Der angriffslustige Berliner

Kurt Richter (1900 bis 1969) erlernte im Alter von 10 Jahren das Schachspiel von seinem Großvater. 1914 begann er eine Lehre als Versicherungskaufmann. Bedingt durch die Not im Krieg wurde er krank, die Krankheit begleitete ihn ein ganzes Leben lang. 1922 wurde er erstmals Stadtmeister von Berlin. Sein erster internationaler Achtungserfolg gelang ihm 1928 mit dem Gewinn des internationalen Turniers von Wiesbaden. 1934 wurde er in Niendorf Zweiter hinter dem Schweden Stahlberg.

Als er 1929 aufgrund der Weltwirtschaftskrise seinen Arbeitsplatz verlor, widmete er sich ganz dem Schach. Er verdiente seinen Lebensunterhalt fortan mit Beiträgen in Schachzeitschriften und dem Schreiben von Büchern. Er übernahm die Leitung der Zeitschrift „Deutsche Schachblätter“. Nach der Einstellung im Jahre 1952 arbeitete Richter bei der „Deutschen Schachzeitung“ mit.

Aufgrund seines kompromisslosen Angriffsspiels nannte man ihn auch den Scharfrichter von Berlin. 1950 wurde ihm der Titel „Internationaler Meister“ verliehen. Er war einer der bekanntesten Schachjournalisten seiner Zeit.

Die nun folgende Partie Kurt Richters wurde bei der inoffiziellen Schach-Olympiade 1936 in München gespielt, wo er am 1. Brett für Deutschland spielte. Die Partie ist nicht nur ein Muster-Beispiel für einen gelungenen Königsangriff sondern gleichzeitig ein Zeugnis von Richters kompromisslosen Angriffsstil.

Print Friendly, PDF & Email