Licht und Schatten bei der WEM

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Die guten Spielbedingungen in der Plochinger Stadthalle gingen einher mit technischen Problemen bei der Übertragung der Livebretter in der ersten Runde. Dafür kommentierte Marc Lang nicht nur die dritte sondern auch die vierte Runde live – ganz offensichtlich, weil es sowohl den Gästen, als auch ihm Spaß machte. Immerhin sind nicht nur die Livebretter sondern alle Partien der ersten fünf Runden online – auch wenn es dem mitfiebernden Fan länger vorkam, bis die Paarungen der nächsten Runde und das Endergebnis online standen. Dafür gibt es zum einen als Entschuldigung, dass der Webmaster im Kandidatenturnier selbst mitspielte und zum anderen eine 29 seitige Sonderausgabe des württembergischen Newsletters:

Insbesondere die Partiennachlese – mit Aufgaben – und Lösungen – ab S. 13 ist empfehlenswert.

Zum eigentlichen Geschehen auf den 64 Feldern: nach drei Runden waren mit Lelumees (Schwäbisch Hall) und Kabisch (Schmiden/Canstatt) nur der Setzlistensiebte und -dreizehnte verlustpunktfrei. Das bessere Ende im direkten Vergleich hatte nach wechselhaftem Verlauf Kabisch, um dann zwei Niederlagen einzustreuen. Da war auch nichts zu machen, weil alle 8 Livebretter der sechsten Runde 1-0 endeten. So übernahm Favorit und Neu-IM Kvetny die Tabellenführung. Nach der achten Runde gab es folgende Konstellation: Kvetny 6,5, Fischer und Jens Hirneise mit 6 vor vier weiteren Spielern mit 5 Punkten. Da im nächsten Jahr nur die ersten vier zum neuen Format vorberechtigt sind, gab es einen nicht unerwarteten schnellen Friedensschluss zwischen den Mannschaftskollegen an Brett 2, während die vier mit 5 Punkten sich um den letzten Platz schlugen: so rang Enis Zuferi zwar Mark Kvetny in der letzten Runde nieder, musste sich aber nach Wertung mit drei Buchholz weniger hinter Thilo Kabisch auf Platz fünf zufrieden geben, der mit Boris Latzke einen anderen Kandidaten auf Platz vier (+6 -3) im direkten Vergleich ausschalten konnte.

Auch im Kandidatenturnier wurde verbissen gekämpft: mal schlugen sich die Jugendspieler erstaunlich gut, mal hätte man gegen vermeintlich schwächere Gegner mehr erwartet, aber da schon mit zwölf und dreizehn überhaupt dabei zu sein, ist eine Leistung. Der Sieg ging da an Joshua Lüdke, der zwar auch noch jung, aber dem Teenageralter bereits deutlich entwachsen ist.

Exemplarisch möchte ich zwei nicht erwähnte Partien hervorheben:

Runde 3 M. Kvetny – Bernhard Weigand

Köstlich fand ich da den Kommentar von Harald Keilhack in der Stuttgarter Zeitung (2./3. September, S. W23) zu Kvetnys 14. g4: „wie nicht anders zu erwarten, sucht und findet der junge Kvetny Wege, um gegen den unvermeidlichen Stonewall des Professors für Luft- und Raumfahrttechnik zum Königsangriff zu kommen.“

Kandidatenturnier Runde 5: J. Baumeister – W. Tölg

Mit einer sehenswerten Schlusskombination samt Hineinziehungsopfer, nachdem Weiß zuvor bereits die Qualle und einen Bauern ins Geschäft gesteckt hatte.

Karlheinz Vogel

Alle Fotos: Württembergischer Schachverband

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