Pähtz gewinnt Auftaktmatch …

Der erste Zug ist gemacht. Im Wettkampf Alexandra Kostiniuk gegen Elisabeth Pähtz führte Patrick Soff von der Firma Umweltgerechte Kraftanlagen (UKA) für Elisabeth den Zug 1.d4 aus und gab damit den Startschuss zu einem großen Wettkampf.

Text: Jonathan Carlstedt – Es war ein kurzer prüfender Blick, den sich Elisabeth Pähtz nach 4 Stunden Spielzeit auf das Brett der Begegnung zwischen Sarah Hoolt und Fiona Sieber gönnte. Doch dann hörte sie das Klacken ihrer Uhr. Mit flottem Schritt ging es zurück ans Brett, wo ihr gewonnenes Endspiel wartete. Nach vielen interessanten Wendungen in Eröffnung und Mittelspiel, konnte Elisabeth in ein klar besseres Turmendspiel gehen, das sie Stück für Stück, Zug für Zug Richtung Gewinnstellung brachte. Mit einem Bauer mehr und aktiven Figurenspiel brachte sie die Partie nach Hause, eine sehr starke Leistung, die dem Match nochmal zusätzliche Würze gibt.

Open Young Masters Paehtz-Kosteniuk

 

Bevor die Runde jedoch begann, verlieh Axel Eger den von GM Thomas Pähtz und IM Jonathan Carlstedt als Jury vergebenen Preis für die Partie des Tages für das Damenopfer von Irina Bulmaga. Irina kann sich über 100 Euro Preisgeld schon mal freuen.

Im Young Masters wollten sie dem kämpferischen Schach des Matches in nichts nachstehen. Die erste beendete Partie war der Sieg von Marina Brunello gegen Teodora Rogozenco. In einer eigentlich soliden Philidor-Verteidigung, hagelte es auf ein mal ein Figurenopfer auf h6. Der geschlagene Bauer war weg, doch nachdem Teodora das Opfer annahm, konnte sie selbst bei größtem Kampfgeist nichts gegen die Niederlage unternehmen.

Ansonsten war das Motto heute: Auf und ab im Schach. Viele schlechtere Stellung wurden in gute Stellungen umgewandelt. So hatte Jana Schneider mit Weiß gegen Josefine Heinemann zunächst eine angenehme Stellung gegen Josefines Isolani errichtet. Doch Josefine verteidigte sich zäh und vor allem aktiv. So rannte in einem Springerendspiel auf ein Mal ihr a-Bauer das Brett entlang und konnte nur noch unter materiellen Verlusten aufgehalten werden. Mit der nötigen Technik brachte Josefine die Partie nach Hause.

Ähnlich spannend war die Stellung zwischen Sarah Hoolt und Fiona Sieber. Zu Beginn dominierte Sarah die Stellung mit den weißen Steinen. Als alle Figuren richtig standen opferte sie eine Figur. Dies war aber inkorrekt, auch wenn sie am Ende nur 2 Figuren für einen Turm gab. Ein weiteres Qualitätsopfer zur rechten Zeit bescherte Sarah eine klar vorteilhafte Stellung, aber damit war das Gefühlschaos immer noch nicht beendet. Denn Fiona bekam noch eine letzte Chance, die sie verpasste. Am Ende war also Sarah die Siegerin einer turbulenten Partie.

Ein ähnliches Szenario, wenn auch in noch verschärfter Form, ereignete sich zwischen Atousa mit den weißen Steinen und Karina (Hier die ganze Partie). Karina war in einer Struktur der französischen Verteidigung stets unter Druck und es schien klar, dass nur Atousa auf den vollen Punkt spielt. Doch aus dem Nichts entkorkte Karina den Zug Lxb5 der die ganze Partie auf den Kopf stellte und zu ihren Gunsten entschied.

Zu guter Letzt waren da noch Irina Bulmaga und Filiz Osmanodja, die sich ebenfalls in einer Zukertort-Struktur einen heißen Kampf lieferten. Auf ein Mal stellte Irina jedoch einen Bauer ein und hatte anschließend keine Chance ein Endspiel mit je 3 Leichtfiguren zu verhindern. Doch in diesem Endspiel aktivierte sie ihren König und konnte aufgrund eines Fehlers von Filiz den Bauer zurück gewinnen. Nun stachen auf ein Mal Irinas Läufer hervor und besorgten den Rest. Filiz konnte die Niederlage nicht mehr abwehren.

Im Womens Open gab es die ersten Überraschungen, so musste Joanna Majdan an Tisch 2 mit Weiß in ein Remis gegen Janelle Mae Frayna einwilligen. In einer spannenden Partie, in der beide ihre Bauernmassen auf ihren Flügel nach vorne schoben, konnte keine Seite einen entscheidenden Vorteil erlangen. Auch Galina Strutinskaia und Judith Fuchs kamen über einen halben Punkt in Runde 2 nicht hinaus. Den ersten Außenseitersieg fuhr die Inderin Mitali Madhukar Patil gegen Ewa Harazinska, die zusammen mit ihrer Schwester am Open teilnimmt, ein.
Morgen wartet an Brett 1 eine hochklassige Paarung. Die an Nummer 1 gesetzte Inderin SubbaramanViyayalakshmi trifft auf die junge Georgierin Nino Khomeriki. Die Zuschauer können sich auf eine hochklassige Partie freuen.

In allen Turnieren bleibt es sehr spannend. Morgen gibt es wieder Live-Kommentierung über chess24 und vor Ort in der Sportsbar des Radisson Blu Hotels Erfurt. Wir freuen uns auf viele Gäste

TurnierseiteResultate

Print Friendly, PDF & Email