Verkehrte Welt im Young Masters – Außenseiter schlagen zurück

Jonathan Carlstedt – Der letzte Tag des Young Masters und des Womens Open ist angebrochen und die Damen haben nach einer Einzelrunde und gemeinsamen Abendessen am gestrigen Donnerstag Kraft getankt um um die Plätze und hohen Preisgelder zu kämpfen. Marina Brunello sicherte ihre Führungsposition mit einem soliden Remis gegen die starke Rumänin Irina Bulmaga ab. Denn ihre direkten Konkurrentinnen schienen heute nicht in der besten Form zu sein. Zwar stand Marina immer leicht besser, doch nach einem so starken Turnier will man natürlich nichts riskieren.

Das nächste Ergebnis, das im Orga-Büro eintrudelte, war der überzeugende Weißsieg von Fiona Sieber gegen Josefine Heinemann. Damit sind Josefines WGM-Norm Träume zerstört. Fiona hat eine WIM-Norm erspielt, die sie allerdings nicht mehr braucht, da ihr der Titel, wenn auch noch nicht veröffentlicht, bei dem letzten Treffen des Fide-Präsidiums verliehen wurde. Die Niederlage ist eine große Enttäuschung für Josefine, die mit großartigem Schach und starken Ergebnissen in das Turnier gestartet war.

Filiz Osmanodja schien sich heute einiges vorgenommen zu haben, bereits frühzeitig hatte sie in der Eröffnung einen Bauer gegeben. Karina schaffte es nicht die beste Entgegnung zu finden und erlaubte es Filiz die Kontrolle komplett zu übernehmen. Nach einem Turmgewinn von Filiz versuchte die junge Polin noch alles um Filiz noch aufs Glatteis zu führen. Doch die Medizin-Studentin ließ das nicht mit sich machen und gewann eine stark geführte Partie.

Sarah Hoolt verlor gegen Jana Schneider bereits im frühen Mittelspiel die Übersicht. Jana hatte die Eröffnung nicht sonderlich ambitioniert angelegt, doch nachdem sich Sarah 2 Mal falsch entschied stand Jana bereits deutlich besser. Diesen Vorteil baute die amtierende Deutsche Meisterin Stück für Stück aus, bis sie in einer klar überlegenen Stellung landete. Doch Sarah ist neben vieler weiterer schachlicher Qualitäten vor allem für ihren Kampfgeist bekannt. Nach einer Phase, die der Computer bereits mit +2 bewertete fand sie Gegenspiel wo niemand es sah und glich die Stellung aus. Sie versuchte sofort auf Vorteil zu spielen und wurde mit Tf1 aktiv. Doch der Mattangriff funktionierte nicht und wurde von Jana souverän gekontert. Das bedeute den vollen Punkt für Jana.

Atousa scheint nun endgültig in Fahrt zu sein, auch gegen Teodora Rogozenco übernahm sie im Mittelspiel die Geschicke an sich und erreichte frühzeitig eine stärkere Position. Teodora verteidigte sich zunächst stark, doch nach einem Mattangriff, der unweigerlich in Materialverlust gemündet wäre, musste Teodora aufgeben. Damit feiert Atousa ein großartiges Comeback. Nach 0,5 aus 3 in den ersten Runden legte sie 4,5 Punkte im zweiten Teil nach.

Das Womens Open zeigte ebenfalls seine Zähne mit vielen entschiedenen Partien an den Spitzenbrettern. So konnte Mihaela Sandu ihre Siegesserie fortsetzen und kommt nach einem vollen Punkt gegen die tschechische Nummer 1 Kristyna Havlikova auf 7 Punkten aus 8 Partien und führt damit das Feld an. Die einzige Spielerin die Mihaela noch auf den Fersen ist, ist Jovana Rapport. Jovana gewann ihre Partie gegen Karolina Olsarova Aber auch dahinter gab es eine ganze Reihe von entschiedenen Resultaten.

Das was Mihaela derzeit an positiven Lauf hat, hat die Nummer 1 des Turniers Subbaraman Viyajalakshmi an Anti-Lauf. Nach 5 Siegen in den ersten 5 Runden setzte es 3 Niederlagen, die sie nun in den Untiefen des Mittelfeldes verschwinden lässt. Die Nutznießerin dieser Negativ-Serie war die Überraschung des Turniers aus Lettland Linda Krumina, die nun auf starke 6 Punkte aus 8 Partien kommt. Ebenfalls den vollen Punkt holte die junge Georgierin Nino Khomeriki gegen die glücklose Joanna Majdan.

Joanna hatte sich gestern noch im Blitzturnier warm gespielt, konnte diesen Schwung aber nicht in die heutige Partie nehmen. Aus Deutscher Sicht sehr erfreulich der Sieg von Judith Fuchs gegen die Ukrainerin Evgenija Doluhanova. „Das was sie gemacht hat, konnte einfach nicht funktionieren, aber ein wenig Angst hatte ich trotzdem“ berichtete eine sichtlich erleichterte Judith Fuchs nach der Partie, bevor es zum Ausruhen für das große Finale um 16 Uhr ging.

Wir freuen uns auf eine spannende letzte Runde!

Open Young Masters Paehtz-Kosteniuk
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Fotos: Klaus Steffan:

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