Limburg Open Bildergalerie

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Auch zu diesem Turnier gibt es einen verspäteten Nachtisch. Grund für nachgereichte Bildergalerien ist oft, dass a) Bilder von der Preisausreichung bei “Redaktionsschluss” des Turnier-Abschlussberichts noch nicht verfügbar sind, und/oder dass b) der eigentliche Bericht lang genug und oft erst nach Mitternacht veröffentlichungs-fertig ist. Diesmal gibt es noch einen anderen Grund: Aufgrund technischer Probleme (eine mail landete beim Empfänger im Spamfolder, und er hat sie erst Tage später zufällig entdeckt) bekam ich erst verspätet Zustimmung um Fotos von anderen als Arno Ypelaar zu verwenden. “Andere” sind vor allem Zhaoqin Peng, einige Fotos auch von Harry Gielen, Siegerehrung – das Titelfoto und das letzte Foto in diesem Beitrag – von Nina Bisscheroux.

Das Titelfoto zeigt von links nach rechts Roeland Pruijssers, Ferry Gerard, Matthew Sadler und Christian Bauer. Wer ist auf diesem Foto eigentlich fehl am Platz? Eindeutig Turnier-Wertungssieger Roeland Pruijssers, aus zwei Gründen: abweichender Dresscode, und als einziger dieser vier hat er noch nie bei einer Schacholympiade mitgespielt – Bauer dagegen viermal für Frankreich, Sadler dreimal für England, Gerard immerhin zweimal: 1996 in Jerewan für die Niederländischen Antillen, 2008 in Dresden für Aruba. Andererseits hat Ferry Gerard als einziger keinen Schachtitel – ob er trotzdem Schach spielen kann, hat er in diesem Turnier nicht bewiesen, aber einer muss eben die Rolle des Turnierdirektors übernehmen. Ebenfalls fotografiert wurde der Sponsor BPB Bruls Prefab Beton.

Und nun nochmal fotografisch durch das Turnier:

Vor der ersten Runde: Matthew Sadler spielt an Brett eins, weil er Nummer eins der Setzliste ist. Anne Haast spielt an Brett zwei, weil die Auslosung es so wollte (Gegner war Christian Bauer). Maaike Keetman schaut vor der Runde vorbei und würde dann an Brett 28 Platz nehmen – noch wusste sie nicht, dass sie später auch mal in Anne Haasts Stuhl sitzen würde (siehe unten). Kennen die beiden Damen sich eigentlich? Ja, jedenfalls von der Schacholympiade in Baku, wo sie (zusammen mit u.a. Zhaoqin Peng) für die Niederlande spielten.

Wegen Hochformat zeige ich die beiden jungen Damen zusammen mit einem jungen Mann (rechtes Foto von Harry Gielen). Maaike Keetman gewann am Ende den Damenpreis – wie Haast 4,5/7 aber bessere Wertung. Ein bisschen Glück war dabei, da sie in Runde 5 kampflos gegen den (danach nicht mehr ausgelosten) IM Lars Stark gewann. Am Brett erzielte Keetman 3,5/6 und Haast 4/6 (ein “bye”).

FM Liam Vrolijk konnte am Ende auch fröhlich sein, schliesslich landete er auf dem geteilten 4.-6. Platz mit ungeschlagenen 5,5/7 – auch die GMs Pruijssers und Bauer konnten ihn nicht besiegen.

Als nächstes ein paar allgemeine Fotos:

13 Spieler waren bei mindestens 10 der 11 bisherigen Turniere dabei, dafür gab es ein spezielles Gruppenfoto. In einer Runde war offenbar Brett 37 als letztes beendet und spannend, daher von Kibitzen umlagert.

Das galt in Runde zwei auch für das Spitzenbrett GM Sadler-FM Klein – trotz GM-Titel und Mehrfigur konnte Sadler diese Stellung nicht gewinnen.

In Runde 4 war es soweit: Maaike Keetman an Brett 2 gegen Matthew Sadler [Foto Harry Gielen] – dieser Vorteil (aktivere Figuren und bessere Bauernstruktur) reichte zum Sieg. Dahinter kaum zu erkennen Charlie Tang und Koen Leenhouts – IM Leenhouts zeige ich später, Charlie Tang nun sofort:

In Runde 5 dann das Spitzenduell GM Sadler – IM Leenhouts:

Hinter Leenhouts Liam Vrolijk, hinter Sadler die Hände von Christian Bauer. Aus Runde 6 ein Gruppenfoto von Harry Gielen – vier Grossmeister und einer der es noch werden will:

An den Brettern GM Pruijssers gegen GM Sadler, sowie IM Beerdsen gegen GM Bauer. Stehend kibitzt GM Sokolov. Vor drei Jahren sagte Thomas Beerdsen mir nach einem gelungenen Auftritt beim Limburg Open voller Überzeugung “ich will Schachprofi werden!”. Ein anderer Jugendspieler kommentierte das mit “Du willst also in Armut leben?! Ich werde studieren und dann einen normalen Beruf ausüben …”. Mit 15 Jahren kann man noch träumen – damals hatte Beerdsen vor dem Turnier Elo 2205 und danach, zusammen mit einem weiteren erfolgreichen Open in den Niederlanden, Elo 2260. FM Jorden van Foreest sagte damals “Abwarten was ich in zwei drei Jahren erreicht habe”.

Mit 18 Jahren kann man immer noch träumen aber auch eher einschätzen, wie realistisch derlei Träume sind – reicht IM-Titel und Elo ca. 2450 für ein Dasein als Schachprofi? Seine Eloentwicklung zeigte Perioden mit Fortschritten und dazwischen Stagnation. Laut diesem Artikel macht er nach dem Abitur ein Schachjahr und will dann eventuell doch studieren.

Schon sind wir bei der alles entscheidenden Schlussrunde – drei Fotos zu unterschiedlichen Zeitpunkten:

Leenhouts-Pruijssers vorher

Sadler-Sokolov (dahinter unsichtbar Bauer-Bogner) während der Partie

Brett 3 und 4 von Kibitzen umringt in der entscheidenden Partiephase. Bei Leenhouts-Pruijssers steht ein weisser König auf c3 sowie die Dame auf e3, dahinter eine schwarze Dame auf f1 und ein Turm auf f3. Dumm gelaufen für Koen Leenhouts – ein paar Racheschachs hatte er noch, dann gab er auf.

Spielt Liam Vrolijk gegen den fast unsichtbaren luxemburgischen IM Fred Berend ohne König? Natürlich nicht, der versteckt sich hinter dem Wimpel auf dem Feld a6. Diese Stellung war remislich, aber kurz danach verzichtete Fred Berend zu Unrecht auf eine dreimalige Zugwiederholung und landete direkt in einer Verluststellung.

Ein Turnier-Siegerfoto machte den Anfang, das andere (ebenfalls von Nina Bisscheroux) zum Abschluss:

Alexandr Fier (im Hauptartikel), Ferry Gerard und Liam Vrolijk hatte ich bereits gezeigt, Edwyn Mesman rechts dagegen zuvor nur erwähnt – geteilter dritter Platz für die Nummer 5, 11 und 102 der Setzliste, daher auch ähnlicher Dresscode, es war offenbar sommerlich warm in Maastricht.

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