbildung, ohne dies der Bundesliga in Rechnung zu stellen. Ach ja, die Vorbereitung der Bundesligaendrunde wurde zum Teil von vom DSB bezahlten Mitarbeitern während ihrer Arbeitszeit erledigt, ebenfalls ohne Rechnungsstellung. Zu behaupten, dass der Deutsche Schachbund sich (darüber hinaus) nicht finanziell engagieren wollte, ist eine Lüge. Unsere Mitglieder werden Verständnis dafür haben, dass wir beim Verhandeln der Beteiligung auf Einhaltung der formalen Vorgaben verwiesen haben, die uns von unseren Kassenprüfern und vom Finanzamt gemacht wurden. Da Jan Sprenger nicht Zeuge des unter vier Augen stattfindenden Gesprächs war, hat er die Behauptung, ich hätte dem Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend mit einer Abmahnung gedroht, vermutlich als Gerücht aufgeschnappt.

Wie oben dargelegt hat der Geschäftsführer der DSJ gar nicht mit mir gesprochen, und es wird wohl kaum jemand annehmen, dass ich dem Vorsitzenden der SF Berlin mit einer Abmahnung drohe. Das ist Unsinn, oder soll ich sagen Wahlkampf-Fake-News?

Nur in einem Punkt liegt Jan Sprenger richtig: Unter meiner Führung hat der Deutsche Schachbund in den letzten Jahren seine Präsenz bei wichtigen Veranstaltungen gesteigert. Die zentrale Bundesligaendrunde in Berlin kombiniert mit der Bundesvereinskonferenz ist ein gemeinsamer Erfolg des Deutschen Schachbundes, in dem wir alle einschließlich Jan Sprenger zusammengeschlossen sind und zu dem sehr viele ihren Beitrag geleistet haben.

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10 thoughts on “Kommentar von Herbert Bastian zum Artikel: „Und Anand an Brett 4“

  1. Nachbemerkung: Ich danke Raymund Stolze für den Hinweis, dass der DSB 1500 Euro budgetiert hat. Diese kann der Veranstalter SF Berlin im Fall eines Defizits gegen Vorlage einer kompletten Abrechnung abrufen. Auf Nachfrage höre ich dazu von den SF Berlin, dass noch nicht entschieden ist, ob sie davon gebrauchen machen werden.

  2. Wolfgang Hartmann auf Facebook:
    Hut ab Franz, daß Du diesen Kommentar veröffentlichst !!

  3. Max Bouaraba auf Facebook:
    Wieso auch nicht?! Herbert Bastian ist das Beste was dem Schachbund seit Jahren passieren konnte und je besser es läuft, desto mehr Neider gibt es leider, die mit ihrem Halbwissen gerne mal ihre Mißgunst kund tun.

  4. Bernd Schneider auf Facebook:
    Lieber Franz, vielen Dank für die Veröffentlichung des Kommentares von Herbert Bastian. Ich stimme mit Max Bouraraba absolut überein, dass Herbert Bastian ein Glücksfall für den Deutschen Schachbund ist. Sein Arbeitseinsatz und -pensum zum Wohle des Deutschen Schachbund ist nicht hoch genug einzuschätzen. Wenn ich die Aktivitäten des Präsidenten mit dessen Vorgänger (mit berühmten Nachnamen) vergleiche, ist dies ein Unterscheid zwischen Tag und Nacht. Vermutlich haben 99% aller Mitglieder des Schachbundes keinen blassen Schimmer um was sich der Präsident alles kümmern muss und wieviel Knüppel ihm bei der täglichen Arbeit zwischen die Beine geworfen werden. Insofern kann ich nur hoffen, dass Herbert bei der anstehenden Wahl erneut das Vertrauen der Landesfürsten erhält.

  5. Lieber Stefan, wenn man schon als Unbeteiligter den Inhalt eines Vieraugengesprächs vor ganz Deutschland ausbreitet, dann sollte man so fair sein, mit beiden Beteiligten zu sprechen. Sonst setzt man sich der Gefahr aus, instrumentalisiert zu werden. Oder der Gefahr, die eigene Weltsicht anstatt objektiver Informationen zu verbreiten. Im Konfliktfall R gegen L hast du diese Grundregel schon einmal ignoriert, worauf ich dich freundlich und persönlich hingewiesen habe. Hast du erwartet, dass ich mich öffentlich in dieser Weise verleumden lasse ohne mich zu wehren? Wenn du Wahlkampf machen willst dann bitte mit Sachargumenten und nicht mit persönlichen Diffamierungen. Der Schulschachartikel war doch schon ein ganz netter Versuch. In der Sache selbst ist von meiner Seite alles gesagt: Deine Behauptungen sind falsch und unwahr. Daran ändern auch die nachträglichen kosmetischen Korrekturen nichts. Und vor allem werfen sie kein gutes Licht auf den Schachsport. Mir ist es völlig unverständlich, warum nach diesem tollen Event gegen mich und den DSB gegiftet wird. Wenn es sachlich begründete Beanstandungen gibt gehören die intern geklärt und nicht mit manipulativen Fehlinformationen vor völlig Unbeteiligen. Aus diesem Stadium sollten wir endlich raus und begreifen, dass wir alle im selben Boot sitzen.

  6. Das eigentliche Problem liegt verborgen. Wer führt die Geschäfte und ist wem gegenüber Weisungsberechtigt? Dies ist keineswegs aus den Darstellungen aller Art. Keine Konzepte und Theater ohne absehbares Ende.

  7. Wahlkampfzeiten sind Zeiten verminderter Intelligenz. Das bestätigt Herbert Bastians Kommentar erneut. Der DSB-Präsident zeigt nicht nur keine Einsicht, dass er mit seinem Chefgehabe und insbesondere seiner Drohung arbeitsrechtlicher Konsequenzen in Berlin zu weit gegangen ist. Er hat auch noch die Dreistigkeit, eine ihm genehmere Version der Ereignisse mit harschen Vorwürfen wie „Lüge“ und „Fake-News“ gegen Jan Sprenger (dessen Beitrag ich redigiert habe und damit mitverantworte) zu garnieren.
    http://blogs.faz.net/schachblog/2017/05/06/und-anand-an-brett-vier-922/

    Die Fakten sind: DSB-Präsident Herbert Bastian wollte vor allen Spielern der Bundesliga Ehrungen durchführen, die mit der Liga nichts zu tun haben. Bastian drohte dem Vorsitzenden des Ausrichtervereins und Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend wegen dessen Weigerung, diese Ehrungen zum von Bastian bevorzugten aber aus Sicht des Ausrichtervereins und des Schachbundesliga e.V. unpassenden Moments zuzulassen, mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Zur Einordnung ist relevant, dass sich der Deutsche Schachbund bei der zentralen Schachbundesligarunde, obwohl der Ausrichterverein Schachfreunde Berlin wiederholt darum bat, nicht finanziell engagiert hat.

  8. Sonnenkönig Herbert XIV is not amused.
    Und dass, obwohl „unter seiner Führung der Deutsche Schachbund in den letzten Jahren seine Präsenz bei wichtigen Veranstaltungen gesteigert hat.“
    Das Fussvolk auf den billigen Plätzen möge doch bitte seine Kreise nicht stören.

  9. Entschuldigung , ich wollte nur mal kurz öffentlich reflektieren , wer die handelnden Personen sind :
    „Wie oben dargelegt hat der Geschäftsführer der DSJ“ ( Name : Jörg Schulz ) „gar nicht mit mir“ ( Name : Herbert Bastian ) „gesprochen“,
    sondern „er (als Vorsitzender der Schachfreunde Berlin)“ ( Name : Jörg Schulz ) „verbot mir“ ( Name : Herbert Bastian ) „das Vornehmen der Ehrungen“,
    „und es wird wohl kaum jemand annehmen, dass ich“ ( Name : Herbert Bastian ) „dem Vorsitzenden der SF Berlin“ ( Name : Jörg Schulz ) „mit einer Abmahnung drohe“.
    Impliziert dies , dass Herbert Bastian dem DSJ-Geschäftsführer ( Name : Jörg Schulz ) aufgrund der Information über das DSB-Präsidium-Sitzungsprotokoll durchaus eine Abmahnung androhe dürfe ???
    „Das ist Unsinn“ , das kann man wohl sagen , denn anscheinend.war es doch kein „vier Augen“-Gespräch , sondern es trafen sich Herbert Bastian ( DSB-Präsident ) , Jörg Schulz ( DSJ-Geschäftsführer ) und Jörg Schulz ( Vorsitzender SF Berlin ) …

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