Jugend-WM in Uruguay: Ruhetag in Montevideo

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19.9.2017 - Jugend-WM in Uruguay: Start in Montevideo

Leonore Poetsch

Die ersten drei Runden der Jugend-WM in Montevideo, Uruguay sind Geschichte. Die Anreise verlief, nach Aussage der Spieler und Eltern ohne Zwischenfälle. Trotz der langen Reise waren alle einigermaßen fit. Geplant war, dass alle Spieler im aloft-Hotel untergebracht sein sollten. Doch dieses Hotel (planmäßige Fertigstellung 6 Tage vor der Anreise), Überraschung Überraschung, war noch nicht fertig gestellt. So mussten einige von uns in das Sheraton auf der anderen Straßenseite umziehen, wo auch die Meisterschaft stattfinden sollte. Es gibt sicherlich schlimmere „Not-Absteigen“ als das Sheraton. Leider waren im aloft-Hotel auch noch nicht alle Heizungen korrekt installiert… Also es gab kleine Schwierigkeiten zu Beginn, aber nun nach drei Tagen sind diese beseitigt und alle Spieler können sich auf ihr Schach konzentrieren.

Die ersten 6 Bretter jeder Altersklasse männlich und weiblich, U14, U16 und U18 werden live übertragen. Diese Bretter werden in der 25. Etage mit großartigen Ausblick gespielt. Der Rest muss mit dem ersten Geschoss und dem Ballsaal vorliebnehmen. Es ist ein wenig eng, aber im großen und ganzen in Ordnung.

Die deutsche Delegation umfasst, neben den Eltern, 7 Spieler und mit GM Georg Meier und mit zwei Trainern.
In der U14 weiblich hat Alva Glinzner mit 2 aus 3 sehr gut gestartet und hat in der vierten Runde die Chance, gegen die Nummer 42 der Setzliste sich in den Bereich der Livebretter zu spielen.

Den bisher erfolgreichsten Spieler haben wir in der U14 männlich oder wie man es nennt, im Open. Dort konnte Daniel Kopylov, wie Georg es beschrieben hat, alle 3 Partien ohne Probleme gewinnen und heute sitzt er an Brett 1 gegen die Nummer 3 des Turniers aus Österreich.

In der U16w musste Lara Schulze gestern eine sehr unglückliche Niederlage hinnehmen, die sie aus der Spitzengruppe zurück fallen ließ. Doch das Turnier hat noch 8 lange Runden und mit 1,5 aus 3 ist natürlich noch alles drin. Besser läuft es für Leonore Poetsch, die nach einer Niederlage in Runde 2 stark zurück kam und nun mit 2 aus 3 hervorragend im Rennen liegt.
Die gleiche Ausbeute hat Alexander Rieß in der U16. Er musste in der gestrigen Doppelrunde zwei Remis hinnehmen. Während die Punkteteilung am Vormittag wohl in Ordnung war, hätte er die Partie am Nachmittag an diversen Stellen gewinnen können. Doch diese Ergebnisse lassen sich nicht mehr ändern und so schaut Alexander auf die 4.Runde und versucht mit einem Sieg wieder Anschluss nach oben zu finden.

Das größte Pech in der Auslosung hatte Nathalie Wächter. In Runde 1 bekam sie die Nummer 3 des Turniers Laura Unuk vorgesetzt. Nach der Niederlage und einem Sieg in Runde 2 wurde Nathalie dann auch noch die Nummer 1 der Setzliste zugelost. Nach hartem Kampf reichte eine Ungenauigkeit von Nathalie um die Partie zu ihren Ungunsten zu kippen. Mit 1 aus 3 gegen diese starken Gegnerinnen ist noch nichts verloren und nun wird versucht in Runde 4 den zweiten Punkt zu sammeln.

Auch Dmitrij Kollars ist noch nicht mit dem Ergebnis zufrieden. Doch bisher hatte er trotzdem ein wenig Glück. In Runde 1 bot der Gegner in Gewinnstellung remis, in Runde 2 stand er schlechter und konnte doch noch gewinnen und in Runde 3 brachten ihn starke Kopfschmerzen aus dem Konzept. Jetzt ist aber alles behoben und die nächsten Runden können voller Optimismus angegangen werden.

Montevideo ist eine wunderschöne Stadt, die Organisation ist gut und auch wenn die Eröffnungszeremonie sich etwas zog, fand sie doch im wunderschönen Palast der  Justiz statt. Wir freuen uns auf weitere sehr schöne Tage!

Jonathan Carlstedt

5 Runden sind bei der Jugendweltmeisterschaft in Montevideo (Uruguay) gespielt und das bedeutet bei unserem Zeitplan einen freien Tag für unsere Jungs und Mädels. Dabei fällt das Fazit der Spieler durchaus unterschiedlich aus.

In der U14 weiblich geht mit den deutschen Farben Alva Glinzner an den Start. Nach einem guten Start liefen die letzten beiden Runden nicht optimal. In Runde 5 verlor Alva aufgrund eines sehr ungünstigen Zwischenfalls mit der Gegnerin, die etwas sehr pedantisch auf der Regel berührt geführt bestand. Doch sie ist hochmotiviert zu zeigen, dass sie sich von so etwas nicht aus der Bahn werfen lässt und wird mit doppelter Kraft voran gehen.

Dmitrij Kollars

Der Star der deutschen Delegation ist bisher Daniel Kopylov. Mit 4/4 aus gestartet lief alles für Daniel und auch in Runde 5 war er aufgrund eines genialen Qualitätsopfers auf dem Weg zum vollen Punkt. Doch an einer Stelle geriet er ab von eben diesem Weg und verlor am Ende die Partie sogar noch. Trotzdem ist 4/5 eine sehr starke Leistung. Daniel wird den Ruhetag nutzen sich auszuruhen, Energie zu sammeln und dann sich weiter an der Spitze zu halten.

In der U16 w sind unsere Damen mit jeweils 3 Punkten gut unterwegs. Beide wollen natürlich noch mehr, doch 3 Punkte sind eine gute Basis für eine erfolgreiche zweite Hälfte. Lara Schulze war in der fünften Runde sehr erleichtert nach ihrem Sieg, bei ihrem bisherigen Pech sehr gut zu verstehen. Nun ist die Unsicherheit abgeschüttelt und sie ist bereit nun durchzustarten. Leonore Poetsch spielt bisher sehr solides Schach und kann gegen jede Gegnerin überzeugen. Sie macht einen sehr sicheren Eindruck und hat mit ihrer Partieanlage und derzeitigen Form die Möglichkeit noch viele starke Ergebnisse zu erzielen.

Ein wichtiger Sieg gelang Alexander Rieß. Nach ein paar unglücklichen Remis, folgte er lange seiner Vorbereitung und erhielt eine klar bessere Stellung, die er verwerten konnte. Das bedeutet 3,5 Punkte und ebenfalls eine starke Ausgangsposition. Nun ist es an der Zeit Anlauf zu nehmen und vorne anzugreifen.

Nathalie Wächter hat keinen glücklichen Start erwischt. Doch es wird besser werden. Bisher stehen 1,5 Punkte zu Buche. Es hätten nach ihren Partien deutlich mehr Punkte sein können, aber das ist ein Umstand, den man nicht mehr ändern kann. Also gilt es jetzt in den letzten Runden noch so viele Punkte wie möglich zu holen.

„Ich dachte die Strategie sei mit Weiß gewinnen und mit Schwarz Remis“ schrieb mir ein Schachfreund aus Deutschland. Dmitrij Kollars macht es andersrum, in seinen drei Weißpartien spielte er jeweils Remis, während er seine Schwarzpartien gewinnen konnte. Das bedeutet 3,5 aus 5 und was ein Glück … eine Schwarzpartie in Runde 6. Die U18 ist sehr ausgeglichen und damit zählt Dmitrij trotz 1,5 abgegebener Punkte zur erweiterten Spitze.

Wie bei den meisten Meisterschaften, so gut sie auch organisiert sind, gibt es ein paar Dinge die stören. Das einzige was es hier derzeit zu beanstanden gibt, ist dass die Baumaßnahmen, mit all dem damit einhergehenden Lärm, im Aloft-Hotel weiter voran gehen. Ansonsten läuft die Weltmeisterschaft sehr entspannt ab. Die Organisatoren haben alles im Griff und die hochwertigen Hotels, die Nähe zum Strand und die Stadt Montevideo sorgen für den Rest. Es ist also alles bereit, für einen starken Schlussspurt. Nach dem Ruhetag steht direkt eine Doppelrunde an!

Jonathan Carlstedt

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One thought on “Jugend-WM in Uruguay: Ruhetag in Montevideo

  1. Was habe ich mir denn unter dem Ausdruck „sehr pedantisch auf der Regel berührt geführt bestehen“ vorzustellen?

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