Paul Keres – 19 Jahre alt !

Der estnische Großmeister Paul Keres (1916-1975) gehörte 40 Jahre zu den besten Spielern der Welt, schlug neun Weltmeister, konnte diesen Titel aber nie gewinnen. Beachtlich ist auch seine Spielbilanz während dieser Zeit. Insgesamt spielte er 1328 Partien, von denen er 952 gewann. In nur 188 Partien gab es ein Remis, was auch als Resultat seines großen Kampfgeistes verstanden wird. Zudem ebenfalls in 188 Partien ging er als Verlierer vom Brett.

In seiner Heimat wird er heute noch als Nationalheld verehrt und anlässlich seines 100. Geburtstages gab man ihm zu Ehren im Jahr 2016 eine 2-Euro-Gedenkmünze heraus. Ihm zu Ehren wurden Denkmäler errichtet und ein Museum eingerichtet.

In jungen Jahren, da er keinen Zugang zu Schachzeitschriften und Büchern hatte, sammelte er alle Partien die er finden konnte, in dem er diese einfach abschrieb. Bereits mit 12 Jahren besiegte er Vladas Mikenas in einer Simultan-Partie, was ihm nicht nur großes Ansehen in seiner Heimatstadt Pärnu einbrachte, sondern auch weitere Turniereinladungen bescherte. Vladas Mikenas erinnerte sich später gerne an diese erste Begegnung und er wurde nicht müde zu betonen, dass er sich damals schon sicher war, dass er es an diesem Tag mit einem neuen jungen Schachspieler zu tun hatte, der später zur aller ersten Garde gehören wird.

International ging sein Stern 1935 bei der Schacholympiade in Warschau auf, wo er am ersten Brett für sein Land spielte. Zu den herausragenden Partien dieser Veranstaltung zählt auch seine Partie gegen den Engländer William Winter, bei der Paul Keres zwischen dem 13. und 18. Zug drei Figuren opferte, um seinen Gegner mit dem 19. Zug die Aufgabe nahe zu legen.

Print Friendly, PDF & Email