Smyslov – sein feiner Stil

Wenn man die Schach-Experten und Schach-Enthusiaten fragt, wer von den Weltmeistern der Allerbeste war, dann wird “Er” bestimmt nicht genannt. Sein Stil war bei weitem nicht so spektakulär, wie der von Kasparov oder Fischer, den meist genannten Helden. Sein Stil war einfach und es verblüfft immer wieder, wie wenig Widerstand Spieler der absoluten Weltklasse ihm entgegen zusetzen hatten. Auch wenn die Partien nicht so erfrischend sind, wie die von Michael Tal, lohnt es sich, diesen Stil zu studieren. Die Rede ist von Vassily Smyslov.

Vielfach urteilt man, dass sein Spielstil, den Verteidigungstechniken der damaligen Zeit weit überlegen war. Doch wie kam es dazu? Bedingt durch die weltpolitische Lage ab 1941, entwickelte sich das russische Schach fernab des schachlichen Weltgeschehens still und leise weiter, was durchaus als ein Erfolg der russischen Schachschule gesehen werden kann, aber auch auf die grosse Anzahl talentierter Spieler in der Sowjetunion zurückzuführen ist. Die westlichen Spieler bekamen von dieser Entwicklung nichts mit und liefen dann dieser Entwicklung mehr als zwei Jahrzehnte erfolglos hinterher.

Dies bekam auch das einstige polnische Schachwunderkind Samuel Reshevsky bei der Schach-Weltmeisterschaft 1948 zu spüren, als er gegen Vassily Smyslov antreten musste. Die nun folgende Partie ist ein typisches Beispiel für den Smyslov-Stil.

Beachten Sie bitte mehrere Punkte. Zum einem wie Smyslov mit seinen Figuren nach dem Tausch der Bauern auf e5 agiert, wie er den Bauern auf d6 erobert, dabei vor einer Verschlechterung seiner Bauernstellung am Königsflügel nicht zurückschreckt, wie man dass Läuferpaar gegen das schwarze Springer-Paar einsetzt und wie man eine 4 zu 2 Bauern-Überlegenheit am Königsflügel im Turmendspiel zum Sieg führt.

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