Dicke Luft beim SK Schwäbisch Hall

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Die Homepage eines Schachvereins ist wie eine Visitenkarte und dient der Darstellung von Aktivitäten des Vereins. In sehr vielen Schachvereinen legt man nicht viel Wert auf eine Außendarstellung. Oder man begnügt sich mit einer Vereinsseite, der man schon die lasche Einstellung der Vereinsspitze ansehen kann. Oft ist das Layout nicht zeitgemäß und die Informationen über die Aktivitäten des Vereins dürftig. Nicht so in der Vergangenheit beim SK Schwäbisch Hall. Top-Vereinsseite und eine  excellente Berichterstattung waren selbstverständlich, dank Dr. Marschner. Der Verein selbst sehr erfolgreich. Zwei Mannschaften in der höchsten Klasse. Die Frauenmannschaft wurde Deutscher Meister in der Saison 2016/17. Die Männer landeten in der Bundesliga auf dem ehrenvollen 4. Platz. Die Vereinsspitze könnte also zufrieden sein. Nicht so beim SK Schwäbisch Hall.  In der letzten Hauptversammlung krachte es. Was wohl kaum einer versteht, die barsche Kritik richtete sich ausgerechet gegen das ganze Organisationsteam der Frauen, insbesondere dem Finanzverantwortlichen (und ehemaligen Chef der Haller Stadtwerke) Johannes van Bergen, obwohl die Erfolge sich sehen lassen können. Aber lesen Sie selbst:

Beitrag von Dr. Thomas Marschner – Vielleicht wundern sich die ein oder anderen Leser der Webseite des SK Schwäbisch Hall, warum es in den letzten Wochen keine Updates mehr auf der Seite gab. Dies liegt nicht nur an Saisonende und Urlaubszeit, sondern hat andere Gründe.

Einige Wochen vor der Mitgliederversammlung Ende Juni legte ich mein Amt als Pressewart und Webmaster des SK Schwäbisch Hall aufgrund schwerwiegender Angriffe auf meine Person und das Organisationsteam der Frauen-Bundesliga-Mannschaft nieder. Bei der Mitgliederversammlung am 30. Juni erreichten die Angriffe eine Art und Weise, wie sie mir in über 30 Jahren Tätigkeit in den unterschiedlichsten Vereinen noch nicht begegnet ist. Der Bericht von Hartmut Ruffer im Haller Tagblatt gibt die Vorkommnisse nur ansatzweise wieder.

Trotzdem wurden Michael Riedel, Harald Barg und Ulf Bischoff, die hauptsächlich für die weit ins Persönliche gehenden Angriffe verantwortlich waren, in ihren Ämtern als Vorsitzender, 2. Vorsitzender und Kassierer bestätigt. Der bisherige Spielleiter und Mannschaftführer des deutschen Frauenmeisters Gregor Krenedics wurde vom Vorstand nicht mehr als Spielleiter vorgeschlagen.

Nach 25 Jahren im Amt geschah dies mit der Aussage „wir wollen mal was Neues machen“. Nicht einmal für ein „Dankeschön“ reichte es. Über die Angriffe auf Johannes van Bergen, bis dato Schriftführer des Vereins und Finanzverantwortlicher des Frauenteams, die weit ins Persönliche gingen, will ich gar nicht reden. Das Perfide war, dass bewusst von den oben genannten Personen ein Termin für die Versammlung festgelegt worden war, von dem bekannt war, dass der Angegriffene verhindert war und sich damit nicht verteidigen konnte.

Aufgrund der Tatsache, dass der aktuelle Vorstand von einer Mehrheit der Mitglieder gewählt wurde, entnehme ich, dass eine Mehrheit der Mitglieder des SK Schwäbisch Hall mit dem Vorgehen der oben genannten Personen bei der Mitgliederversammlung einverstanden ist. Aus diesem Grunde stehe ich für eine Tätigkeit als Webmaster mit Ausnahme der Übergabe von Domain und Inhalt an einen Nachfolger, so er sich denn findet, nicht mehr zur Verfügung. Berichte aus dem Schach-Bereich werde ich in Zukunft auf meiner eigenen Webseite http://www.thomas-marschner.de und den einschlägigen Schachportalen veröffentlichen.

Ich werde mich ab jetzt ausschließlich auf die Unterstützung der Damenmannschaft des SK Schwäbisch Hall konzentrieren. Immerhin wurde die Mannschaft vor einigen Monaten deutscher Meister, was offensichtlich einem Großteil des Vereins gleichgültig ist bzw. schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Aktuell ist unklarer denn je, ob die Mannschaft nächste Saison überhaupt noch antreten kann, da der Appell vom ehemaligen Chef der Schwäbisch Haller Bausparkasse Ehrhard Steffen zu Ende der Mitgliederversammlung, dass der Verein wieder als Verein geführt werde, offenbar ungehört verhallt ist. Die Angriffe des Vorstands auf das Organisationsteam der Damen mit dem Ziel, die Eigenständigkeit zu verhindern, haben in den letzten Wochen trotz eines entsprechenden Beschlusses der Mitgliederversammlung auf Eigenständigkeit in Finanzierung und Organisation weiter an Aggressivität zugenommen, sodass Teile des Organisationsteams aktuell erwägen, den Verein zu verlassen.

 

 

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4 thoughts on “Dicke Luft beim SK Schwäbisch Hall

  1. „Der Bericht von Hartmut Ruffer im Haller Tagblatt gibt die Vorkommnisse nur ansatzweise wieder.“
    Auch der Bericht von T. Marschner gibt die Situation nur ansatzweise wieder. Es ist unfassbar, was sich an Aggressionen, Dreistigkeiten und Lügen im Hintergrund abgespielt hat und noch abspielt. Der Verein wird katastophal geführt, da ist überhaupt nichts außer 30 oder 40 Legionären, seit Jahren kein einziger Jugendlicher mehr..
    Wer etwas gestalten will, wird mit Fusstritt rausgeworfen. Jetzt hat es den Spielleiter und Webmaster auch erwischt. Da schwappen die Hasstiraden herum, da wird Krieg geführt.
    Der ganze Verein ist seit langem nur ein Fake.

  2. @Martin Schmidt: So kann man das sehen, andere Interpretationen gehen auch. Erfolge im Damenbereich sind zwar wohl einfacher zu erzielen (geringerer finanzieller Aufwand), aber die Damenmannschaft von Schwäbisch-Hall hat praktisch gar keine lokale Komponente – bis auf Annmarie Mütsch (Gastspielerin, Stammverein Eppingen) die nur gegen schwächere Teams eingesetzt wurde.
    Die Herrenmannschaft ist auch international – sonst könnten sie nicht oben mitspielen – aber hat immerhin drei deutsche Stammspieler. Frank Zeller ist seit Jahren im Verein (zuvor Schwäbisch Gmünd um die Ecke), ebenso Alexander Raykhman (slawischer Name aber Deutscher, zuvor Baden-Baden). Mathias Womacka (ursprünglich Karl-Marx-Stadt/Chemnitz) ist nicht ganz so lokal.
    Bei den Damen können sie sagen „wir sind deutscher Meister!“, bei den Herren auch zumindest eher „wir sind Schwäbisch-Hall“ – da gehen eben die Meinungen auseinander, was wichtiger ist … .

  3. Typische Frust-Probleme vom Männervorstand, nachdem jeder einzelne bei den Damen nicht landen konnte.

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