Schachbegeisterte Kinder fördern

DSB, DSJ und Jussupow-Schachakademie starten bundesweites Projekt

Ullrich Krause, neu gewählter Präsident des Deutschen Schachbundes, startet in seine erste Amtszeit gleich mit einem Aufsehen erregenden Projekt. Wurden bislang bereits Kinder zwischen 6 und 10 Jahren in den rund 2.400 Schachvereinen sowie verschiedenen Projekten der Deutschen Schachjugend gefördert, konnte am Rande der Deutschen Einzelmeisterschaften in Apolda, Thüringen, die bereits bei der DJEM in Willingen vereinbarte Kooperation noch einmal vertieft werden. Gemeinsam mit der Jussupow Schachakademie werden der Deutsche Schachbund und die Deutsche Schachjugend Kinder der Altersgruppen U8 und U10 sowie deren Eltern auf eine schachliche Karriere vorbereiten.

Dabei hat sich die Initiative ehrgeizige Ziele gesetzt: „Bis zum Alter von 10 Jahren sollen Jungen mindestens 2.000 DWZ, Mädchen 1.800 DWZ-Punkte erreichen“, so Artur Jussupow, selbst Großmeister und lange Jahre Nummer 1 in Deutschland. Die Deutsche Wertungszahl (DWZ) ist die Messlatte und sollte möglichst stabil erreicht werden, damit national wie international Schach auf hohem Niveau gespielt werden kann.

Artur Jussupow bei der DEM in Apolda mit dem 12-jährigen Schachtalent Vincent Keymer (by Bernd Vökler)

Wir freuen uns sehr über das hohe Engagement der Familie Jussupow und wollen im engen Austausch mit unseren Bundestrainern dafür sorgen, in naher Zukunft wieder enger an die Weltspitze heranzurücken“, so Klaus Deventer, für den Leistungssport zuständiger Vizepräsident im Deutschen Schachbund.

Erste positive Stimmen von Eltern zeigen, dass die Initiative auf ein großes Echo stößt – Anmeldungen sind unter www.jussupow.de bereits erfolgt. Für die Eltern bedeutet die Aufnahme ihrer Kinder eine emotionale Unterstützung und erhebliche organisatorische Entlastung. Das Ehepaar Jussupow hat jahrzehntelange Erfahrung im Schachtraining und kennt die Bedingungen für ein erfolgreiches Training. Je nach dem Grad der Teilnahme ist in den ersten zwei Jahren mit Kosten von jeweils 1.000 bis 1.500 € pro Kind und Jahr zu rechnen. Für September 2017 ist ein Aufnahmelehrgang fest terminiert.

Abschließend Artur Jussupow: „Wir arbeiten mit den Kindern, den Eltern und natürlich mit dem Trainer zu Hause eng zusammen. Dabei orientieren wir uns stets am Wohl des Kindes, unterstützen dort, wo es nötig ist und wollen fordern und fördern. Ich bedanke mich beim Deutschen Schachbund und der Deutschen Schachjugend und bin sicher, dass sich mit der notwendigen Teamorientierung der Erfolg bald einstellen wird.

Frank Neumann
Referent für Öffentlichkeitsarbeit

Fototermin in Apolda: Vizepräsident Sport Klaus Deventer, Präsident Ullrich Krause, Nadja und Artur Jussupow und DSJ-Geschäftsführer Jörg Schulz (by Klaus Steffan)

7 thoughts on “Schachbegeisterte Kinder fördern

  1. In dem PDF auf der Seite von Jussupow wird von einer 40.000€/Jahr in Form von Leistung die Jussupow erbringt geschrieben. Was genau diese Leistung sein soll, wird nicht genannt.

  2. Wieso wartet mein voriger Kommentar auf Mäßigung? Maulkorbphantasien oder was?

  3. Was sind das für Scheinmarkenziele? Wohin soll die Förderung wirklich führen? Wissen die Eltern worauf sie sich hier wirklich einlassen?

  4. Zu Wolfgang Hartmanns Kommentar ist anzumerken, dass der Deutsche Schachbund im konkreten Fall keineswegs mogelt. Die Talenteförderung schachbegeisterter Kinder ist ein gemeinsames Projekt zwischen DSB, DSJ und der Jussupow-Schachakademie ist, wobei fraglos die Jussupows die Initiative angeschoben haben. Ein Beleg dafür finden wir in Heft 4 von SCHACH, wo in einem großen Interview Arthur Jussupow u.a. betonte: „Ich erinnere mich, wie ich vor viele Jahren, als ich noch ein starker Spieler war, zum damaligen DSL-Geschäftsführer Horst Metzingen sagte: ‚Ich würde dem Deutschen Schachbund gern helfen. Aber ich weiß nicht, wie. Ich kenne es nicht, aber vielleicht gibt es ja ein Programm. Egal wie, ich würde gern helfen. Wenn Sie mir sagen, wir brauchen mehr Mitglieder, bin ich gern bereit, irgendwo simultan zu spielen. Um Mitglieder zu werben. Oder wenn Sie Unterstützung im Jugendbereich brauchen, trainiere ich gern unsere Talente. Irgendetwas!‘ Nichts ist passiert. Es gibt kein Programm, kein Konzept, keine Visionen. Nichts! Und das seit zwanzig Jahren. Kritik muss erlaubt sein. […]

    Wir sind etwas Besonderes! Aber wir zeigen es nicht. Wir könnten viel kreativer sein. Wir haben das intellektuelle Potenzial, jedes Ziel zu erreichen.Auch wenn wir nicht in einem Boot sitzen, müssen wir in eine Richtung rudern! Dann erreichen wir unser Ziel.“

    Über den Projektinhalt kann, wer will, sich unter dem Link http://www.jussupow.de/media/1e66f741906422feffff8091fffffff1.pdf informieren.

    Dass es durchaus nicht leicht wird, die fixierten sportlichen Ziele zu realisieren, zeigt ein Blick auf die aktuelle Bestenliste U8 [ http://www.schachbund.de/verband/00000.html?toplist=100&sex=m&age_from=0&age_to=8 ] der Jungen. Magnus Ermitsch von Borussia 1920 Friedrichsfelde Berlin als Nummer 1 weist da eine DOW von 1455 nach zwölf ausgewerteten Wettkämpfen vor. Geht man allerdings davon aus, dass talentierte Spieler jährlich einen Zuwachs von 250 Punkten erreichen können, dann ist es durchaus realistisch, dass der Junge das von Arthur Jussupow vorgegebenen Minimalziel von DWZ 2000 erreichen könnte. Magnus Ermitsch ist übrigens in der Altersklasse U8 für die Jugend-Weltmeisterschaften [ https://www.wccc2017.com/ ]nominiert worden, die vom 21. bis 31. August in Poços de Caldas/Brasilien stattfinden …

  5. Der DSB mogelt doch hier !
    Bei der DEM u 10 2017 hatte der beste Junge nicht einmal 1800 DWZ !
    Von meinen 4 Jungs (Sfr. Nord-Ost Berlin), die aktuell deutschen Mannschaftsmeister u10 sind, hat keiner mehr als 1600 DWZ !
    Will der DSB hier Aktivitäten total an den Realitäten vorbei zeigen, oder ist sowieso kein Geld für einen guten Trainer wie A. Jussupow da ?

  6. Es ist schon höchst merkwürdig, dass eine wichtige Ergänzung dieses Beitrages, der auf der DSB-Seite veröffentlicht wurde, plötzlich verschwunden ist.
    Frank Hoppe hatte, um den derzeitigen Ist-Zustand zu dokumentieren, die aktuellen Bestenlisten der U10 veröffentlicht (TOP 100).

    Ich dokumentiere das an dieser Stelle:
    „Bei den Jungen hat der beste Spieler (Matteo Metzdorf) im Deutschen Schachbund aktuell eine DWZ von 1.754, weitere drei Jungen sind über 1.700.
    Bei den Mädchen hat die beste Spielerin DWZ 1.793 und kommt – nicht aus Deutschland (aber in Aachen spielend). Sie heißt Machteld van Foreest und ist der jüngste Sproß der bekannten niederländischen Schachfamilie. In der Rangliste hinter ihr folgt ein Mädchen mit einer 1600er und eins mit einer 1400er DWZ.“

    Ich finde, wenn der DSB wirklich neue Wege gehen will, dann muss die Ausgangssituation objektiv betrachtet werden. Die ist gegenwärtig fraglos eher bescheiden. Was allerdings nicht bedeutet, dass ein international erstklassiger Trainer wie Artur Jussupow erfolgreich sein kann, wenn er die nötige Zeit und Unterstützung vom DSB für dieses ehrgeizige Projekt erhält,. Wichtig ist ganz sicher, dass der erste Schritt getan wird, um tatsächlich schachbegeisterte Kinder professionell zu fördern.

    Hier übrigens die „gelöschten“ aktuellen Bestenlisten:

    Jungen U10:
    http://www.schachbund.de/verband/00000.html?toplist=100&sex=m&age_from=0&age_to=10

    Mädchen U10

    http://www.schachbund.de/verband/00000.html?toplist=100&sex=f&age_from=0&age_to=10

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.