Michail Tal – ganz einfach

Michail Tals Spielweise unterschied sich grundlegend von der Spielweise der anderen Top-Spieler. In den Anfangsjahren erinnerte diese stets an die romantische Zeit des 19. Jahrhunderts. Die klassische Lehre verurteilte diese Art zu spielen, aber er gewann damit. Es ging ihm nicht um Wahrheit, sondern um Schönheit, prinzipiell ein altes, aber dank ihm, ein grundlegend neues Konzept.

Nach dem Verlust seines Weltmeistertitels im Jahr 1961 tat er sich schwer, vereinzelt spektakuläre Partien, spielerisch entwickelte er sich nicht weiter. 1978/79 gab es noch einmal einen Aufstieg, bis hin auf den dritten Platz der Weltrangliste, dies führten Experten auf eine intensive Zusammenarbeit mit Weltmeister Anatoli Karpow zurück.

Diese Zusammenarbeit versetzte ihn in die Lage neue, einfache Spielweisen umzusetzen. Von da ab spielte die Technik in seinem Schachspiel eine größere Rolle. Zwar konnte er immer noch einen Kombinationssturm anzetteln, aber mitunter passte er sich auch an und spielte irgendwelche langweiligen Sachen und dies machte machte er dann sehr gut. Stets fand er kleine Besonderheiten, die seinen berühmten oder weniger berühmten Kollegen entgingen.

Die nun folgende Partie wurde in der russischen Manschaftsmeisterschaft im Jahr 1990 gespielt. Sein Gegner, Ilja Smirin, war und ist ein ausgewiesener starker intuitiver Spieler, der kein taktisches Fahrwasser im Königsinder scheut. Ich weiss nicht warum sich Michail Tal damals gerade für diese Variante entschied, aber am Ende stimmte wieder einmal das Resultat.