3. Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung

Von Mirko Eichstaedt – Die 3. Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderungen fand vom 05. Oktober bis 13. Oktober 2017 im Wyndham Garden Hotel in Dresden unter der Schirmherrschaft der FIDE statt. Veranstalter des gut organisierten Turniers war der ZMDI Schachfestival Dresden e. V. unter Leitung des Präsidenten Dr. Dirk Jordan. Es nahmen 71 Spieler aus 13 Nationen auf drei Kontinenten teil. Darunter waren der Großmeister Tazbir, sieben IM, 2 WIM, 6 FM, 2 CM und eine weibliche CM. Einige konnten auf Grund des Unwetters am Anreisetag bzw. fehlender Visa nicht oder nicht rechtzeitig anreisen.

Der Wettbewerb ist eine Veranstaltung für Schachspieler mit Behinderung mit den Weltverbänden – ICCD (Verband der Gehörlosen), IPCA (Verband der physikalisch eingeschränkten Personen) und unserer IBCA. Das offene Einzelturnier wurde mit einer separaten Mannschaftswertung gespielt.

Parallel fanden im gleichen Hotel die 25. Offenen Sächsischen Seniorenmeisterschaften mit 78 Teilnehmern und der American Amateur Cup, der bis zum 08.10.2017 in vier Gruppen ausgespielt wurde, statt.

Am 05.Oktober wurde das größte Turnier für Menschen mit Behinderung feierlich eröffnet. Bei der Eröffnungszeremonie, an der ich auf Grund des Sturmes Xavier nicht teilnehmen konnte, führte der Präsident Dr. Jordan durch das Programm und Thomas Luther, der Vorsitzende der Behindertenkommission der FIDE, begrüßte die Anwesenden.

Die erste Runde verlief für die DBSB-Mannschaft ohne besondere Ergebnisse. Spannender wurde es dann Runde für Runde. Zeitweise lag unsere Mannschaft, bestehend aus Oliver, Mirko, Frank und Dieter, sogar auf dem dritten Platz der Mannschaftswertung. Im Ergebnis reichte es dann doch nur für den vierten Platz in der Mannschaftswertung der 15 teilnehmenden Mannschaften, es fehlte lediglich ein halber Brettpunkt. Hier gewann Polen (IBCA), vor Russland (IBCA) und Russland (IPCA).

Aber auch die anderen beiden Starter des DBSB, Gert und Reinhold, standen der Mannschaft nicht nach. So hat unter anderem Gert in der vierten Runde gegen IM Dmitrij Scerbin (IBCA Russland) einen schönen Sieg errungen.

In der Einzelwertung lagen die sehbehinderten und blinden Spieler vorn. Es siegte Marcin Tazbir, vor Oliver Müller und Alexey Pakhomov.

Die Platzierungen der DBSB-Starter:

2. Platz mit sechs Punkten Oliver Müller,
14. Platz mit 4,5 Punkten Mirko Eichstaedt,
31. Gert Schulz (3,5 Punkte),
35. Reinhold Rippberger (3,5 Punkte),
40. Frank Schellmann (3,5 Punkte),
47. Dieter Riegler (3 Punkte).

Eine besondere Überraschung gab es für den DBSB bei der Siegerehrung. Oliver Müller bekam auf Grund der Punktgleichheit mit dem Sieger Marcin Tazbir, gegen den Oliver bereits zum vierten Mal in der vierten Partie gegeneinander remis spielte, den Titel eines „IM“. Da war natürlich die Freude groß.

Was gab es sonst noch?

Am spielfreien Tag besuchten einige das Hygienemuseum in Dresden. Abends suchten wir in der Woche unterschiedliche Restaurants auf. Und am Geburtstag unseres Bundestrainers Wilfried am 12.10.2017 überraschten Luise, Frank und Oli ihn mit der Nachricht, sie möchten mit ihm ein Geschenk aussuchen. Gedacht war an einen Riesenkoffer mit viel Platz für die Musikanlage und Bücher. Leider konnte sich Wilfried (noch) nicht entscheiden…

Wir danken Wilfried für seine Mühe bei der Vorbereitung, aber auch dem Sächsischen Schachbund und dem Veranstalter, dem ZMDI Schachfestival Dresden e. V., für die tolle Organisation. So nutzten gerade viele Kinder und Jugendliche der Sächsischen Schachjugend die Herbstferien, um als Assistenten zur Verfügung zu stehen. Auch die vielen Schiedsrichter standen für jedes Anliegen bereit.

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