Jugendweltmeisterschaften Brasilien – Abschlussbericht

Gemeinsam durchs Ziel!

Die Weltmeisterschaft der Jüngsten ist seit dem 31.8.2017 Geschichte. Für die deutsche Delegation gehen aufregende, spannende und schöne Tage im brasilianischen Pocos de Caldas zu Ende. Wir, die Spieler, Eltern und Trainer, haben uns von den Brasilianern gut und sehr freundlich aufgenommen gefühlt, das Hotel in dem wir unsere Zeit in Brasilien verbracht haben war gut, das Essen sogar hervorragend und der angeschlossene Wasserpark und der Fussball-Platz boten ausreichend Gelegenheit zur Ablenkung.

Die Deutsche Delegation

Wie bereits in einem anderen Bericht erwähnt konnte die Leistung der Organisatoren nicht mit diesem Standard des Hotels und der Unterbringung insgesamt mithalten. Beginnend beim Technical Meeting am Anfang, das kurz davor war im Chaos zu enden, den akustisch nicht zu verstehenden Ansagen, dem fehlenden Platz an den Brettern und der lieblosen Siegerehrung konnten oder wollten die Organisatoren auch im Verlaufe des Turniers nicht entgegen wirken.

Die Meisterschaft insgesamt wird uns mit Sicherheit in guter Erinnerung bleiben, auch da die deutsche Delegation sehr harmonisch funktionierte, die Eltern alles taten damit ein reibungsloser Ablauf garantiert war und zwischenmenschlich zwischen Trainern, Eltern und Spielern alles funktionierte.

In der U8 zeigten 2 sehr junge Spieler, Magnus und Johannes, was in ihnen steckt. Beide waren ohne Elo nach Brasilien gereist und mussten sich in der ersten Runde erst mal warm spielen, bis sie dann im Verlaufe des Turniers zur Höchstform aufliefen und viele starke Gegner schlagen konnten. Magnus begeisterte dabei alle mit seinen Geistesblitzen, sei es ein Turmopfer um den gegnerischen König bis nach h4 im Mittelspiel zu scheuchen oder einem anderen Turmopfer um ein geniales Matt aufs Brett zu zaubern. Johannes wiederum war der Kämpfer der Delegation, hätte er noch einige Punkte mehr machen können, wenn die ein oder andere gewonnene Stellung verwertet worden wäre, zeigte er auch in schlechten Stellungen dass er immer bereit war den Gegner noch vor Probleme zu stellen. So schaffte er es immer wieder Punkte auch aus scheinbar aussichtslosen Stellungen zu erlangen. Für beide sind am Ende 6/11 ein starkes Ergebnis!

Die Deutsche Delegation

In der U 10 weiblich waren mit Coco und Saskia 2 Mädchen mit von der Partie die sich ebenfalls als Kämpfer herausstellten. Als Delegationsleiter hatte ich die Sorge, dass nach einem ungünstig verlaufenen Start Saskia eventuell einbrechen würde. Doch dank ihrer großartigen Einstellung und Motivation seitens ihres Trainers Tom (zu den Details später mehr) gelang ein Comeback wie aus dem Bilderbuch und so beendete Saskia das Turnier mit 6/11 Punkten. Das gleiche Ergebnis holte Coco, die die ersten 4 Partien mit +1 ungeschlagen blieb, dann aber vor dem Ruhetag, an ihren 10. Geburtstag eine Niederlage hinnehmen musste. Am Ende sprang mit diesen 6 Punkten ein guter 20. Platz heraus.

In der U-10 der Jungs, oder wie es richtig heißt im „Open“, gingen Jonas und Bennet an den Start, die beide unter meiner Betreuung bei dieser Meisterschaft standen. 2 Spieler wie sie auf dem Brett nicht unterschiedlicher sein könnten und sich neben dem Brett doch sehr gut verstanden. Bennet, so hatte ich das Gefühl während des Turniers, kann jeden schlagen. Wie es bei solchen Spielern aber häufig der Fall ist, die nach oben jeden schlagen können, sind sie auch anfällig gegen jeden Spieler in Gefahr zu geraten.

Somit war es entweder hop oder top bei Bennet, der mich mit seinen Einfällen und seinen prinzipiellen Spiel immer wieder begeisterte. Jonas indes war der ruhigere Typ, der immer auch mal ein Remis einstreute und nicht allzu viel Risiko einging, am Brett aber stets hochkonzentriert und eifrig dabei war. Jonas landete am Ende bei 5,5 Punkten, Bennet dank 2/2 in den Schlussrunden und der allerletzten Partie im gesamten Turnier bei 6 Punkten.

Die U12 weiblich hatten wir mit Elina Heutling besetzt. Elina erwischte keinen guten Turnierstart und musste eine Runde sogar aufgrund eines Virus aussetzen der sich im Turnier breit machte. Die einzige andere Person in der deutschen Delegation die betroffen war, war wenig überraschend ihr Vater. Aber auch von anderen Delegationen hörte man solche Geschichten und so ließ es sich ein amerikanischer Spieler nicht nehmen sein Unwohlsein direkt im Turniersaal zu demonstrieren, zum Glück, und hier ein Lob an die Organisatoren, wurden direkt bei Bekanntwerden des Virus 2 Ärzte im Turniersaal abgestellt um die Lage zu überwachen.

Nachdem also Elina eine Partie zwangsweise aussetzen musste, kam sie zur Überraschung vieler stark ins Turnier zurück und machte die zweite Hälfte zu ihrem Turnier, indem sie viele Punkte sammelte und am Ende bei 6 Punkten landete, in ihrem Fall aus 10 Partien.

Spielermotivation der etwas anderen Art durch Tom George (li) und Jonathan Carlstedt (re)

Jan in der U12 war zwischendurch auf dem Weg nach ganz vorne. Nach 4,5 aus 6 sollte die letzte Doppelrunde zeigen wohin die Reise gehen könnte mit einem guten Ergebnis hätte man nach oben gucken können. Die Vorbereitung in der 7. Runde ging voll auf, eine Gewinnstellung mit Schwarz gegen ein Gegner mit leicht höherer Elo, in einer solchen Situation werden die Weichen für das weitere Turnier gestellt. In einer gewonnen, aber sehr komplizierten Stellung, fand Jan nicht den richtigen Weg zum Gewinn und verlor am Ende sogar seine Partie.

Als Dankeschön bekam er in Runde 8, also der Nachmittagsrunde, die Nummer 2 des Turniers aus der Slowakei zugelost. Hier machte der Gegner 2 Mal den Zug mit einer Sekunde auf der Uhr… Am Ende musste Jan auch hier seine Niederlage quittieren. Jan schloss das Turnier ebenfalls bei 6 aus 11 ab, sollte sich aber bewusst machen, dass er gezeigt hat, dass er mit den besten Jugendlichen der Welt auf Augenhöhe mithalten kann.
Spielermotivation der etwas anderen Art durch Tom George (li) und Jonathan Carlstedt (re)

Nach der Siegerehrung ging es für die Delegation noch zu einer Runde Fussball und die Trainer Tom George und ihr Berichterstatter mussten noch mit Klamotten in den Pool springen. Dies war als kleine Motivation an die jungen Spieler gedacht um noch mal voll die letzten Runde alle Energie zu schöpfen. Ausdrücklich möchte ich mich noch bei meinem Trainerkollegen Tom George für seine hervorragende Arbeit bedanken, sowohl in der Methodik als auch in der Pädagogik ist er hervorragend!

Jonathan Carlstedt

TurnierseiteResultate

 

Jugend-WM in Brasilien: Ruhetag in der Sonne

Text: Jonathan Carlstedt – Nach 4 Tagen und 5 Runden wird den Spielern im brasilianischen Pocos de Caldas ein Tag Ruhe gegönnt. Die Sonne scheint, der ans Hotel angeschlossene Erlebnispark lädt kostenlos zu viel Spaß ein und für eine deutsche Delegation in Brasilien darf natürlich auch eine Runde Fussball nicht fehlen. Dieser Tag ist wichtig um zusätzliche Energie zu sammeln um die finalen 6 Runden mit frohem Mut und viel Spaß zu bewältigen.

Nach einem eher schwachen Start in der ersten Runde des Turniers nehmen die deutschen Teilnehmer langsam Fahrt auf. In der U8, bei den Jungs, gilt das für beide unsere Teilnehmer. Magnus hatte mit 0 aus 2 keinen optimalen Start, aber die Sorgenfalten auf der Stirn seines Trainers Tom George verschwanden bald. Nach 2 Siegen in Folge konnte er in Runde 5 sogar gegen eine Spieler mit 1600+ Wertungszahl überspielen und steht bei starken 3 aus 5.
Die gleiche Punkteausbeute steht bei Johannes zu Buche. Wie Magnus hat auch Johannes bisher keine Gefangenen gemacht und dreimal gewonnen und zweimal den Kürzeren gezogen. Beide sind sehr stark unterwegs und wir hoffen auf weiterhin viel Spaß und große Erfolge!

Saskia Pohle in der U10 weiblich ist mit ihrem Ergebnis noch nicht ganz zufrieden. 2 aus 5 sind für die Deutsche Meisterin noch nicht das non plus ultra, aber wie auch für alle anderen gilt auch für sie, in 6 Runden, der zweiten Halbzeit, kann viel passieren und jeder noch großartige Ergebnisse erzielen. Wir hatten am gestrigen Tag auch ein Geburtstagskind. Coco wurde zum ersten Mal zweistellig, einen herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle zum 10. Geburstag! Leider war dieser Geburtstag auch mit ihrer ersten Niederlage verbunden, die sie auf 50% der Punkte fallen lässt. Doch Coco ist sehr konzentriert und wird noch viele Punkte sammeln!

Ebenfalls 50% hat Jonas Rempe in der U10 der Jungs. Gestern hatten wir auf einen vollen Punkt gehofft, aber der Gegner spielte abgeklärt und ließ nicht allzu viel zu. In einem Endspiel mit ungleichen Läufern wurde dann die Punkte gleich aufgeteilt. Bennet kommt ebenfalls in Fahrt, und steht bei sehr guten 3 Punkten und ist in der 6. Runde gerade noch obere Häfte, was ihn einen Brasilianer mit keiner Elo beschert. Das ist hier aber keine Garantie für einen Punkt und so wird Bennet wie auch in allen anderen Partien wieder konzentriert und mit viel Elan zu Werke gehen.

Elina in der U12w war gestern nach dem Remis ein wenig geknickt, doch sie wird sich zurück ins Turnier kämpfen nach einem freien Tag, kann es wieder volle Kanne losgehen. Am meisten Punkte hat bisher Jan in der U12 gesammelt. Seine beiden Schwarzpartien gegen leicht schwächer bewertete Spieler gingen Remis aus. Mit Weiß konnte er indes zwei Partien gewinnen und eine Remis machen, gegen die Nummer 3 des Turniers. Kommende Runde hat er mit Maximilian Lu einen weiteren US-Amerikaner auf der anderen Seite des Brettes, der ein paar mehr Elo-Punkte auf die Waage bringt. Aber wir sind natürlich optimistisch, dass der Deutsche Meister U12 weiterhin so stark spielt wie bisher.

Die Stimmung in der deutschen Delegation ist sehr gut. Zusammen mit Tom George versuche ich den jungen Talenten möglichst gut durch das Turnier zu helfen. Alle Eltern unterstützen ihre Kinder in hervorragender Weise und unsere Spieler haben gute Laune und sind motiviert gutes Schach zu zeigen!

Auf nach Brasilien!
Text: Jonathan Carlstedt – Am 20. August ist es soweit, ein kleine Gruppe junger deutscher Talente samt Eltern und Trainern macht sich auf den Weg über den großen Teich nach Brasilien. Angeführt von Delegationsleiter Jonathan Carlstedt, geht es Sonntagabend um 22 Uhr mit dem Flugzeug aus Frankfurt nach Sao Paolo wo die Vertreter der deutschen Farben um 5 Uhr früh Ortszeit landen und dann mit einem Bus in das nochmal 280 Kilometer entfernte Poços de Caldas gebracht werden.

Dort geht es dann bereits am 21. August an die Bretter. Und zwar in den Altersklasse U8, U10, U12, U8w, U10w und U12w.

Während wir in der U8 weiblich keine Starterin haben, sind wir in der U8 mit zwei Startern vertreten. Die Startrangfolge hat kaum Aussagekraft, da viele der Spieler keine Elozahl vorweisen und somit mit 0 Wertungspunkten in der Liste stehen. Die nationalen Zahlen sind damit nicht einbezogen und so gilt es fit und gut vorbereitet ans Brett zu gehen.

Mit Jonas Rempe und Bennet Hagner spielen in der U10 wiederum zwei Deutsche mit. In der Startrangliste an 21 und 28 gesetzt, bei über 90 Teilnehmern, darf man gespannt sein wie sich unsere Jungs in diesem Feld schlagen. Besonders erwähnenswert ist die französische Delegation in dieser Altersklasse, denn die Plätze 2 bis 5 werden von jungen Spielern aus Frankreich belegt.

In der U10 weiblich haben wir unsere Top-10-Starterin. Mit einer Elozahl von 1585 belegt Coco Zhou Lepo einen starken 8. Platz vor Beginn des Turniers. In einem Feld wo grundsätzlich Jede Jede schlagen kann, darf man auch hier gespannt sein, wie am Ende das Resultat aussehen wird. Das Gleiche gilt für Saskia Pohle, die derzeit auch noch in der U12w-Liste geführt wird (was natürlich noch geändert wird). Sie startet als Nummer 17 in das Turnier – und nicht nur das: sie ist natürlich auch die amtierende Deutsche Meisterin in der U10w.

Mit Jan Pubantz haben wir einen weiteren Deutschen Meister in Brasilien mit dabei. Bei der DJEM in Willingen konnte Jan in einem spannenden Turnier die U12 für sich entscheiden. Nun geht es auf das internationale Parkett. Zu guter Letzt geht Elina Heutling in der U12w ins Rennen. Auch hier macht die Setzlistennummer 16 Hoffnung auf ein gutes Turnier.

Mit den Eindrücken einer langen Reise, eines neuen Landes und vieler neuer Gesichter ans Schachbrett zu gehen, wird für unsere jungen Nachwuchshoffnungen eine Herausforderung sein. Damit das gelingt und unsere Jungs und Mädels top vorbereitet ans Brett gehen, ist neben Jonathan Carlstedt auch Tom George als Trainer mit vor Ort. Er kennt viele der Spieler vor Ort bereits sehr gut. Es werden aufregende 11 Tage!

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