Wussten Sie schon?

Wir haben einen Romanautor unter unseren treuen Lesern! Ulrich Geilmann – Vizepräsident der Schachbundesliga – hat in diesem Jahr bereits zwei Schachbücher im Joachim Beyer Verlag veröffentlicht. Weitere Bücher sind in Vorbereitung.

In „Aljechin – Leben und Sterben eines Schachgenies“ beschäftigt er sich mit dem 4. und 6. Weltmeister der Schachgeschichte. Aljechin war ein widersprüchlicher Charakter. Er wird als jähzornig und egozentrisch beschrieben, war Alkoholiker und kollaborierte in seinem bewegten Leben opportunistisch sowohl mit den Bolschewiki als auch mit den Nationalsozialisten.

Leseprobe

Er galt andererseits als ein genialer und überaus ehrgeiziger Mensch. Sein Schach war voller Dynamik, überraschender Einfälle und komplexer Kombinationen, mit dem er seine Gegner nicht selten überforderte. Er gilt als einer der brillantesten Angriffsspieler aller Zeiten und produzierte fantastische Partien in Serie.

Aljechin nahm an 87 Turnieren teil, von denen er 62 gewann. Er spielte 1264 Turnier- und Wettkampfpartien, davon gewann er 735 Partien, 127 verlor er und 402 gingen remis aus. Er hielt jahrzehntelang den Weltrekord im Blindsimultanspiel.

Sein Tod im Jahre 1946 in Portugal bleibt ein Rätsel. Dieser Roman bietet mit fiktionalen Elementen eine mögliche Auflösung.

Das Vorwort zu dem Roman schrieb übrigens GM Rustam Dautov und enthält interessante Partiefragmente des Schachgenies.

In seinem zweiten Roman („Aljechins Ring – Operation Botwinnik“) greift Ulrich einen Faden aus seinem Erstlingswerk auf.

Leseprobe

Er schildert mit einer Mischung aus historischen Fakten und unterhaltsamer Fiktion wie Michail Botwinnik, Aljechins Nachfolger auf dem Schachthron, vom KGB für einen geheimdienstlichen Einsatz rekrutiert wird. Nur widerwillig lässt sich der prinzipiell linientreue Botwinnik darauf ein und macht gute Miene zum bösen Spiel, wohl wissend, dass ihn andernfalls unerfreuliche Vergeltungsmaßnahmen der skrupellosen Apparatschiks erwarten. Eine besondere Note erhält das Unternehmen dadurch, dass Aljechins Siegelring, der in den Besitz des KGB gelangt ist, nun an Botwinniks Hand als Transport-Vehikel bei der Geheimoperation fungieren soll. Die Handlung führt auf das Terrain des dekadenten westlichen Klassenfeinds der USA, wo die von langer Hand vorbereitete Aktion unter dem Deckmäntelchen von offiziellen Schachveranstaltungen ablaufen soll. Wird es Botwinnik, der selbst zu einer Schachfigur im Spiel des KGB geworden ist, letztlich gelingen, seine Integrität zu wahren? Eine fesselnde Agentengeschichte im Schachmilieu, die sich in der frühen Phase des Kalten Krieges abspielt und auch Nichtschachspielern eine reizvolle Lektüre bietet.

Das Vorwort zu diesem Roman schrieb GM Gerald Hertneck. Auch hier findet der geneigte Leser einige interessante Partiefragmente und –analysen.

Mit „Der indische Meister – Malik Mir Sultan Khan, Leben und Wirken“ möchte Ulrich schließlich den Lebensweg eines in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Schachmeisters nachzeichnen. Malik Mir Sultan Khan betritt 1929 die Weltbühne und erspielt sich bemerkenswerte Turniererfolge. Der junge Mann, der zu dem Gefolge eines indischen Diplomaten gehört, zählt vorübergehend zu den zehn besten Schachspielern der Welt. Die erstaunliche Karriere endet abrupt im Jahre 1933. Khan kehrt zusammen mit seinem Herrn nach Britisch-Indien zurück. Er verstirbt dort im Jahre 1966, ohne dass er noch einmal international in Erscheinung trat.

Das Buch, das mit einem Vorwort von GM Parimarjan Negi eingeleitet wird, ist noch nicht veröffentlicht. Es soll neben einem Romanteil aber alle verfügbaren Partien enthalten, die Sultan Khan in Indien und Europa gespielt hat.

Ein viertes Buch, das den Arbeitstitel „Portrait des Meisters“ trägt, ist ebenfalls in Vorbereitung. In dem Roman erwirbt ein gewisser Laurent Dubois ein Portrait des Schachgenies Alexander Aljechin. Der Franzose ist so sehr fasziniert, dass er sich die Regeln des Schachspiels selbst beibringt. Das Spiel zieht ihn fortan in seinen Bann und er entdeckt ein bislang verstecktes Talent. Schnell wird er Großmeister und Herausforderer des Schachweltmeisters.

Doch das alles bleibt nicht ohne Folgen für seine Psyche. Es scheint fast so zu sein, als ob ein böser Geist in ihn gefahren ist. Dubois erfährt am eigenen Leibe, wie schmal der Grad zwischen Genialität und Wahnsinn ist. Ein weiteres Schachbuch auch für Nichtschachspieler. Man darf gespannt sein.

Print Friendly, PDF & Email