Weltcup nach zwei Runden

So voll wie auf dem Titelfoto aus Runde 1 ist es im Turniersaal in Tiflis nicht mehr: 96 von 128 Teilnehmern sind bereits ausgeschieden – erwartungsgemäss die vier deutschen Vertreter, andererseits auch einige die sicher mehr als zwei Runden überstehen wollten. Überraschungen gehören im KO-Format dazu, und Elounterschiede von 100 oder auch 150 Punkten sind nicht unbedingt “absolut”. Auf alle 96 Matches mit jeweils mindestens zwei, oft auch mehr Partien kann ich unmöglich eingehen. Erwähnen werde ich vor allem einige besonders dramatische Duelle, die Überraschungen sowie auch (noch geht es) Weltcup aus deutscher Sicht.

Generell wurden viele Matches erst in Tiebreaks entschieden, und da gewannen dann meistens (aber nicht immer) doch die Favoriten. Nur sechs der 32 im Turnier verbleibenden Spieler mussten bisher nicht nachsitzen, das sind bekannte und weniger bekannte Namen: Magnus Carlsen, Maxime Vachier-Lagrave, Aleksandr Lenderman, Vladimir Kramnik, Anton Kovalyov und Santosh Gujrathi Vidit – der Sekundant bisher mit souveränerem Turnier als sein Chef Anish Giri.

Bei der Fotoauswahl zeige ich vor allem weniger bekannte Spieler – Favoriten eigentlich nur wenn es in diesem Turnier die letzte Gelegenheit ist. Alle Fotos von der Turnierseite– fotografiert hat (für mich) vor allem Anastasia Karlovich, gelegentlich auch (dann angegeben) Maria Emelianova. Zunächst – auch das gehört dazu – eine kleine Fotogalerie von der Eröffnungsfeier:

Neben Kultur war auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

Und nun – auch wenn ich damit bereits einiges verrate was erst später kommt – die “in memoriam” Galerie: Mitfavoriten bzw. bekannte Namen die bereits ausgeschieden sind:

Wer daran schuld war – bzw. teils waren sie schlicht und ergreifend selbst schuld – siehe unten. Vorab nur ein Hinweis: statt Anand-Adams (nicht nur im Alphabet sondern auch nach Elo weit oben) gibt es in Runde drei Kovalyov-Rodshtein.

In Runde 1 gab es durchaus einige 2-0 Siege, erwähnen will ich nur zwei: Onischuk-Zherebukh 2-0 war total souverän, für meinen Geschmack zu souverän – der Ex-Ukrainer Yaroslav Zherebukh verlor nämlich kampflos! Beim Weltcup 2011 machte er es besser, besiegte Eljanov, Felgaer und Mamedyarov und schied erst in Runde vier aus. Inzwischen ist er schachlich US-Amerikaner und hat nun auch seine greencard beantragt – während das Verfahren läuft darf er die USA nicht verlassen, also spielt er in Saint Louis beim Fall Chess Classic gegen u.a. Georg Meier. Schön und gut, aber warum hat er dann den Spielervertrag beim Weltcup unterschrieben und auch danach nicht abgesagt? Vielleicht weil Alexander Onischuk (ebenfalls US-Amerikaner mit ukrainischen Wurzeln) davon profitierte – sonst wäre der Venezolaner Iturrizaga nachgerückt.

Onischuk war leichter Elofavorit, im Gegensatz zu einem Landsmann der ebenfalls 2-0 gewann:

Lenderman-Eljanov 2-0! Da Lenderman hier nicht besonders fotogen ist bekommt er später noch ein individuelles Foto. Pavel Eljanov, Weltcup-Held anno 2015, war selbst schuld: in der ersten Partie schaffte er es, eine glatte Gewinnstellung mit zwei Mehrbauern noch zu verlieren – das passierte anderen später auch mal, tendenziell in Tiebreaks mit verkürzter Bedenkzeit. In der zweiten Partie musste er, mit Schwarz zum Sieg verdammt, zu viel riskieren.

Le Quang Liem – Kunin 1,5-0,5: die (hier fotografierte) erste Partie konnte Vitaly Kunin mit Weiss remis halten, die zweite verlor er im Endspiel. Dass der ca. 200 Elopunkte bessere Spieler gewinnt ist recht normal, ich erwähne es unter der Rubrik “Weltcup aus deutscher Sicht”.

Aus Runde 1-2 nur ein Foto aus den Rubriken “gute Laune” sowie “Bart ist angesagt”:

Für Ivan (Salgado Lopez aus Spanien) und Ivan (Cheparinov aus Bulgarien) ist das Turnier inzwischen vorbei – welche Vornamen noch, teilweise mehrfach, vertreten sind, dazu komme ich noch.

Schon sind wir bei den Tiebreaks aus Runde 1:

Jede Menge Schiedsrichter wurden gebraucht (Foto Maria Emelianova), da immerhin 22 von 64 Matches in die Verlängerung gingen. Einige dokumentiere ich fotografisch, vor allem weil das Erreichen von Stichkämpfen für einen Spieler bereits ein Erfolgserlebnis war (und immerhin einige Elopunkte einbrachte):

Bei Dubov-Fridman (Foto Emelianova) gewann am Ende Elo gegen Kilo – nach den beiden Partien mit klassischer Bedenkzeit konnte Fridman auch zwei Schnell- und eine Zehnminutenpartie remis halten, Endstand dann aus seiner Sicht 2,5-3,5. Auch dieses Ergebnis war wohl einkalkuliert bzw. besser als erwartet.

Das galt – weiterhin aus deutscher Sicht – nicht für Nisipeanu-Sevian 1,5-2,5. Schon in der zweiten Partie mit klassischer Bedenkzeit hatte Nisipeanu “eigentlich” zu viel riskiert und entwischte mit remis. In der zweiten Schnellpartie versäumte er es, den latent gefährlichen weissen Lb3 rechtzeitig abzutauschen und Weiss bekam so auch ohne Damen vernichtenden Königsangriff.

Vladimir Fedoseev (Elo 2731) musste gegen den Kubaner Yusnel Bacallao (2573) nachsitzen, nachdem er die erste Partie mit klassischer Bedenkzeit unbedingt gewinnen wollte, Zugwiederholungen auswich und am Ende verlor. Danach allerdings drei Siege in Serie, Fedoseev war im Turnier angekommen. Noch ein kubanischer Aussenseiter hatte seine erste Partie gewonnen – Yuri Gonzalez Vidal (2547) gegen Pentala Harikrishna (2741). Hari gewann die zweite Partie und war dann im Stichkampf eigentlich schon mausetot – glatte Verluststellung in der zweiten Schnellpartie, aber es wurde remis und dann gewann er die zweite Zehnminutenpartie. Auch Wei Yi musste gegen den Kanadier Bator Sambuev nachsitzen, nachdem er in der ersten Partie böse unter die Räder kam.

Karjakin hatte gegen den jungen Australier Anton Smirnov in den beiden Partien mit klassischer Bedenkzeit weder Verlust- noch Gewinnchancen, dann gewann er beide Schnellpartien.

Salgado Lopez und Jobava machten die meisten Überstunden, dann gewann der Georgier (mit Bart, diesmal ohne Sonnenbrille) 4,5-3,5 – Armageddon musste doch nicht sein.

Hinterher gute Laune, die beiden kennen sich – laut Jobava seit sie 16 sind bzw. waren.

Dieses Foto entstand wohl schon früher – Salgado Lopez mag auch Schachspieler ohne Bart (Alexandr Fier und Paco Vallejo).

War da noch was zu Runde 1? Ja, Jobava-Salgado Lopez war zwar das längste Match, noch dramatischer war allerdings Areshchenko-Demchenko 2-4 ohne ein einziges Remis und mehrfach gewann der Spieler, der zuvor schlecht bis verloren stand. Aus deutscher Sicht noch Bluebaum-Mareco 1,5-0,5, also ohne Verlängerung.

In Runde 2 gab es dann einige Überraschungen.

Kramnik-Demchenko 1,5-0,5 (hinten Lenic-Caruana) war vom Ergebnis her keine. Kramnik dominierte in der (hier fotografierten) ersten Partie, überraschend allerdings dass Demchenko in der zweiten Partie nach 10 Zügen remis anbot – Kramnik war einverstanden, lieber ein extra Ruhetag als ein paar Elopunkte. Nach eigener Aussage war Demchenko noch erschöpft nach seinem dramatischen Match gegen den anderen -chenko (Areshchenko).

Anand-Kovalyov 0,5-1,5 war die wohl grösste Überraschung bisher. In der ersten Partie stand Anand gut und brachte dann ein ebenso kreatives wie inkorrektes Figurenopfer, in der zweiten Partie konnte er mit Schwarz den Rückstand nicht aufholen.

Le Quang Liem – Vidit 0,5-1,5 war eine kleine Überraschung – Vidit gewann die erste Partie mit Schwarz im Turmendspiel und konnte die zweite mit Weiss sicher remis halten.

Zu Karjakin-Dubov 0,5-1,5 dieses Foto – Karjakin grübelt im Sitzen, Dubov betrachtet das stehend. Entscheidend war die zweite Partie, in der der Weltcup-Titelverteidiger nach eigener Aussage seine Vorbereitung vergessen hatte. Hinterher sah er in seinen Notizen, dass 18.-Txa5 remis hält, am Brett spielte er nach 25 Minuten (zuvor hatten beide geblitzt) 18.-La7?! und nun bekam Weiss Oberwasser.

Zwischendrin ein paar andere Fotos, um doch auch einige der Favoriten zu zeigen:

Carlsen und Svidler spazieren gut gelaunt auf der Bühne. Warum hatte Carlsen gute Laune?

Vielleicht weil Dreev ausgesprochen lieb zu ihm war und in beiden Partien sang- und klanglos verlor – sein erstes Match auf Elo-Augenhöhe gegen Bachmann hatte Dreev noch glatt 2-0 gewonnen.

Kramnik im Gespräch mit Livekommentator Ivan Sokolov

Lennart Ootes spielt (auf diesem Niveau) kein Schach, ist aber bei Spitzenturnieren oft vor Ort – auch diesmal.

War da noch was?

Ja, Adams-Rodshtein 0,5-1,5 – die hier fotografierte erste Partie wurde remis, die zweite gewann der Israeli spektakulär mit Schwarz.

Wieder sind wir bei den Tiebreaks, auch in dieser Runde insgesamt in 22 Matches:

Viele verliefen nach dem Motto “irgendwann gewinnt eben doch der Favorit”, und zwar

So-Bluebaum 4-2 – nach zuvor vier Remisen gewann der Favorit beide Zehnminutenpartien – letztmals “Weltcup aus deutscher Sicht”. Dieses Foto offensichtlich von Anastasia Karlovich, da Maria Emelianova die andere Perspektive wählte.

Giri-Motylev 4-2, dito. Dasselbe Ergebnis auf dieselbe Art erzielt auch in Caruana-Lenic.

Ebenso in Aronian-Hou Yifan. Immerhin hat sich Hou Yifan durch die beiden Remisen mit klassischer Bedenkzeit gegen Aronian und zuvor 1,5-0,5 gegen den nach Elo mit ihr etwa gleichwertigen Kacper Piorun wieder auf Elo 2678 verbessert. Übrigens hat nach Fedoseev, Vidit und Duda nun auch Artemiev Elo 2700 geknackt.

Ivanchuk ist Individualist – daher remisierte er zunächst fünfmal gegen Duda und gewann dann nur die zweite Zehnminutenpartie, auch so steht er in Runde drei (gegen seinen alten Bekannten Vlad Kramnik). Nur das zählt letztendlich, “B-Note” ist irrelevant und echte Match-Verlustchancen hatten diese Favoriten keine. Engere und/oder spektakulärere Matches gab es auch:

Nepomniachtchi gewann 2,5-1,5 gegen Adhiban, aber balancierte zuvor mehrfach am Abgrund – da war eine Überraschung drin.

Jobava-Yu Yangyi 4-2 auch nach dem Motto “viermal Remis und dann zwei Siege”, allerdings hier nicht für den elobesseren Spieler. Dazu ein Diagramm:

Aus der ersten Zehnminutenpartie – Jobava trieb den gegnerischen König unter Figurenopfer ins Freie und gewann das investierte Material dann mit reichlich Zinsen zurück. Weitere Diagramme zu Dramatik in Tiebreaks:

Was Jobava kann, das kann Giri (manchmal) auch. Dies war allerdings die zweite Zehnminutenpartie, in der Motylev unter Siegzwang viel riskieren musste.

Vitiugov-Najer 0-1 – zuvor stand Vitiugov mal klar besser bis gewonnen, hier gewinnt der andere Russe dank seines aktiven Königs.

Matlakov-Andreikin 0-1. Der im Match führende Matlakov stand zuvor mit Mehrqualität glatt gewonnen, setzte alles auf seinen c-Freibauern und gab seinen Le3 her. Nun zappelt sein König im Mattnetz, auch nach 50.c8D. So musste Matlakov das Match nochmals gewinnen und schaffte selbiges in den Blitzpartien. Das war quasi schon ein Endspiel, zwei weitere Endspiel-Momente:

Bacrot (Weiss) schaffte es, diese Stellung gegen Bu Xiangzhi zu verlieren.

Dass Kravtsiv (Weiss) diese Stellung gegen Ding Liren verlor ist auf den ersten Blick logisch. Allerdings ist es eine Tablebase-Remisstellung, im weiteren Verlauf stand objektiv mal Schwarz auf Gewinn, dann war es wieder remis usw. – könnte man detailliert untersuchen/besprechen, aber das sprengt den Rahmen dieses Beitrags.

Nun wieder Bilder statt Diagramme:

Mamedyarov-Kuzubov 1-3 – in der ersten Schnellpartie stand Mamedyarov anfangs gut und stellte dann reihenweise Bauern ein. In der zweiten Partie entkorkte er mit Schwarz Pirc, logisches Ergebnis eines wilden Schlagabtausches war Dauerschach – zu wenig für den Favoriten, also liess er sich mattsetzen.

Harikrishna-Sethuraman 1,5-2,5 – da gewann der aus Elosicht “falsche” Inder, wie schon beim Weltcup 2015 und diesmal hatte Sethuraman zuvor Ponomariov nach Hause geschickt.

Wojtaszek-Onischuk 1,5-2,5 – auch da gewann der eloschlechtere Spieler.

Navara-Cheparinov 3-1 remislos. Den Rückstand mit klassischer Bedenkzeit konnte Cheparinov ausgleichen, im Schnellschach gewann Navara dann doppelt.

Rapport-Wei Yi 2,5-1,5 – vielleicht eine Überraschung, aus meiner Sicht keine Sensation denn Rapport ist ewig unberechenbar.

Die längsten und dramatischsten Tiebreaks mit russischer Beteiligung: Matlakov-Andreikin 5-3 sowie Artemiev-Radjabov 4,5-3,5 – jeweils könnte ich alleine zu diesen Matches Artikel/Romane schreiben …. .

Und nun ein verdienter Ruhetag – nein, den hatten nur Spieler die keine Tiebreaks brauchten, Samstag beginnt Runde drei. Vor einer kleinen Vorschau weitere Galerien:

Die Favoritenkiller. Matlakov-Andreikin war dabei ein “ergebnisoffenes” Match – aber Andreikin hat generell einen Ruf als Weltcup-Spezialist vor allem in Tiebreaks.

 

Andere – darunter auch deutsche Teilnehmer. Ivanchuk bekommt “traditionell” mehrere Fotos. Wer ist Li Tian Yeoh? Ein IM aus Malaysia, der Anand in Runde eins durchaus forderte – oder war das (im Nachhinein) ein Zeichen für Anands schlechte oder verwundbare Form? Wer ist Oluwafemi Balogun? Ein FM aus Nigeria, der in Runde eins gegen Carlsen spielte und naturgemäss irgendwann Fehler machte. Carlsen hat nun als einziger im Turnier 4/4 – kann an ihm liegen und/oder an seinen bisherigen Gegnern. Batchuluun ist GM aus der Mongolei.

Wie geht es weiter? Zunächst mit Runde 3 – die interessantesten Matches aus meiner Sicht Grischuk-Navara, Kramnik-Ivanchuk, Aronian-Matlakov, Dubov-Artemiev (zwei russische Jungstars), Nepomniachtchi-Jobava, Nakamura-Fedoseev und Ding Liren-Vidit. Überraschungen sind möglich bzw. garantiert – denn wenn immer der Favorit gewinnt ist es für mich auch überraschend. Eines steht bereits fest: es wird keine 22 Tiebreaks geben sondern maximal deren sechzehn.

Nach Ländern aufgebröselt: neun Russen, fünf US-Amerikaner, vier Chinesen, zwei Ukrainer, zwei Inder (nicht Anand und Harikrishna sondern Sethuraman und Vidit) sowie Einzelkämpfer aus zehn anderen Ländern – erwartungsgemäss Norwegen (Carlsen), Frankreich (Vachier-Lagrave), Niederlande (Giri) und Armenien (Aronian), am überraschendsten Kovalyov aus Kanada. Nach Vornamen: Alexander (Onischuk), Aleksandr (Lenderman) und Alexander (Grischuk), Maxime (Vachier-Lagrave), Maxim (Matlakov) und Maxim (Rodshtein), Vladimir (Kramnik), Vladimir (Fedoseev) und Vladislaw (Artemiev) sowie auch hier Einzelkämpfer wie Magnus, Anish, Wesley, Levon [Levan Pantsulaia durfte als Georgier mitspielen aber ist bereits ausgeschieden], Baadur, Hikaru und Fabiano.

 

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2 thoughts on “Weltcup nach zwei Runden

  1. Man kann das alles statistisch so oder so oder auch so aufbröseln – von mir war Vornamen-Statistik natürlich scherzhaft, Länderstatistik durchaus ernst gemeint/aussagekräftig. Was Alter betrifft: 30 ist ja eine vielleicht übliche aber doch künstliche Grenze – Aronian(34), Grischuk(33), Navara(32), Bu Xiangzhi(31), Vallejo(wurde im August 35), Jobava(33) sind noch im Rennen, und Nakamura wird im Dezember 30. Artemiev muss die Teenager nun alleine vertreten – nicht mehr dabei Aryan Tari, JK Duda, Jeffery Xiong, Anton Smirnov, Wei Yi, Samuel Sevian und auch der 20-jährige Matthias Bluebaum. Teils war es erwartungsgemäss, Duda und Bluebaum konnten ihren prominent-etablierten Gegnern Ivanchuk und So durchaus Paroli bieten, Tari besiegte immerhin den nach Elo favorisierten David Howell.

    Weltranglistenplätze: Von Platz 11-20 sind Karjakin, Yu Yangyi, Wei Yi, Radjabov und Harikrishna ausgeschieden, Giri, Ding Liren, Svidler und Li Chao noch dabei (Topalov hatte verzichtet). Von Platz 21-30 überlebten nur Nepomniachtchi und Fedoseev (beide haben vielleicht das Zeug für mehr); Wojtaszek, Le Quang Liem, Adams, Gelfand, Bacrot und Vitiugov sind ausgeschieden (Dominguez verzichtete). Dagegen sind Nummer 31-35 Matlakov, Ivanchuk, Navara, Vallejo und Bu Xiangzhi alle noch dabei. Top10 Spieler hatten bisher noch keine sehr starken Gegner, das wird sich im weiteren Turnierverlauf ändern und dann sind derlei Betrachtungen aussagekräftiger.

  2. Nur noch eine kleine statistische Ergänzung sei erlaubt: Mit 21 Spielern unter 30 ist der Generationswechsel deutlich sichtbar. Jüngster ist der 19-jähriger Wladislaw Michailowitsch Artemjew (5. März 1998 in Omsk). Die Generation 40 ist noch mit Exweltmeister Wladimir Kramnik, Peter Swidler, Alexander Onischuk, Jewgeni Najer und Wassili Iwantschuk vertreten, wobei „Chucky“ mit 48 Jahren gleichzeitig der älteste dieses Quintetts ist.

    Und noch zwei sportliche Details: Von den aktuellen TOP 10 der FIDE-Weltrangliste (Stand 1. September 2017) sind mit Schachrijar Mamedjarow (Rang 6) und Exweltmeister Viswanatan Anand (7) bisher nur zwei ausgeschieden. Nicht platziert unter den TOP 100 sind von den letzten 32 in Runde 3 S. P. Sethuraman, der jetzt auf Anish Giri trifft, sowie Alexander Onischuk – sein nächster Gegner ist in Tblissi Maxime Vachier-Lagrave – und Anton Kovalyov. Der gebürtige Ukrainer, der seit 2013 für Kanada aktiv ist, fordert Maxim Rodshtein aus Israel heraus.

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