Vachier-Lagrave führt in Saint Louis

Warum eigentlich? Unter anderem bzw. vor allem lag es an einer Partie, die er gewann weil er zuvor auf Verlust stand, und die sein prominenter Gegner demnach verlor weil er nach langem Manövrieren endlich – aber dann nur vorübergehend – auf Gewinn stand. Wie das zustande kam, gegen wen er in dieser Runde spielte (alle Teilnehmer des Sinquefield Cups sind „prominent“), wie das anderswo teilweise beschrieben wurde – da muss der Leser sich noch etwas gedulden, es sei denn er kennt andere Quellen zum Turnier.

Was zählt sind letztendlich die erzielten Punkte und nicht die „möglichen“, nach fünf von neun Runden – danach war Montag Ruhetag – steht es so: Vachier-Lagrave 3.5/5, Carlsen und Anand 3, Caruana, Karjakin, Aronian 2.5, So, Nepomniachtchi, Nakamura, Svidler 2. Noch werden vier Runden gespielt, also ist es ein Zwischenstand.

Aus diversen Fotos von MVL habe ich für das Titelbild das Schickste von der Eröffnungsfeier ausgewählt. Alle Fotos von der Turnierseite bzw. ab da via Flickr. Generell verwende ich vor allem Fotos von Lennart Ootes, einige auch (dann erwähnt) von Austin Fuller. Das ist der neue Look des Franzosen – wie er ohne oder mit etwas weniger Bart aussieht, siehe z.B. seine Homepage, da auch einige Fotos älteren Datums ohne Brille.

 

Ohne weitere Vorrede zu Runde 1 – erst einmal zwei Fotos von der Ankunft der Spieler (von Austin Fuller):

Peter Svidler wurde dabei fotografiert, offenbar dreifach – Austin Fuller ist nicht mit auf diesem Foto.

Levon Aronian kam auch.

Und dann sassen alle zehn an den Brettern (oder auch mal nicht, wie hier Aronian und Karjakin). Da passierte dann einiges – am wenigsten vielleicht bei Anand-Nakamura, die in ausgeglichener aber noch nicht ausgelutschter Stellung die Züge wiederholten.

Caruana-Carlsen 1/2 war dagegen voll ausgekämpft und gehaltvoll ohne allzu spektakuläre Momente. Am Ende gab Weiss Dauerschach, kurz davor hatte Schwarz ein Dauerschach angedeutet und wollte dann doch weiterspielen.

Nach „Turnierrelevanz“ kann man die drei Weissiege natürlich zu diesem Zeitpunkt nicht sortieren, also nach Eloschnitt:

Vachier-Lagrave – So 1-0, auf dem Foto der zweite Händedruck. Warum Wesley So aufgab – da ist etwas zu wenig Stellung auf dem Foto erkennbar, berechtigt war es. Zuvor hatte der Franzose den Amerikaner positionell unter Druck gesetzt. Direkt vor der Zeitkontrolle wiederholte er einmal die Züge – ein zweites Mal hätte er es vielleicht ohnehin nicht getan, aber So wich mit 40.-Kd8? ab und das war ein grober Fehler: danach waren die beiden weissen Läufer viel besser als das schwarze Springerpaar. Auf dem Foto ein weisser Turm auf e1, weisse Läufer auf h2 (etwas versteckt aber effizient) und e4 sowie, bedingt erkennbar, ein schwarzer Turm auf c8. Qualitätsverlust war für Schwarz unvermeidlich da sein König auf d8 nun dumm steht (auf doch wieder 43.-Ke7 kommt ja 44.Lxb7 Abzugsschach).

Danach dann das erste von mehreren Interviews mit dem Franzosen, nun wieder mit Grand Chess Tour Jackett.

Aronian-Nepomniachtchi 1-0 – Fehlstart für diesen Russen, der übel unter die Räder kam. Hier (nach 16.-Le6, zuvor 16.Lxc5) war die Entscheidung bereits gefallen, Weiss hat einen kerngesunden Mehrbauern. Was macht der weisse Turm auf h4? Er stand da seit dem zehnten Zug. Wo ist der weisse, bzw. wo sind beide h-Bauern? Aronian spielte 7.h4, 8.h5 und dann 12.hxg6. Rochade musste nicht sein, und aus schwarzer Sicht war 11.-0-0 wohl bereits der entscheidende Fehler. Bis dahin spielte Nepo schnell, für (12.-hxg6 13.Dxb7 – das geht, dieser Bauer ist nicht vergiftet) 13.-Tfd8 brauchte er dann 47 Minuten.

Das Kuriose an dieser Partie: Nepomniachtchi hatte diese Eröffnung auch analysiert, aber offenbar nur flüchtig aus weisser Sicht – 10.Th4!? kannte er noch, die beste schwarze Antwort darauf nicht. Offenbar war seine Analyse eher nach dem Motto „das kann ich mal im Schnell- oder Blitzschach versuchen“!? Bis 8.-Sc6 kannte er es auch aus eigener Praxis – dass er dann bei der russischen Meisterschaft 2013 gegen Svidler verlor lag damals nicht an der Eröffnung.

Auch Aronian danach gut gelaunt im Interview mit Maurice Ashley

Karjakin-Svidler 1-0 – schon vor der Runde war klar, dass „Russland“ mindestens einen Punkt erzielen würde. Auch Svidler kam böse unter die Räder. Die gute Nachricht aus seiner Sicht zum Foto-Zeitpunkt (gerade spielt Karjakin 33.DxDe4): er hat eine Qualität mehr. Die schlechte Nachricht dagegen: Weiss hat gefährliche bis tödliche Freibauern am Damenflügel. Eröffnung war (wie auch bei MVL-So) Italienisch Giuco Piano, neue Mode unter Weltklasse-GMs.

Karjakin hinterher beim Interview (auf späteren Fotos hatte er sein eigenes Jackett mit Sponsorenlogos)

Svidler auch beim Interview. Generell standen auch Verlierer Rede und Antwort – so war es vertraglich offenbar vorgesehen, nur einer sollte da dann nicht mitmachen.

Runde 2 – zuerst wieder ein Bühnenfoto:

Dann erwähne ich, dass Nakamura-MVL und Svidler-Anand relativ geräuschlos remis wurde. Die beiden anderen Verlierer des Vortags trafen aufeinander, einer sollte wiederum leer ausgehen: Nepomniachtchi-So 0-1. Mit 17.f4?! Lxc3 ruinierte Nepo seine Bauernstruktur – 18.bxc3 musste sein da der schwarze Sh5 nun die weissen Bauern auf g3 und f4 beäugte. Der Rest war aus schwarzer Sicht eher Technik, weisse Bauern wurden im weiteren Partieverlauf Fallobst.

Carlsen-Karjakin 1-0 – nach 42.Sg5-h3 (Fotomoment) war Schluss, da der weisse Springer da nicht bleiben wird sondern über f4 wieder ins Geschehen eingreift. Diese Partie wurde anderswo beschrieben als „Carlsen hat einfach klasse gespielt, Karjakin war chancenlos – nicht klar wo er den entscheidenden Fehler machte“. Dabei ist es (mit Computerhilfe) relativ eindeutig: nach 26.Tc6!? durfte Karjakin diesen Turm da nicht dulden sondern musste ihn befragen – entweder direkt mit 26.-Tc8 oder taktisch-indirekt mit 26.-Ta8 (droht 27.-TxSa5 und dann wäre der Tc6 ungedeckt). 26.-Sc3 (zuvor stand der Gaul auf a4) war zwar naheliegend aber hier falsch bzw. nicht erste Priorität. Im weiteren Verlauf bekam Schwarz zwar einen (ungefährlichen) b-Freibauern, Weiss dagegen entscheidendes Bauern-Übergewicht am Königsflügel. Objektive Ursachenforschung muss vielleicht nicht sein, „Ave Carlsen Halleluja“ geht ja auch.

Aronian-Caruana 0-1 war remislich, bis Aronian mit 33.Ke2?? patzte – das kostete schlichtweg eine Figur. Caruanas Technik war danach, milde ausgedrückt, suboptimal – die Partie dauerte bis zum 110. Zug, am Ende hatte Caruana eine von Anfang an gewonnene Version von Turm und Läufer gegen Turm. Nach 110.-Tc4+ gab Aronian auf – auf dem Foto nicht erkennbar: der schwarze Läufer steht auf e5. 111.Kh3 Tc2 wird matt (sofort oder nach 112.Txe5+ wenig später), 111.Kh5 Tc2 ebenfalls (hier geht auch -Tc1 oder -Tc8).

Danach war es offenbar draussen bereits (fast) dunkel – nicht nur für europäische Internet-Zuschauer, auch vor Ort in Saint Louis.

Zu Runde 3 fasse ich mich kürzer. Alles remis, dreimal lag es daran dass ein Mehrbauer nicht gewinnträchtig war – bzw. MVL verpasste wohl den Sieg gegen Svidler, da er den Konter 32.-d5 nicht würdigte. Am Ende verzichtete Svidler gar zunächst auf ein Dauerschach und gab es dann nach der Zeitkontrolle doch. Aus dieser Runde sonst nur ein paar Fotos:

Wieder einmal die Bühne – Aronian setzt Farbtupfer. Die nächsten drei Fotos wieder von Austin Fuller:

Karjakin-Aronian war Remis in 23 Zügen, Gesprächstoff in Interviews gab es offenbar trotzdem (Karjakin im Sponsorjackett, wie zuvor auch gegen Carlsen).

Runde 4:

Da war die Welt für (Team) Carlsen noch in Ordnung, auf dem Weg zur Runde wird er von Papa Henrik und Trainer/Sekundant Peter Heine Nielsen begleitet [Foto Austin Fuller]. Die halb abgeschnittene Dame ist wohl nicht Carlsens Freundin, dagegen war seine Mama diesmal auch mit angereist. Ebenfalls vor Ort Aronians Verlobte Arianne Caoili und Wesley Sos Ersatzfamilie, nicht dagegen Karjakins Ehefrau – die muss sich in Moskau um das neugeborene Baby kümmern. Dann ging’s los:

Immer noch war die Welt für Carlsen in Ordnung.

Hier (Foto Austin Fuller) auch noch – auf dem Brett ein kompliziert-unklares damenloses Mittelspiel. Das (und damit Grünfeld-Fan MVL ärgern) hatte Carlsen mit 1.Sf3 Sf6 2.c4 c5 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e3!? Sxc3 6.dxc3!? Dxd1+ 7.Kxd1 angestrebt. So spielte zuvor Radjabov beim GP-Turnier in Genf um Peter Grünfeld Svidler zu ärgern – er bekam den vollen Punkt. So spielten davor Vidit und Wang Yue gegen Nepomniachtchi, das wurde jeweils remis. Ebenso drei (Remis-)Partien aus den 1970er Jahren von Endspielfan Ulf Andersson.

Hier der Moment, ab dem die Partie zum zweiten Mal kippte. MVL hatte vor der Zeitkontrolle ungenau gespielt und stand nun verloren, wenn Weiss 45.-Lxg3 mit 46.Td2! beantwortet – dann hängt bei Schwarz zu viel und Materialverlust ist unvermeidlich. Stattdessen kam nach 7 1/2 Minuten (die Zeitkontrolle war ja erreicht) 46.Tg2? (kostet einen halben Punkt) 46.-Lh3 47.Txg3 Lxf1 48.Tf1? (kostet noch einen halben Punkt). Carlsen leistete danach noch Widerstand, MVLs Endspieltechnik war nicht ganz perfekt aber dann doch gut genug:

Carlsen-MVL 0-1 – danach Gesprächsbedarf. Mit seinem Gegner redete Carlsen, mit Medien danach nicht. Chess.com schrieb unter der Überschrift „Carlsen Falters in Winning Position, loses against MVL“ (Carlsen stolpert in Gewinnstellung und verliert) „45 Züge lang spielte Magnus Carlsen eine ‚Carlsen‘ Modellpartie. Nachdem er aus der Eröffnung wenig erreichte, stellte er komplizierte positionelle Probleme und wurde mit kleinen Ungenauigkeiten (subtle errors) von MVL belohnt.“ Chessbase ist noch Carlsen-freundlicher: „Eine typische Magnus-Partie mit dem falschen Sieger.  In der vierten Runde des Sinquefield Cups sahen die Fans einen Weltmeister, wie er leibt und lebt. Er lavierte so lange rum, bis sein Gegner einen Fehler beging. Dann verrechnete sich aber Magnus Carlsen und Maxime Vachier-Lagrave nahm den Punkt und die Tabellenführung mit.“ Chess24 hat dagegen das neutral-unvoreingenommene „MVL schlägt Carlsen in spannender Partie“ bzw. im englischen Original „MVL beats Carlsen in thriller“.

Was soll man – zu den beiden ersten Versionen – sagen? Lange war es ausgeglichen-unklar, dann bekam Carlsen vorübergehend Oberwasser und kam mit dieser neuen Situation gar nicht zurecht. Aber warum bitteschön sind gegnerische Fehler eine gerechte Belohnung für Carlsen, während eigene Fehler dann dazu führen, dass die Partie den „falschen Sieger“ hat? So sehen es Carlsen-Fans ….. .

Natürlich gab MVL hinterher ein Interview – wie auch nach Runde eins (Foto links), aber das rechts ist das aktuelle (man suche die Unterschiede). Carlsen verschwand dagegen offenbar sofort, obwohl auch Verlierer sich sonst zur Partie äussern mussten – es gibt Regeln für alle, und Ausnahmen für Carlsen.

War da noch was?

Nepomniachtchi-Nakamura 1-0 – Nakamura half weder Red Bull noch das kämpferische T-Shirt vom Saint Louis Chess Club, er ging sang- und klanglos unter.

War da noch was? Ja, drei relativ gehaltvolle Remisen. Aronian versuchte gegen Anand wieder 7.h4, 8.h5 und 10.h6 – diesmal also nicht hxg6 und auch nicht Th4, stattdessen im 18. Zug doch noch die kurze Rochade. Diesmal hatte es nicht den gewünschten Erfolg – er stand danach eher leicht schlechter aber es wurde remis, wie auch Caruana-Karjakin und Svidler-So.

Und noch einmal Saint Louis bei Nacht.

Runde 5 – da liefere ich mal vorab Hinweise, wie Carlsens Partie ausging:

Carlsen gibt Autogramme (macht er nicht immer) und ein Interview (macht er auch nicht immer), also hat er jedenfalls nicht verloren.

Ich war anfangs bei der Runde live dabei und habe mich dann ausgeklinkt – es gibt noch andere Dinge ausser Schach, konkret an diesem Abend ein Musikfestival. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Partien recht ausgeglichen. Das muss natürlich nicht so bleiben, aber dass zwei Spieler – der Weltmeister und sein Vorgänger – dann ziemlich schnell gewannen kam für mich recht überraschend. Da zwei andere Spieler demnach verloren, war ein weiterer Ex-Weltmeister womöglich Sieger aus gebührender Entfernung.

So-Carlsen hier fast schon 0-1 – Doping half Wesley So auch nicht mehr [Foto Austin Fuller]. Schwarze Schwerfiguren stehen bereits frech auf der zweiten Reihe, noch hat Weiss Bauern auf a2 und c3. Nach wenig später 27.-Lxa2 und dann 29.-Dxc3 hatte Wesley So genug gesehen und gab auf.

Wie kam das zustande? So überraschte Carlsen mit Schottisch (sonst redete man Italienisch oder auch mal Spanisch, dabei – was das Endspiel betrifft – nie Berlinerisch), Carlsen reagierte mit (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4!? exd4 4.Sxd4) 4.-Lb4+!? 5.c3 (da steht nun ein Bauer, also vorläufig kein Springer) 5.-Le7!? (5.-Lc5 ist aktiver und üblicher). Zugegeben, 18.-Tb8 war dann ein weltmeisterlicher Zug (wobei „Turm auf eine offene Linie“, das weiss vielleicht auch der Weltmeister U8), 19.Lf4? (ignoriert die Drohung -Txb2 glatt) direkt danach ziemlich suboptimal. 19.-Txb2! – so spielen Weltmeister und wohl auch Amateure, richtig war es jedenfalls. Nun musste So 20.LxSd7 Dxd7 einschieben (Läufer gegen Springer tauschen macht man vielleicht ungern, hier musste es nun sein) – dann geht nach weiterem Generalabtausch nicht 24.-(in der Partie 23.-)De2 da Weiss nun das starke 25.Dd8+ hätte. So würde es wohl remis. 19.Lf4? hatte ich noch live mitbekommen und ging davon aus, dass So – obwohl er zuvor besser stand – mit Weiss mal wieder nur remis gegen Carlsen wollte. Aber dann kam es anders – er war eben mal wieder ausgesprochen lieb zu Carlsen.

Ebenfalls schnell beendet, dabei spektakulärer war

Anand-Caruana 1-0 – auf dem Foto offensichtlich, warum Caruana nach 29.Df7+ aufgibt.

Hinterher Analyse-Gesprächstoff.

Was war passiert? Auch hier lag es nicht an der Eröffnung, sondern am 19. Zug des Verlierers. Nach 19.-Lg4? ging 20.LxSc6! (machen manche ungern, aber Anand tauscht gerne mal seinen Läufer gegen einen Springer) 20.-bxc6 21.fxe5 (das ist ein Bauer). Nach 21.-f6 22.exf6! Te2 drohte zwar sowohl 23.-Dxh2 matt als auch 23.-TxDd2, aber Weiss war schneller: 23.f7 SCHACH Kf8 24.Lxg7 SCHACH 24.-Kxg7 25.Dc3 SCHACH. Nach 25.-De5 bekäme Weiss nur ein Endspiel mit Mehrqualität – andere beurteilten die weissen Gewinnchancen da deutlich höher als Anand selbst während der Partie und auch hinterher in Interviews. Caruana spielte 25.-Te5 und nun hatte Weiss das spektakuläre „Damenopfer“ 26.Dd4 – „Damenopfer“ in Gänsefüssschen da er nach 26.-Txd4 erst die Dame zurück bekommt und dann den schwarzen König: 27.f8D+ Kg6 28.Df6matt. Alles andere war aber auch hoffnungslos für Schwarz.

Anand brauchte acht Minuten für 20.Lxc6 (immerhin eine Richtungsentscheidung) und fünf weitere für 22.exf6 – ab hier gab es keinen Weg zurück, entweder er gewinnt dann oder er verliert. Den Rest spielte er fast a tempo – so kompliziert war es für einen Weltklassespieler also nicht. Vor allem 26.Dd4 war natürlich spektakulär, viel rechnen (lange oder mehrere Varianten) musste er dabei nicht. Und nun eine Anand-Fotoserie (alle Fotos Austin Fuller):

Anand gibt Autogramme, Anand mit Maurice Ashley (danach alleine fotografiert) und dann offenbar auch noch auf Spanisch mit Alejandro Ramirez. Spanisch kann er ja fliessend, da er jahrelang in Spanien wohnte. Deutsch kann er auch, aber Jan Gustafsson kommentiert erst ab Runde acht (und nicht klar ob er dann auch vor Ort in Saint Louis ist).

Warum schrieb ich „war ein weiterer Ex-Weltmeister womöglich Sieger aus gebührender Entfernung“? Kramnik will sich ja, wie Caruana und So, nach Elo für das Kandidatenturnier qualifizieren, und der Rückstand auf diese beiden wurde nun wieder kleiner (bzw. live ist er nun genau gleichauf mit So). Dabei wurde Dortmund allerdings bereits für die derzeit gültige August-Liste ausgewertet, und Sinquefield Cup wird erst für die September-Liste ausgewertet. Carlsen hat dagegen nun wieder relativ beruhigende knapp 20 Elopunkte Vorsprung auf Caruana – wenn er gegen So verloren hätte konnte Caruana mit einem Sieg gegen Anand Weltranglistenerster werden, zumindest für einen Tag (bzw. zwei, da Montag ja Ruhetag war).

Zu den anderen Partien nur, dass sie remis endeten.

Noch ein Foto von draussen, wieder von Austin Fuller.

Wie geht es weiter? In Runde 6 mit Carlsen-Nakamura (früher konnte man da fast schon 1-0 in die Tabelle eintragen, inzwischen nicht mehr unbedingt), Caruana-MVL (0-1 wenn Caruana Najdorf-Sizilianisch erlaubt? stimmt auch nicht mehr unbedingt), Karjakin-Anand (Duell der WM-Herausforderer), Aronian-So (wenn Aronian gewinnen sollte hat er mal wieder 2800+ und So nicht mehr) sowie Nepomniachtchi-Svidler (Duell der Elo-Aussenseiter, in Biel wären sie Elofavorit gewesen). Turnierentscheidend dann eventuell Anand-MVL in Runde 8, oder es bleibt bis zur letzten Runde spannend.

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5 thoughts on “Vachier-Lagrave führt in Saint Louis

  1. Der R. Ichter und sein H. Enker – nicht so nett! Ich weiß auch nicht, was uns Enker damit sagen wollte, aber hätte er es nicht geschrieben, wäre die Welt auch nicht untergegangen. Ein sehr schöner, bunter, lesenswerter und (zum Glück) nicht unkritischer Bericht von Thomas dem Richter – vielen Dank für die vielen Eindrücke aus St. Louis!

  2. Vielleicht waren es diese Bemerkungen zu Carlsen, vielleicht auch andere zur Partie gegen MVL. Vielleicht auch, dass Naka trotz Red Bull und farbigem T-Shirt gegen Nepo verlor. Vielleicht gar der Hinweis (Anti-Hou-Yifan-Tirade?), dass Nepomniachtchi und Svidler in Biel Elofavoriten wären, in Saint Louis dagegen zusammen und genau gleichauf Nummer 9-10 der Setzliste sind.
    Vielleicht noch etwas anderes, das ich mir rein gar nicht vorstellen kann. Wer – ausser H. Enker – weiss das schon?

  3. Gut so, Herr Richter!
    Auch mir fällt Carlsen seit geraumer Zeit durch sein zickiges und arrogantes Verhalten auf. Insofern erachte ich die durchaus noch moderat ausgefallene Kritik des Autors an Carlsens „Extrawürsten“´, insbesondere mit seinen unsportlichen Interviews-Verweigerungen für absolut berechtigt. Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass Carlsen Verhaltensdefizite zeigt. Wer vor wenigen Wochen sein zickiges Auftreten im Interview gegen (äh) mit Maurice Ashley bei der „Grand Chess Tour“ in Paris gesehen hat, weiß wovon ich rede. Immerhin ist Carlsen mittlerweile auch schon 26 Jahre alt, verhält sich aber insbesondere nach seinen wenigen Niederlagen wie ein kleiner, bockiger Junge. Das ist alles Andere als „weltmeisterlich.“ Seine Vorbildfunktion ah- gibt es sowas auch noch? Ich meine schon – sie tendiert gegen Null. Ich sag mal so: Käme Magnus Carlsen nicht ausNorwegen, also aus dem „Westen“ sondern wäre ein gebürtiger Armene, Aserbaidschaner oder Russe – Mei o mei – würden sich die Schachfans hierzulande das „Maul zerreißen“ über die ungehobelten Umgangsformen dieses Spielers. Aber er kommt ja aus dem „Westen“ und „everybodies darling“ darf sich alles erlauben – Mitnichten.

  4. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was an dem Beitrag negativ sein soll. Vielleicht hat Herr Richter nicht Ihren Geschmack getroffen. Das ist möglicherweise auch nicht so einfach. Sie sollten mal überprüfen, ob Sie immer den richtigen Ton finden. Ich habe nichts gegen Kritik, nur sollte sie konstruktiv sein. Schreiben Sie doch bitte konkret was man hätte besser machen können. Übrigens: Einen Schachspieler „Enker“ gibt es in Deutschland nicht in der DWZ-Liste.

  5. Lieber Herr Richter,
    huch! Da war Ihre kürzliche Anti-Hou-Yifan-Tirade ja noch harmlos dagegen. Sind Sie sicher, dass Sie Ihre persönlichen Animositäten und unterschwelligen Aggressionen einigermaßen im Griff haben? Von einem seriösen (Schach-)Journalisten sollte man das eigentlich erwarten können.
    Ehrlich gesagt finde ich diesen Artikel ziemlich peinlich, auch für den Schach-Ticker.
    Ihr H. Enker

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