Lasker bleibt Lasker

Tartakower urteilte einst über Retis Eröffnungszug 1.Sf3 – “Eröffnung der Zukunft”. Beim Turnier in New York 1924 erhielt Reti mit Ihr gewöhnlich die besseren Stellungen. In den Händen Retis war diese Form der Eröffnung eine gefährliche, noch nie da gewesene Waffe, die er geschickt gegen starke Gegner einzusetzen vermochte.

Er verzeichnete Siege gegen Capablanca, Aljechin, Bogoljubow, Yates und Eduard Lasker. Aus diesem Grunde kann man sich sehr gut vorstellen, welche Bedeutung Emanuel Lasker der Partie gegen Richard Reti beimaß. Lasker, der die Eröffnung Retis sehr gut verstand, fand auch Schwachstellen in diesem System und zeigte zugleich die Vorzüge eines starken Bauernzentrums.

Bei der Wertung der Turnierergebnisse von Sankt Petersburg 1914 und New York 1924 hob die Weltpresse hervor, dass die Reihenfolge auf den ersten drei Plätzen die gleiche war. Bemerkenswert war auch, dass der 56 Jahre alte Lasker scheinbar einen größeren Siegeswillen hatte als seine deutlich jüngeren Kontrahenten. Am Ende feierte Lasker den 14. Turniersieg seiner Karriere. Wie in Sankt Petersburg 1914 siegte er vor Capablanca und Aljechin.

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