SommerCamp 2017 in Groß Schönebeck

Montag, der 20.08.

Julia-Marie Mätzkow – Seid Wochen warteten wir, dass endlich die vorletzte Ferienwoche kam und wir ins Schachcamp fahren dürfen. Am Nachmittag war es nun endlich soweit. Nach und nach brachten alle Eltern ihre Kinder zum Bauernhof in Groß Schönebeck. Dort wurden sie von Peter und Petra Harbach sowie den beiden Betreuerinnen Anne Kräft und Julia Mätzkow in Empfang genommen.

Peter Harbach (66, freiberuflicher Schachlehrer) arbeitet mit vielen Schulen im Barnim zusammen und ist wie jedes Jahr (wir befinden uns bereits im 9. SommerCamp – Jahr) Hauptorganisator. Mit viel Geduld hat er den Kindern die Schachhefte erklärt.

Petra Harbach (53, Sportlehrerin) war die Verantwortliche für Essen, Trinken, Baseball und sonstige Wohltätigkeitsgüter. So bereitete sie mit viel Ausdauer Frühstück und Abendbrot zusammen mit den Kindern zu. Dabei achtete sie stets auf eine Ausgewogenheit.
Tom Harbach (20, Azubi) unterstütze genauso wie die gesamte Familie Harbach auch in diesem Jahr wieder das Sommercamp. Er organisierte vieles im Hintergrund und die Lieblingsschachstunden an den PCs waren immer mit Tom.

Anne Kräft (19) spielte selbst Jahre Schach erst im SV Motor Eberswalde, wechselte später den Verein. Dort unterrichtete sie Schach an jüngere. Dies ließ sie veranlassen über ein Pädagogikstudium nachzudenken. Ab Oktober wird die engagierte Abiturientin ein Grundschullehramtsstudium in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht in Freiburg anfangen. Mit ihrer stillen Art war sie immer für die Kinder zu jeglichem Ort und jeglicher Stunde ein Ansprechpartner.

Julia Mätzkow (19) hat zusammen mit Anne in einer Mädchenmannschaft gespielt und gibt derweilen Schachunterricht an der Grundschule Finow und der Johanniter Kita in Westend. Sie ging in die gleiche Klasse wie Anne und wird ab Oktober Biologie an der HU Berlin studieren. Sie unterstützte Anne rund um die Uhr und dokumentierte das Schachcamp fotographisch (Alle Bilder sind bei Peter Harbach erhältlich).

Unsere Jüngsten dieses Jahr gingen noch nicht mal zur Schule und die Eltern waren besonders besorgt, wie es nun werden wird, das erste Mal alleine von zuhause weg. Doch als die Kinder die bunten Tassen sahen, die sie anmalen durften, waren sie sofort dabei. Es sind einige echt schöne Tassen herausgekommen. Mathes wollte es jedoch sehr minimalistisch halten und schrieb seinen Namen ganz stolz rauf und präsentierte sein Meisterwerk. Keiner konnte ihn dazu bringen Ergänzungen oder anderweitige Verschönerungen vorzunehmen. Zum Abendessen brachte jeder seine eigenen Speisen mit und so wurde auch eifrig getauscht, denn das Käsebrot vom Nachbarn schmeckt noch mal so gut wie das, das Mama in großer mütterlicher Fürsorge und Liebe belegt hatte.

Nach dem Abendbrot konnte die Spielzeit jedoch noch nicht begonnen werden, da es einige Verwirrung mit den Zimmern gab und so musste einiges nochmals getauscht werden, ehe die erste freie Zeit ohne Mama und Papa an der Seite begonnen werden konnte. Viel wurde auf dem weitläufigen Gelände gerannt und getobt. Gut die Hälfte der Kinder war Wiederholungstäter und wollte, da sie es aus den Vorjahren schon kannten, Baseball spielen. Es war so schön ohne die Eltern, dass viele nicht die Betten aufsuchen wollten.

Montag, der 21.08.
Bereits um 5:30 Uhr waren die ersten wach. Doch sie konnten nicht ruhig bleiben und rannten ins Nachbarzimmer und spielten so laut, dass sie auch dort die Mitstreiter aufweckten. Doch das ist alles kein Problem, so haben wir mehr Zeit zum anziehen und Zähne putzen.
Der Tischdienst bereitete ab 7:30 Uhr das Frühstück zu, so dass pünktlich um 8:00 Uhr die Mahlzeit eingenommen werden konnte. Anschließend musste noch alles abgeräumt werden und es konnte endlich mit dem Schachunterricht losgehen, freuten sich die Kleinen.
Es folgte eine Katastrophe auf die nächste. Erst schmeckte das Mittagessen bescheiden, dann gab es einen Umschlag des Wetters am Nachmittag, sodass es nur so aus Eimern schüttete und auf halben Weg zum See umgedreht werden musste. Als kleine Entschädigung ging es dann in den Jugendclub „Scheune“. Fußball, Tischtennis, Ticker, Verstecken und vieles mehr wurde gespielt. Es war laut und belebt. Einige der Kinder gingen eine Etage höher und hörten sich Musik an, andere waren so erschöpft, dass sie sich auf der großen Couch trotz Lärm schlafen legten.
Als es nun Zeit war zum Abendbrot, bewegten sich enttäuscht die Kinder wieder auf den Bauernhof, es machte doch soooo viel Spaß hier im Jugendclub.

Erschöpft fielen einige ins Bett. Andere bekamen es mit Heimweh zu tun. Und wieder andere waren noch so aufgedreht, dass sie ihre Zimmerkameraden nicht schlafen lassen wollten.

Dienstag, der 22.08.
Heute waren die Kinder gar nicht aus den Betten zu bekommen. Ganz müde öffneten sich langsam die Augen, am letzten Tag wurde es wohl etwas übertrieben mit dem Toben und Herumtollen. Doch auf die Schachstunden, besonders jene am Computer freuten sich die Kinder besonders und so quälte man sich schließlich doch noch aus den Betten.

Am Nachmittag wurde man dann auch etwas wacher, da Tretmobile herausgeben wurden. Zeitgleich trainierte eine weitere Gruppe Baseball-Elemente und eine weitere Gruppe hörte sich die Geschichte des Jagdschlosses an. Die etwas Größeren durften sogar einen Film, der mit einer einmaligen Technik den Raum erhellte, anschauen. Ihnen wurde auch die Jagdgeschichte in Groß Schönebeck und Umgebung erklärt. Viele Fragen wurden gestellt, was darauf schließen lässt, dass großes Interesse und Neugierde bestand.

Am Abend kam der Künstler Milan Augustiani vorbei und begeisterte mit einem hölzernen Steppmännchen, das im Takt tanzte, und einer Tröte, die sich so anhörte, als wäre Biene Maja in ihr versteckt. Die Musikstunde fanden viele so schön, dass sie nicht eher aufhörten konnten zu singen, als dass der Schlaf sie übermannte.

Mittwoch, der 23.08.
Ohne das Zahnputzlied wurden die Beißer nicht sauber. Auf diesen Tag haben alle hin gefiebert. Endlich gingen wir, nach dem Schachtraining in den Kletterpark. Zehn spannende Kletterpfade warteten auf die Kinder. Doch die jüngsten waren ganz enttäuscht, dass die durch die zu hohe Griffhöhe nur die kleinen Pfade beklettern durften. „Aber nächstes Jahr bin ich dann doch alt genug!!!“
Wie jeden Abend wurde auch wieder Baseball gespielt. Trotz der ganzen Bewegung des Tages konnte darauf nicht verzichtet werden.

Donnerstag, der 24.08.
Zähne geputzt, wurde nur mit passender Musik und im Team. So macht es doch auch mehr Spaß. Genauso wie die Schachstunden. So unterstützten die Stärkeren die Schwächeren und umgekehrt. Nur eines schien an diesem Tag nicht so rund zu laufen. Ein Junge würde jetzt sagen: „Die Weiber zicken wieder.“ Kleine soziale Probleme wurden aber schnell wieder beim Töpfern vergessen. Die Lieblingstiere wurden getöpfert. Man erahnt gar nicht wie viele Schlangen und Spinnen darunter sind, obgleich der Opa-Langbein auf dem Zimmer eine unendliche Gefahr darstellte. Auch Drachen sind neuerdings Tiere. Ganz angestrengt wurde auch Post an die lieben Eltern verschickt. Auch wenn manche nicht wussten, welche Geschichten sie lieber weglassen sollten.

Freitag, der 25.08.
Am letzten Trainingstag schaute der Vizefernschachweltmeister Herr Dr. Kribben vorbei und bot den Kindern eine spannende Simultanvorstellung. Das heißt er spielte gleichzeitig gegen alle Kinder. Peter Harbach und Anne Kräft konnten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und machten auch mit. Leider verlor Noah trotz besserer Stellung noch. Aber der kleine Clark konnte dem Vizefernschachweltmeister („Was für ein langes Wort – fast ein Zungenbrecher“) noch ein Remis, also ein Unentschieden und damit einen halben Punkt abluchsen.
Auf diese Niederlage musste am Abend erstmal mit Baseball wieder die Stimmung aufgebaut werden. Noahs Team mit den drei Geschwistern Müller hat gewonnen. „Doch es ist mehr, als ein Spiel. Es ist Spaß!“

Samstag, der 26.08.
So wie auch die Jahre davor waren die letzten beiden Tage für ein Turnier eingeplant. Neben unseren Campteilnehmern waren einige weitere Kinder angereist.

Es wurde in einem A-Turnier (mit DWZ-Auswertung) und einem B-Turnier gespielt. Dieses gewann Jonas Waitz (Chemie Weissensee) vor Yannic Reimann (Schachfreunde Groß Schönebeck) und Thora Müller (TSG Angermünde), die für ihre Platzierung, bestes Mädchen und beste U8-Spielerin gleich drei Pokale bekam.

Sonntag der 27.08.
Das Finale Turnier: Friedrich Müller gewinnt vor Sofie Heinze (auch sie bekam drei Pokale: 2. Platz Gesamtwertung, bestes Mädchen und beste U10 Spieler(in)) und Noah Tkach. Alexander, Clark und Lilli freuten sich über ihre erste DWZ.
Endlich kamen die Eltern, die man in der Woche so schrecklich vermisst hatte und doch nun stellte man fest, ohne sie ist es auch mal eine Woche nicht schlecht, aber auf keinen Fall mehr. Und wir konnten die glücklichen und zufriedenen Schachkinder ihren Eltern in die Arme drücken. Die Woche war dann doch ganz schön anstrengend, aber es hat auch eine Menge Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich einige Kinder im nächsten Jahr wiedersehe.

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