Senioren in Rheinland-Pfalz: Biebinger Sieger, aber Schumacher Meister

Schlussbericht 15. Rheinland-Pfalz Senioren Open 2017 (inklusive Korrektur vom 4.8.2017):  Vom 15.  bis 23.7.2017 fand  in Neustadt an der Weinstraße das 15. Rheinland-Pfalz Seniorien Open 2017 statt. 86 Teilnehmer trafen sich im klimatisierten Spielsaal des GDA Wohnstifts neun Tage lang und kämpften um Senioren- und Nestorentitel.

Nach 9 gespielten Runden konnte sich  der vereinslose DWZ-Favorit FM Gerhard Biebinger (Bad Pyrmont, DWZ 2286) in einer spannenden Partie mit einem schönen Sieg zum zum Rheinland-Pfalz-Open Sieger der Senioren krönen.  Dem lange das Turnier anführende FM Gottfried Schumacher (HTC Bad Neuenahr) bleibt nach seiner einzigen Niederlage  mit einem halben Punkt weniger, mit 6,5 Punkten, die Vizemeisterschaft. Dafür ist FM Gottfried Schumacher  Rheinland-Pfalz-Seniorenmeister 2017 ! Es folgen drei weitere Spieler mit 6,5 Punkten:  FM Horst Degenhardt, Fedor Dushatskiy und Jens Bellingrath. Rheinland-Pfalzmeister der Nestoren ist Hans Kelchner (Ludwigshafen 1912) mit 6 Punkten.

vorne: Neuer Rheinland-Pfalz-Meister FM Gottfried Schumacher, Turniersieger FM Gerhard Biebinger, FM Horst Degenhardt, hinten: Lothar Kirstges, Turnierleiter Gregor Johann, Dirk Hirse

Fünf weitere Spieler mit je 6 Punkten folgen: Wolfgang Block, Erich Weyrauch, Udo Loos, Peter Hagen und Karl-Heinz Böhler. Die Phalanx der Spieler mit 5,5 Punkten führt Klaus-Peter Thronicke dank besserer Feinwertung an.  Es folgen Karl-Heinz Hüttemann, Horst Ehlert, FM Peter Kargoll, Johannes Esterluss, Günter Haag, Dietmar Krebs, Joachim Hiller, Pierre Christen, Hans-Peter Fecht, Dr. Michael Cichy, Wolfgang Kripp, Karlheinz Kotitschke, Hermann Krieger, Lutz Bohne und Rudolf Müller.

Das Bild von der Siegerehrung und der leicht überarbeitete Text sind der Turnierseite entnommen.

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7 thoughts on “Senioren in Rheinland-Pfalz: Biebinger Sieger, aber Schumacher Meister

  1. Die ganze Verwirrung verstehe ich dabei nicht: Es war doch von Anfang an klar, dass es ein _offenes_ Turnier ist, bei dem auch Senioren aus anderen Bundesländern (eventuell auch – war wohl nicht der Fall – aus dem Ausland) teilnehmen können. Dabei war auch 2015 und 2016 ein Spieler aus einem anderen Bundesland/Schachverband Sieger, und ein Spieler aus Rheinland-Pfalz (im Turnier Dritter bzw. Zweiter) Rheinland-Pfalz-Seniorenmeister.
    Noch ein Beispiel bei dem ich mich etwas auskenne: Die Meisterschaft der Provinz Limburg in den Niederlanden ist seit 2007 Teil des Limburg Opens. Das war damals eine bewusste Entscheidung, da sie (als Turnier nur für Limburger) unter abnehmenden Teilnehmerzahlen litt und so neu belebt wurde – so bekam das neu entstandene Limburg Open auch finanzielle Unterstützung vom limburgischen Schachverband. Das Turnier ist auch für starke GMs aus anderswo in NL und aus dem Ausland interessant (es gibt vierstelliges Preisgeld und Antrittsgelder). Nur zweimal war der Limburg-Meister gleichzeitig alleiniger bzw. geteilter Turniersieger – das waren übrigens jeweils Deutsche (Thomas Henrichs und Daniel Hausrath) die (auch) in NL für Vereine aus der Provinz Limburg spielten. Dieses Jahr reichte der 12.-26. (nach Wertung der 17.) Platz.

  2. Ich finde es sehr gut, dass man hier diese Causa zum Thema macht, weil ich selbst von einem ähnlichen Fall betroffen bin. Herr Schumacher hat sich sicher geärgert, dass ihm im Originaltext nach der Niederlage gegen Biebinger auch noch sein Titel als Rheinland-Pfälzischer Seniorenmeister geraubt wurde. Ähnlich erging es mir vier Wochen zuvor. Man fragt sich wirklich, warum es im Seniorenbereich oft so indifferent und unexakt zugeht? Es mehren sich doch hoffentlich nicht die Fälle von Defiziten beim klaren Denken unter den älteren Herrschaften? Das will ich doch nicht hoffen!

    Viele Jahre fanden im schönen Freudenstadt im Schwarzwald die Württembergischen Seniorenmeisterschaften statt, ausgetragen als Offenes Turnier. 2015 änderten aber die Badener, also der westliche Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg, das bekanntlich zwei Schachverbände beherbergt, das Format ihres Kongresses von einem 9-Runden-Turnier in 9 Tagen auf 7 Runden in 5 Tagen. Das schmeckte den badischen Senioren gar nicht, so dass sie in Württemberg anfragten, ob man sich am Freudenstadt-Turnier beteiligen könne?

    Dies wurde bejaht, so dass man in diesem Jahr laut Beschriftung auf den Namensschildern der Teilnehmer die folgenden Meisterschaften in EINEM Turnier austrug:

    3. Baden-Württembergische Seniorenmeisterschaft
    29. Württembergische Seniorenmeisterschaft
    62. Badische Seniorenmeisterschaft

    Es liegt in der Natur der Sache, dass sich diese drei Titel auf genau zwei Personen verteilen! Mein 9. Platz im Gesamtklassement war nicht gerade eine Glanzleistung, dennoch war ich damit laut Bernd Fugmann in seinem Kurzbericht auf der Badischen Seite „bester Württemberger“. Doch von einem „Württembergischen Seniorenmeister“ war nirgendwo die Rede! Diesen Begriff hätte ich ja ohne weiteres selbst in meinem eigenen Beitrag vom 11.07. auf der Startseite des SVW veröffentlichen können.
    Doch tatsächlich wusste ich nicht, ob ich’s wirklich bin. Denn da war noch der punktgleiche Horst Weisenburger auf dem 7. Platz, der zuletzt von Böblingen (Württemberg) zu einem Verein an seinem Wohnort Calw (Baden) wechselte. Dementsprechend verbrachte er das Turnier mit einem Namensschild, auf dem eine große Baden-Flagge prangte. Doch auf der anderen Seite hieß es, dass Horst Weisenburger im Herbst bei der Ländermeisterschaft in Templin im Team Württemberg antreten werde!? War er nun Badener oder Württemberger? Immerhin gibt es eine württembergische Turnierordnung (= WTO), die verlangt, dass jährlich ein württembergischer Seniorenmeister ausgespielt wird. Dennoch war erstens von diesem Titel nirgendwo die Rede, weil es einfach unter dem Thema „Baden-Württemberg“ unterging. Und zweitens wusste ich als Betroffener noch nicht einmal, ob ich es bin oder nicht! Darf man so nachlässig mit den Belangen seines Landesverbandes umgehen? Recht verärgert habe ich schließlich diese Frage auch dem Präsidium des Schachverbands Württemberg gestellt, und Ende Juli eine für mich positive Antwort erhalten. So bin ich also der letzte württembergische Seniorenmeister zur alten Altersgrenze 60, denn Württemberg wechselt, übrigens im Gegensatz zu Baden, ab sofort zu den neuen FIDE-Altersgrenzen 50+ und 65+.

    Alle Tages-Bulletins des Freudenstadt-Turniers vom badischen Seniorenreferenten Bernd Fugmann findet man übrigens im aktuellen Newsletter Württemberg (http://schachzeitung.svw.info/2017/2017-08.pdf) im Bereich „Seniorenschach“ auf den Seiten 35 – 56. Die Lektüre dieser Newsletter kann ich übrigens allen Württembergern nur wärmstens ans Herz legen. Man findet die Links zu ihnen auf dieser Seite rechts oben: http://schachzeitung.svw.info/

  3. ja, „who is who“ – das ist das Problem der Turniere, die in der Turnierform Open gespielt werden, wenn dann noch regionale Meisterschaften und im Siegesfall ggf. auch weitere Spielberechtigungen damit verbunden sind. Die TO (Turnierordnung) definiert im vorliegenden Fall, dass für die regionale Meisterschaft berechtigte Spieler, in einem Verein des Landesverbandes eine aktive Spielberechtigung haben müssen. Und das ist zumindest hier eindeutig, da man aktuell im Deutschen Schachbund nur in einem einzigen Verein eine aktive Spielberechtigung haben kann. In allen anderen Vereinen gibt es dann nur die passive Spielberechtigung. Oftmals für Gastspieler, oder neuerdings auch bei Mehrfachspielberechtigungen genutzt.

  4. Da Bad Pyrmont nicht in Rheinland-Pfalz liegt sondern in Niedersachsen, konnte Biebinger wohl auch als Mitglied eines dortigen Vereins nicht Rheinland-Pfalz-Meister werden. Die Frage wäre, ob es den Pokal für den Turniersieg gibt oder für den besten Spieler aus Rheinland-Pfalz. Die Frage zur Ausschreibung wäre gegebenenfalls, wie genau „aktives“ Vereinsmitglied definiert ist – DWZ-ausgewertete Partien aus Mannschaftskämpfen oder reicht z.B. auch dokumentierte Teilnahme an Monatsblitz-Turnieren?
    Ein ähnliches System-immanentes und damit geplantes „Problem“ gab es gerade z.B. auch bei der offenen NL-Meisterschaft: Sieger ganz knapp nach Wertung GM Sandipan aus Indien, Zweiter der einheimische IM Leenhouts. Koen Leenhouts hat sich damit wohl für die als Rundenturnier ausgetragene geschlossene NL-Meisterschaft 2018 qualifiziert, vor und damit statt diversen Grossmeistern (l’Ami, Reinderman, Pruijssers). Das lag am Ende an Reinderman-l’Ami 1-0 in der letzten Runde.
    So, nun habe ich auch „kurz und knapp“ ein Turnier erwähnt zu dem ich nicht ausfürlicher schreiben kann, alles geht nicht … .

  5. Turnierergebnis und Beitrag sind nun korrigiert: Rheinland-Pfalz-Open-Sieger der Senioren ist (und bleibt) FM Gerhard Biebinger, aber der zweitplatzierte FM Gottfried Schumacher (HTC Bad Neuenahr) ist Rheinland-Pfalz-Seniorenmeister 2017.

  6. Da werden die Veranstalter sich eine Salomonische Lösung einfallen lassen, wobei die Titel-Umwidmung nicht so ein Problem sein sollte. Einen bereits verliehenen Pokal kann man aber schlecht zurückfordern (auch wenn er vermutlich zum Titel dazu gehört). Sobald sich die Situation geklärt hat, werden wir den obenstehenden Text überarbeiten.

  7. In der Ausschreibung heisst es: „Das bestplatzierte aktive Mitglied eines Vereines des SBRP erhält den Titel „Rheinland-Pfalz-Meister der Senioren 2017“. Dem vereinslosen Turniersieger Biebinger stehen demnach Pokal und Geldpreis für Platz 1 zu; der Titel des Rheinland-Pfalz-Meisters der Senioren hätte dagegen dem Zweitplatzierten Schumacher (Bad Neuenahr) zugesprochen werden müssen.

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