Er trainiert nur

Michail Botwinnik (1911-1995) war der sechste Schachweltmeister. Als einzigem Weltmeister gelang es ihm, seinen Titel zweimal in Revanchekämpfen zurückzuholen. Er gilt außerdem als eine der wichtigsten und einflussreichsten Personen, die die sowjetische Schachschule ermöglicht haben.

Nach dem Tod Aljechins im Jahr 1946 bewarben sich die Niederlande und die Sowjetunion, um die Ausrichtung der Weltmeisterschaft. Am Ende fand dieses Tunier in Den Haag und Moskau statt. Neben Botwinnk traten Paul Keres, Samuel Reshevsky, Max Euwe und Wassili Smyslow an. Der ebenfalls eingeladene Reuben Fine verzichtete aus beruflichen Gründen. Botwinnik siegte überlegen mit drei Punkten Vorsprung (14 aus 20) und wurde der sechste Schachweltmeister.

Nach dem Sieg 1948 zog sich Botwinnik für drei Jahre vom Schach zurück, beschäftigte sich mit wissenschaftlichen Themen und schrieb seine Doktorarbeit im Fach Elektronik. Bis zu seiner ersten Titelverteidigung 1951 spielte er lediglich Trainings- und keine Turnierpartien. Eine Praxis, die er auch nach seinem Weltmeisterschaftskampf mit Bronstein 1951, den er nur mit Mühe unentschieden gestalten konnte, zunächst beibehielt, um wieder Spielpraxis zu sammeln.

Aus jener Zeit nun die folgende Partie aus einem Trainingswettkampf mit Wassili Smyslow. Durch die unglückliche Abwicklung Smyslovs im 6. Zug schnappt sich Botwinnik gleich das Läuferpaar. Die Bestandsaufnahme nach dem zwölften Zug ergibt, dass eine Figur noch nicht gezogen hat. Diese darf dann sogleich die Partie entscheiden.
Bedenken Sie bitte auch, die beiden Protagonisten haben wie zu Beginn erwähnt, zusammen mit drei anderen Schachgrössen jener Zeit, den Nachfolger Alexander Aljechins um den WM-Titel ausgespielt. Trotz der geringen Wettkampfpraxis eine grandiose Leistung von Michael Botwinnik.

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