Deutsche Schnellschachmeisterschaft der Frauen

Am 29. 7. 2017 ist es so weit. Das Erfurter Frauenschachfestival startet mit seinem ersten Event. Die Deutsche Schnellschachmeisterschaft der Frauen wird über zwei Tage in neun Runden ausgetragen. Aber nicht nur den Meistertitel gibt es zu gewinnen. Die Damen spielen auch um einen Gesamtpreisfond von 1500 Euro. Es wird hoch her gehen. Die Bedenkzeit beträgt 20 Minuten für die gesamte Partie und es gibt keinen Aufschlag pro Zug. Zeitnotschlachten sind also vorprogrammiert.

Peter Gösel., Präsident des Landessportbundes Thüringen

Eröffnet werden die Meisterschaften von ihrem Schirmherrn, den Präsidenten des Landessportbundes Thüringen, Herrn Peter Gösel. Das Rennen wird spannend. An Nummer 1 der Setzliste ist die deutsche Nummer 1, Elisabeth Pähtz, zu finden, die im weiteren Verlauf des Frauenschachfestivals einen Zweikampf gegen Alexandra Kosteniuk spielen wird. Elisabeth wird versuchen, die amtierende Deutsche Schnellschachmeisterin aus dem hohen Norden, Marta Michna, vom Thron zu stoßen. 2016 hat Marta den Titel gewonnen. Schnellschach ist eine von Martas Paradedisziplinen. 2011 gelang es zum letzten Mal einer Spielerin, ihren Titel zu verteidigen. Sandra Ulm glückte damals sogar das Kunststück der doppelten Titelverteidigung.

Elisabeth Pähtz strebt in Erfurt ihre dritte Meisterschaft an – nach ihrem Erfolg im Alter von 16 Jahren 2001 und dem Titelgewinn in Gladenbach 2013.

Turnierheft

Pähtz und Michna werden jedoch den Sieg wohl nicht unter sich ausmachen können. Judith Fuchs kommt mit Rückenwind und ihrer letzten WGM-Norm vom IM-Turnier in Lüneburg. Dort holte sie starke 6 aus 9 und behielt auch in der letzten Runde in Zeitnot die Nerven, um den nötigen Sieg einzufahren. Sie hat bewiesen, dass sie dem Druck einer Schnellschachpartie mehr als gewachsen ist und wird in Erfurt versuchen, ihre gute Form bei den Meisterschaften zu bestätigen, bevor es anschließend ins Women’s Open geht.
Direkt hinter Judith lauert Filiz Osmanodja, in der Startrangliste auf Rang 4 gesetzt. Die junge Medizinstudentin ist es gewohnt, mit knapper Zeit viele und richtige Entscheidungen zu treffen. Das junge Talent, das bereits eine ELO-Zahl von über 2350 aufweisen konnte, ist mit Fug und Recht als eine der Mitfavoritinnen anzusehen.

Dahinter sammeln sich die Geheimfavoriten. Manuela Mader auf Platz 5 der Rangliste ist genau so wenig zu unterschätzen wie die amtierende Deutsche Meisterin in der U18, Teodora Rogozenco. Teodora reist wie Filiz nicht nur zum Schnellschach an, sondern auch, um das sehr interessante Format des Young Masters mitzuspielen, in welchem 10 Spielerinnen im Rundenturnier-Modus aufeinander treffen und um Normen spielen können. Teodora ist zu sehr starken Leistungen imstande. Wenn sie in guter Form nach Erfurt kommt, wird sie im Rennen um die vorderen Plätze ein Wörtchen mitreden.

Insgesamt haben sich bis jetzt 22 Spielerinnen zu den Meisterschaften angemeldet. Neben den begehrten Preisen und dem Titel ist das Turnier auch eine Möglichkeit für viele weitere junge Talente, gegen eine starke Gegnerschaft Erfahrungen und vielleicht sogar den einen oder anderen Punkt zu sammeln – in neun Partien an zwei Tagen gegen die besten Spielerinnen Deutschlands! Diese Gelegenheit gibt es nicht oft. Die Deutsche Meisterschaft im Schnellschach der Frauen 2017 wird ein würdiger Auftakt zu einer spektakulären Schachwoche sein!

Bericht von Jonathan Carlstedt

Interview mit dem Bahnchef Richard Lutz: Warum für ihn Schach so wichtig ist

Ausschreibung als PDF-Datei

Ergebnisse:

 

Print Friendly, PDF & Email