Laskers doppeltes Läuferopfer

Emanuel Lasker wurde am 24. Dezember 1868 in Berlinchen, Neumark, geboren. Er war nicht nur Schachspieler sondern auch Mathematiker und Philosoph. Er ist der zweite offizielle Schachweltmeister und bislang der einzige deutsche Träger dieses Titels. Er behauptete diese Position über einen Zeitraum von 27 Jahren (1894 bis 1921) und damit länger als jeder andere Schachweltmeister.

Im Alter von 11 Jahren schickte ihn sein Vater auf das Gymnasium nach Berlin. Dort erlernte Lasker das Schachspiel im Alter von 12 Jahren von seinem älterem Bruder Berthold, während eines Krankenhausaufenthaltes, da sein Bruder nicht wusste, womit er ihm die Zeit vertreiben sollte.

Erst als er das „Lehrbuch des Schachspiels“ von Jean Dufresne studierte, fing er Feuer und studierte das Spiel intensiver. Durch die späteren Besuche im Berliner „Teesalon“ konnte er das Spiel auf hohem meisterlichen Niveau beobachten, hierdurch wurde seine eigene schachliche Entwicklung stark begünstigt.

Der Mutter war dies ein Dorn im Auge und so entschloß Sie sich, ihn zum Abschluß des Gymnasiums nach Landsberg zu schicken. Dort fand er nur einen einzigen starken Schachpartner, den Mathematiklehrer Kevitz, welcher später stets an die enormen taktischen Fähigkeiten Laskers erinnerte.

Nach seinem Abitur kehrte er 1888 nach Berlin zurück und trat dort in die philosophische Fakultät der Universität ein. Von nun an konnte man ihn immer häufiger im „Salon“ und im Café „Kaiserhof“ sehen, wo sich die stärksten Schachspieler der damaligen Zeit trafen. Hier traf er zum ersten Mal auf Tarrasch am Brett, der ihm anfangs einen Springer vorgab. Genau zu dieser Zeit fing Lasker an, sich ernsthaft mit Schach auseinanderzusetzen und gewann bereits ein Jahr später den Meistertitel, nach dem er das Hauptturnier des Deutschen Schachbundes in Breslau gewann.

Bald darauf wurde er zu einem erstem internationalen Turnier nach Holland eingeladen. Hier schlug er in der ersten Runde in herausragender Weise Johann Hermann Bauer, den Sieger des Hauptturniers von Frankfurt am Main, im Jahr 1887. Diese Partie ist nicht nur ein klassisches Beispiel für die Zerstörung der Königsfestung durch ein doppeltes Läuferopfer, sondern gilt auch bis heute als das erste auf Meisterebene überhaupt.

Abschließend ein kleiner Hinweis, natürlich zieht man heute den Läufer nach e2 und nicht nach d3, denn dieser hätte nach 9… Sc5 getauscht werden können, aber damals war die Theorie noch nicht so weit entwickelt wie heute. Zudem hat Lasker nur dieses eine Mal mit f4 eröffnet, dafür aber hat die Partie einen starken taktischen Moment, den es zu studieren lohnt.

 

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