Bassem Amin gewinnt „Armageddon“ und Turnier in Abu Dhabi

Während der entscheidenden letzten Runde war als Arbeitstitel bereits „Short auf Umwegen zum Turniersieg“ vorgesehen, aber dann kippte die Partie Short-Amin noch – eigentlich komplett, aber Nigel Shorts Remisangebot kam rechtzeitig; so sicherte er sich immerhin noch den alleinigen zweiten Platz im Turnier.

„Auf Umwegen“ hätte sich weder darauf bezogen, dass Short neun Partien spielte (das machten alle) noch auf eine besonders weite Anreise. Er lebt wohl in Griechenland, das ist zwar ein paar Flugstunden von Abu Dhabi entfernt aber doch näher dran als z.B. Mitteleuropa. Noch näher dran waren wohl neben den paar Teilnehmern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (Salem Saleh und drei mit Elo 1747-2012) auch viele bis alle der insgesamt 51 aus Indien – knapp die Hälfte der insgesamt 124 Teilnehmer. Es hätte sich darauf bezogen, dass der an eins gesetzte Nigel Short nur in der ersten und letzten Runde am Spitzenbrett spielte und zwischendurch Brett 27 und 24 besuchte. Der Ägypter Bassem Amin, an zwei gesetzt, ab Runde 4 durchgehend am Spitzenbrett. Einige andere Favoriten landeten dagegen zwischendurch auch in tieferen Regionen und schafften es wieder bis fast nach oben, oder auch nicht.

Endstand: Amin 7.5/9, Short 7, Aryan Chopra, Salem Saleh, Batchuluun, Mamedov, Korobov, IM Abdusattorov (alle anderen GMs), Parligras 6.5, usw. . Für Mamedov, Korobov und Parligras gilt: Elopunkte verloren (zwei oder drei), Preisgeld gewonnen. Aryan Chopra aus Indien (*2001) ist noch recht jung und bereits GM. Der Usbeke Nodirbek Abdusattorov (*2004) ist jünger und noch kein GM – was nicht ist kann noch werden. Auch für Tsegmed Batchuluun aus der Mongolei hat sich die weite Anreise gelohnt. Die Gruppe mit 6/9 (Platz 10-18) wird nach Wertung angeführt von IM Vignesh aus Indien, dann u.a. die Elo-Mitfavoriten Adly, Efimenko und Sethuraman sowie der iranische Jungstar IM Firouzja.

Titelbild für Bassem Amin, Fotos ab Turnierseite über Facebook.

Ich beginne mit Runde drei: Noch vierzehn Spieler hatten 2/2, alle sieben Partien endeten (bei Elounterschieden von 20-50 Punkten) remis – im Gegensatz zu diversen Partien zwischen Spielern mit zuvor 1.5/2. So führten nach dieser Runde 23 Spieler mit 2,5/3, darunter auch Dennis Wagner aber ihn werde ich erst unter der Rubrik „deutsche Teilnehmer“ wieder erwähnen. Nicht darunter die Mitfavoriten Short und Mamedov, Ursache fotografisch dokumentiert:

Short in Runde zwei zwar gut gekleidet, aber nur an Brett 27, in Runde drei dann an Brett 24. Was war passiert? Zweimal konnte er bessere Endspiele gegen nominell unterlegene junge Inder nicht gewinnen, bzw. in Runde 2 gegen FM Sadhwani (*2005, Elo 2359) nur nach seinen Regeln: zum Schluss kam da 77.Kg1 h2+ 78.Kh1 Kh3 – patt, laut FIDE-Regeln remis, laut Shorts bevorzugten Regeln hätte er diese Partie gewonnen. Danach erzielte Nigel Short allerdings 5,5/6 – erst gegen IMs, dann auch gegen GMs. Und dann kam die Schlussrunde.

Dronavalli Harika machte es in Runde 2 besser als Nigel Short und gewann ein besseres Endspiel gegen Rauf Mamedov. Im weiteren Verlauf bzw. auf das gesamte Turnier bezogen spielten beide, Harika und Mamedov, etwa im Rahmen ihrer Elo-Möglichkeiten -> noch etwas Preisgeld für Mamedov (keine Damenpreise in Abu Dhabi). EDIT: Es gab doch einen Damenpreis (500$) für Harika, hatte ich hier irgendwie glatt übersehen.

Runde drei war die letzte Runde mit vielen Remisen an den vordersten Brettern, dadurch schrumpfte die Spitzengruppe nach Runde vier auf sechs Spieler (Dennis Wagner nach Niederlage gegen Pantsulaia nicht mehr dabei) und nach Runde fünf auf zwei Spieler – Luka Paichadze aus Georgien und Bassem Amin aus Ägypten. Die Verfolgergruppe angeführt vom Rumänen Bogdan-Daniel Deac, auch er jung (*2001) und Grossmeister. Für Deac lief es dann allerdings gar nicht mehr – nur noch ein halber Punkt (Schlussrunde gegen FM Pazos Porta aus Spanien) aus den vier verbleibenden Partien.

In Runde 6 ganz vorne Amin-Paichadze 1-0 im Endspiel. Short spielte gegen Ter-Sahakyan sein bis auf weiteres einziges Remis, Lokalmatador Salem Salehs Beitrag zu Deacs Absturz: mit (für Computer) nicht ganz korrektem Bauernopfer doch die Partie gewinnen.

Runde 7: Bassem Amin bekam den nächsten Georgier, gegen Pantsulaia spielte er ausgekämpft remis. So konnte Salem Saleh mit einem Schwarzsieg gegen Firouzja Amin einholen. Der iranische Jungstar stand zunächst gut, gab dann unnötig eine Qualität (statt mit 24.Txc7 konnte er die Batterie Dd6/Lc7 auch mit einfach 24.g3 entschärfen) und übersah wenig später – Computer bevorzugten wieder die weisse Stellung – einen taktischen Schlag.

Short gewann brutal gegen Gagare – sein Konzept 13.g4, 14.Tg1, 15.g5 und 17.h4, Rochade muss nicht sein funktionierte wunderbar da der Gegner den Faden verlor. Adly überlistete Ter-Sahakyan.

Spitzenstand nun: Amin und Salem Saleh 6/7, Pantsulaia, Adly und Short 5,5/7, usw. . Zwei Ägypter und ein Emirati unter den ersten fünf bestehend aus den Nummern 2, 8, 15, 9 und 1 der Setzliste – andere Mitfavoriten also dahinter.

Zu Runde 8 gibt es ein Foto der Spitzenpaarung:

Amin – Salem Saleh 1-0: In einem Italiener unterschätzte Schwarz weisse Drohungen am Königsflügel – richtig war 16.-Df8 um alles zu überdecken, falsch war das gespielte 16.-Dd7. Der 17. Zug dauerte zusammen fast eine Stunde: Nach 28 1/2 Minuten entschied Amin, dass die Drohung stärker als die Ausführung ist, also 17.Dd2 – 17.Lxh6 ging anscheinend auch. Nach 29 Minuten spielte Salem 17.-Te6? (17.-Sh7 hält den Laden offenbar einigermassen zusammen), die Partie dauerte ab hier noch acht Züge.

Insgesamt 50% für die Ägypter, da Adly nebendran gegen Short verlor. Im Duell Mamedov (zuvor 5/7) gegen Pantsulaia (5,5/7) zeigte Weiss, dass die aserbaidschanisch-georgische Freundschaft Grenzen hat sowie dass eine Figur eine Figur ist – und ein Freibauer der bis c2 kommt aber nicht weiter keine Kompensation.

Alle fünf Partien zwischen Spielern mit zuvor 5/7 endeten, trotz Elounterschieden von jeweils etwa 100 Punkten, remis. Damit hatten wir diesen Stand vor der Schlussrunde: Amin 7/8, Short 6.5/8, Salem Saleh und Mamedov 6, dann 15 Spieler mit 5.5/8. Die Spitzenpaarungen lauteten Short-Amin und Salem Saleh – Mamedov. Vorne ein Duell zwischen Nummer 1 und 2 der Setzliste um den Turniersieg, wie oft gibt es das in der letzten Runde eines offenen Turniers? Und zwar – bei klassischer Bedenkzeit – unter Armageddon-Vorzeichen: Weiss musste gewinnen, Schwarz reichte ein Remis.

Fotos von der Schlussrunde gibt es noch nicht, dafür ein spontan produziertes Poster vorher:

Short-Amin 1-0 0-1 1/2 war, das habe ich nun bereits angedeutet, dramatisch. In einem geschlossenen Spanier spielte Schwarz 16.-c4!? und sollte das später wohl bereuen – der Bauer wurde schwach, später konnte Short ihn mit verschiedenen Figuren verhaften: 22.Sd2xc4 ging, Short spielte 22.Se3. 23.Sdxc4 oder auch 23.Sexc4 ging, Short spielte 23.De2 nebst 24.Dxc4. Amin baute eine Drohkulisse am Königsflügel auf und gab zwei Leichtfiguren für Turm und Bauer – da die beiden weissen Leichtfiguren zwei Springer waren, konnte er weiter wühlen.

Dann war Weiss dran mit einem Bauernzug, den er vermutlich bereute: 33.h4?! – dieser Bauer wurde schwach, die Stellung war für Computer nun etwa ausgeglichen. Und nach 43.Sc2? und 44.Dg3? kippte die Partie – für Computer – gar komplett! Schwarz fand 44.-Td2 mit klarem Vorteil, Short spielte 45.Lb5 und bot remis – was Amin akzeptierte, schliesslich war er damit Turniersieger (Schwarz reichte im Armaggedon ein Remis) und seine Bedenkzeit war knapper als die gegnerische. Die Partie kippte nicht etwa nach der Zeitkontrolle – in Abu Dhabi gibt es keine Zeitkontrolle, sondern 90 Minuten für die gesamte Partie plus 30 Sekunden Inkrement ab dem ersten Zug.

Keine Aufregungen in Salem-Mamedov sondern Remis nach neun (9) Zügen. Da eine Niederlage wenig bis gar kein Preisgeld bedeutet hätte, hatten die Spieler kein grosses Interesse daran, Zweiter zu werden – geteilt mit Short oder Amin bzw., sollte Short verlieren, alleine. Die Schlusstellung gab es in Datenbanken bereits 3378-mal, diese 3379. Partie bringt die Eröffnungstheorie nicht voran.

Salem und Mamedov konnten/mussten abwarten, wer alles den dritten Platz mit ihnen teilen würde. Am Ende hatten fünf von sieben Partien zwischen Spielern mit zuvor 5,5/8 Sieger und Verlierer, zuerst die Schwarzsiege: GM Rozum-GM Korobov 0-1 war „normal“, da Schwarz nach Elo 89 Punkte besser war (und Korobov hatte schon einmal 2700+, aktuell 2668). Korobov konnte sein zuvor mässiges Turnier mit zum Schluss 3/3 noch reparieren. In den beiden anderen Partien hatte der Schwarzsieger nicht nur Schwarz, sondern ausserdem etwa 80 bzw. über 100 Elopunkte weniger auf seinem Konto: GM Pantsulaia – GM Aryan Chopra 0-1 – Grund war anfangs „der falsche Turm“: 11.Tfd1 war richtig, nach dem gespielten 11.Tad1 bekam Weiss Probleme auf der langen Diagonale. Die „löste“ er dann, indem er seine Dame für zwei Leichtfiguren gab. An sich nicht genug, aber es wurde noch kompliziert – Schwarz musste im Vorteils/Gewinnsinne später 25.-De8! finden.

GM Paichadze-IM Abdussattorov 0-1 – kein guter Schlusstag für Georgien … . Zuvor wurde der junge Usbeke von Emil Sutovsky für seine Endspieltechnik gegen den Dänen GM Mads Andersen gelobt – „Absolutely stunning Karpovian technique by the 13 years old kid„. Reaktionen darauf u.a.: David Smerdon „First time I’ve said „I wish I could play like a 13 year old“ “ sowie ein Hinweis, dass Abdusattorov (*1.12.2004) momentan noch zwölf Jahre alt oder jung ist. Nun zeigte er, dass er auch angreifen und in unübersichtlichen Stellungen die Übersicht behalten kann, auch wenn sein Vortrag nicht total sauber war. Insgesamt erzielte er 3,5/5 gegen GMs, der nächste Schritt um selbst einer zu werden – offenbar erzielte er seine zweite GM-Norm, zu Elo 2500 fehlt ihm noch so ein Turnier. Gerne würde ich ihn „fotografieren“, habe ihn allerdings unter den verfügbaren Bildern nicht entdeckt bzw. erkannt.

Mit Weiss gewann GM Parligras gegen IM Puranik, dessen Grünfeld-Inder in einer Nebenvariante (Abtausch und dann 7.Sf3 und 8.h3) nicht funktionierte. Der junge Inder (*2000) kann es vielleicht verkraften, da er offenbar dennoch eine GM-Norm erzielte (denkbar knapp, TPR 2601). Ausserdem gewann GM Batchuluun gegen GM Fier, nachdem er dessen wilde Angriffspläne neutralisierte. Der Schwarzspieler war da international wohl bekannter, dabei hatte er nur 24 Elopunkte mehr auf seinem Konto – nach dem Turnier sind sie in dieser Hinsicht quasi gleichwertig.

Die Remisen mit Beteiligung von Spielern mit zuvor 5,5/8 waren ausgekämpft. Am zufriedensten ist vielleicht der gegen GM Lupulescu heruntergeloste Inder IM Vignesh – auch für ihn eine GM-Norm. Nun habe ich schon so viele Inder erwähnt, also gibt es als nächstes eine indische Galerie:

Nicht unbedingt die erfolgreichsten indischen Teilnehmer, aber eben was ich finden konnte. Arjun Kalyan spielte zu Beginn remis gegen Nigel Short und auch danach recht erfolgreich. Gagare ebenfalls über seinen nominellen Möglichkeiten, das gilt wahrlich nicht für Gupta: an fünf gesetzt belegte er Platz 36 und verlor 20 Elopunkte, 3/3 zum Schluss war nur noch Schadensbegrenzung. Harika hatte ich bereits erwähnt, Nihal Sarin (*2004) spielte ein insgesamt etwa „normales“ dabei sehr remisliches Turnier: neben zwei Siegen siebenmal remis – egal ob die Gegner Grossmeister und nominell besser waren, oder FM/titellos und nominell unterlegen. Wer ist Jain Jeet? Den Namen kannte ich bereits – dank K-Faktor 40 hat er (*2000) seit Januar diesen Jahres fast 500 Elopunkte zugelegt, von 1866 auf 2361! Anscheinend hat er dann sofort den FM-Titel beantragt, man weiss nie was die Zukunft bringt – nun musste er sich mit K-Faktor 20 wieder von 27 Elopunkten verabschieden. Gespielt hatte er zuvor offenbar nur in Indien, dieses Jahr dagegen in Sharjah und Dubai (konnte man prima kombinieren) sowie Warschau (Najdorf Chess Festival) und Pardubice. Auch er ist Baujahr 2000.

Neben Gupta mussten sich auch der Australier GM Illingworth und der etabliertere iranische Jungstar GM Maghsoodloo (auch er *2000) von etwa 20 Elopunkten verabschieden, jeweils lag es zumindest teilweise an zu wenigen Punkten gegen relativ unbekannte und nominell unterlegene Inder.

Vor dem letzten Textblock allgemeine Fotos:

Ein bisschen was vom Turniersaal, Fotos vom Hotel das gleichzeitig Austragungsort war, Exotik am Ruhetag sowie Wasser. Das gab es für die Teilnehmer – allerdings kein Isklar-Wasser, vielleicht deswegen haben Norweger das Turnier boykottiert.

Zu den deutschen Teilnehmern: Dennis Wagner spielte ein elomässig normales Turnier, dabei zweigeteilt: gegen Elo über 2580 nur 0,5/3, gegen Elo unter 2500 recht gute 4/5. Die Niederlagen gegen Pantsulaia und Efimenko (zuvor Remis gegen Mads Andersen) lagen an Freibauern, unter umgekehrten Vorzeichen: Gegen Pantsulaia war sein b-Freibauer zu langsam – nach 56.-b3-b1D!??! stünde er prima, nach dem regelkonformen 56.-b2 57.Db6 Txa8 58.Dxb2 konnte er aufgeben – Turm und Springer war keine Kompensation für Dame und zwei Mehrbauern. Gegen Efimenko war dann dessen c-Freibauer zu stark. Von den Siegen erwähne ich nur den harten Arbeitssieg gegen gm Neelotpal (Elo 2441): ab dem 34. Zug hatte Wagner ein Endspiel guter Springer gegen schlechter Läufer, im 73. Zug wählte der Gegner endlich das falsche Feld für seinen Läufer und Weiss (Wagner) machte nun schnell Fortschritte.

Lothar Vogt hatte seinen Turnier-Höhepunkt in der ersten Runde – der (am Ende einzige) Sieg gegen Elo 2124 war dabei ebenso normal wie die Niederlage tags darauf gegen GM Indjic. Danach kamen noch sechs Remisen und eine Niederlage gegen Elo 2244-2332 (neben drei Indern auch je zwei Spanier und Rumänen) – zu wenig, um seine eigene Elo 2420 zu behaupten, Elo minus 19. Auch seine Partien könnte ich betrachten, da fast alle Bretter (50 von 62) live übertragen wurden, verzichte aber darauf.

Service für Leser aus Österreich oder der (nicht nur deutschsprachigen) Schweiz: Eure Spieler erzielten null Punkte aus null Partien.

Einen will ich noch erwähnen, und zwar gm Harmen Jonkman (aus Beverwijk bei Wijk aan Zee, zu dortigen Turnieren kann er per Fahrrad anreisen). Er ist einer von mehreren Spielern, für die der GM-Titel quasi Höhepunkt der Schachkarriere war/ist – Elo über 2500 hatte er nur in einer offiziellen Liste. Persönlich mitbekommen hatte ich ihn beim Jubiläumsturnier zum 100-jährigen Bestehen unseres Nachbarvereins MSC (Morphy Schaakmat Combinatie) Den Helder anno 2002 – während der Partie (remis), bei der anschliessenden Analyse und tags darauf beim Mittagessen. Damals und noch einige Jahre danach war er Schach-Globetrotter – Turniere überall, darunter viele in Lateinamerika. Irgendwann war damit Schluss: er wurde Familienvater, wählte einen bürgerlichen Beruf und beendete seine Profikarriere. Ein Zusammenhang mit Turnieren in Lateinamerika ist „möglich“: seine Töchter Amelia Marry Jonkman Inza (*2007) und Sophia Leticia Jonkman Inza (*2009) spielen offiziell für Peru – Amelia einmal bei der WM U8, zur Nationalmannschaft fehlt bei Elo 1245 und 1148 noch ein bisschen, aber sie sind ja noch jung.

Nebenbei war er Spielertrainer für regional-unterklassige Vereine. Später spielte er in den Niederlanden wieder überregionale (und Elo-ausgewertete) Mannschaftskämpfe und auch Turniere in NL und Deutschland (z.B. Krefeld), aber das war offenbar sein erstes Turnier mit Anreise per Flugzeug seit vielen Jahren. 5.5/9 war durchaus ordentlich, er konnte seine Elozahl von 2402 auf 2409 verbessern.

Zum Abschluss noch eine Galerie mit nicht-indischen Spielern:

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2 thoughts on “Bassem Amin gewinnt „Armageddon“ und Turnier in Abu Dhabi

  1. Ich hatte Armageddon (Schreibweise korrigiert, danke!) im Titel bewusst in Gänsefüsschen und schrieb – über dem Poster mit Amin und Short „– bei klassischer Bedenkzeit – unter Armageddon-Vorzeichen“.
    Ja, es war die letzte Runde im Turnier – aber da nur Amin oder Short noch Turniersieger werden konnten war es quasi auch Stichkampf, Finale oder (das schrieb chess24 im Titel) Showdown. Dabei hatte Amin den Nachteil der schwarzen Steine und den Vorteil, dass er einen halben Punkt Vorsprung auf Short hatte und dass demnach Remis reichte. Im echten Armageddon ist Letzteres (wenn man davon ausgeht, dass Remis mit Schwarz einfacher ist als Sieg mit Weiss) Losglück, hier war es Konsequenz der acht Runden zuvor.
    Unterschied war neben klassischer Bedenkzeit (und anfangs gleich viel für beide), dass es für Weiss nicht egal war, ob er Remis spielt oder verliert. Daher hat Short dann Remis angeboten – unter reinen/totalen Armageddon-Bedingungen hätte er wohl weitergespielt und darauf gehofft, dass die Partie nochmals kippt oder dass Schwarz die Bedenkzeit überschreitet. Mit einem Remis war Short alleiniger Zweiter, bei einer Niederlage hätte er Platz zwei mit vielen geteilt. Für Amin war es dagegen (abgesehen von Elopunkten) völlig egal, ob er Remis spielt oder gewinnt.
    Die gesamte Situation war nicht identisch, aber aus meiner Sicht doch analog/vergleichbar.

  2. Herr Richter, wieso bezeichnen Sie die Partie zwischen Short und Amin als Armageddon? (was man übrigens nicht mit zwei g sondern mit zwei d schreibt) Es war die letzte Runde des Turniers und kein Tiebreak! Als Armageddon bezeichnet man die ultimative Blitzpartie bei einem Tiebreak-Duell zwischen punktgleichen Spielern. Beide Spieler waren nicht punktgleich und konnten es auch nicht werden. Sie verwechseln da etwas oder wissen nicht was Armageddon im Schach bedeutet, was jedoch sehr verwunderlich wäre.

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