Offenes Visier an den Spitzenbrettern – Adly gewinnt 21. OIBM

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Die Preisgelder der diesjährigen OIBM wurden nicht nach dem Hort-System verteilt, sondern streng nach Platzierung. Somit war vor der Partie klar, dass für das große Preisgeld eine Punkteanzahl von 7.5 notwendig sein würde, sich für alle Spieler mit 6.5/8 also volles Risiko auszahlen wird. Dementsprechend zweischneidig wurden die Partien an den Spitzenbrettern angelegt. Ausgezahlt hat es sich vor allem für Ahmed Adly. Der Ägypter war nach einen Traumstart von sechs Siegen etwas ins Rudern Schleudern gekommen und brauchte für den ersten Platz heute unbedingt einen Sieg gegen Fernando Peralta. Bereits mit der Eröffnungswahl Benoni zeigte er an, dass ein Spiel auf Remis nicht in Frage kommt.

Risiko gegangen, Sieg eingetütet, um 3000€ reicher – ein guter Tag für Ahmed Adly

Der einzige Spieler, der vor der Partie wohl ein Remis unterzeichnet hätte war Kaido Kulaots. Mit 7.0/8 lag er alleine in Führung, zudem hatte er mit einer Schwarzpartie gegen Eduardo Iturrizaga Bonelli alles andere als ein leichtes Los gezogen. Kulaots versteckte sich jedoch keineswegs und opferte bereits in der Eröffnung einen Bauern, die Partie wurde wild, am Ende konnte der Este mit einem Remis jedoch mehr als zufrieden sein.

Tegernsee: Daniel Fischer bester Schweizer – Renato Frick bester Senior
Markus Angst – Bei der Offenen Internationalen Bayerischen Meisterschaft auf dem Gut Kaltenbrunn am Tegernsee landete der als Nummer 131 gestartete Daniel Fischer (Pfäffikon/SZ) als bester Schweizer auf dem 121. Rang unter 484 Teilnehmern.

Renato Frick erzielte als bester Senior eine ELO-Performance von 2279 – 277 Punkte über seiner eigenen ELO-Zahl.

Der 13-jährige Schwyzer, der in der 1. Runde mit einem Sieg gegen den bulgarischen Grossmeister Momchil Nikolow für Aufsehen gesorgt hatte, totalisierte 5 Punkte aus neun Partien (4 Siege/2 Remis/3 Niederlagen) und kam auf eine respektable ELO-Performance von 2297 – 183 über seinen eigenen ELO-Punkten.

Vor seinem Startplatz (286) landete als 267. mit einer 2030er-Performance auch Yasin Chennaoui (Degersheim/1940 ELO), der in der 3. Runde mit Michael Hoffmann (D) ebenfalls erstmals einen Grossmeister bezwungen hatte. Allerdings konnte der 14-jährige St. Galler, der mit 2½ aus 3 gestartet war, seine Pace im weiteren Verlauf des Turniers nicht halten. Aus den sechs restlichen Runden holte er neben drei Niederlagen nur noch drei Unentschieden.

Mit Marcel Marentini (Bottighofen/143. als Nr. 204/5 Punkte) und Martin Harsch (Wallbach/234. als Nr. 247/4½ Punkte) waren zwei weitere Schweizer vor ihrem Startplatz klassiert. Paul Remensberger (Schwerzenbach/203. als Nr. 194/4½ Punkte) und Hansuli Remensberger (Bassersdorf/227. als Nr. 183/4½ Punkte) verpassten dieses Ziel nur knapp.

Sieger des Monster-Opens in Bayern, das nicht weniger als 484 Spieler, darunter 22 Grossmeister am Start sah, wurde mit 7½ Punkten der ägyptische GM Ahmed Adly. Gegen ihn hatte sich Daniel Fischer in der 3. Runde geschlagen geben müssen.

Der Spezialpreis für den besten Senior ging überraschend an Renato Frick. Der 65-jährige Liechtensteiner kam als Startnummer 239 auf den hervorragenden 54. Rang – einen Platz vor dem schwedischen Grossmeister und früheren Weltklassespieler Ulf Andersson (der allerdings zwei Runden ausgelassen hatte). Mit 6 Punkten – 5 Siege (darunter in der Schlussrunde gegen den deutschen FM Matthias Steinbacher), 2 Remis, 2 Niederlagen (in den Runden 1 und 3) – kam Renato Frick auf eine ELO-Performance von 2279. Das liegt 277 Punkte über seiner eigenen ELO-Zahl.

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One thought on “Offenes Visier an den Spitzenbrettern – Adly gewinnt 21. OIBM

  1. Wenn vor der letzten Runde 16 Spieler 6,5/8 haben und einer hat 7/8, brauchen die 16 natürlich einen Sieg für „das große Preisgeld“ – mindestens einer hat nach der Schlussrunde 7,5/9: Kulaots mit Remis gegen Iturrizaga oder Iturrizaga mit Sieg gegen Kulaots. Oder Kulaots gewinnt, dann können Adly und andere so viel riskieren wie sie wollen und so hoch oder schön-spektakulär gewinnen wie sie wollen, es wird nur der – geteilte – zweite Platz.
    Wertungssieger Adly hatte gegenüber Kulaots die leicht bessere TPR (2448 zu 2442), Buchholz wäre 52-51 zugunsten von Kulaots. Mich interessiert in derlei Fällen immer, wie das zustande kam. Im umgekehrten Fall hätte Kulaots davon profitiert, dass er nominell schlechter ist als Adly (as direkte Duell beeinflusst ja TPR von beiden). So lag es NICHT daran, dass Kulaots in der entscheidenden Phase stärkere Gegner hatte – neben Adly in den letzten Runden auch die Nummern 2, 6 und 1 der Setzliste, Adly neben Kulaots die Nummern 13, 3 und 15. Nein es lag daran, dass Kulaots zuvor (Runde 3 und 5 – zu diesem Zeitpunkt hatten beide 100%) Gegner bekam, die bis dahin besser-erfolgreicher spielten als ihre Elozahlen ‚versprachen‘.
    Ich finde Preisgeld streng nach Wertung generell fragwürdig, da Wertungsunterschiede oft klein und Zufallsprodukt sein können. Natürlich können Veranstalter machen was sie wollen, und Teilnehmer wissen vorab, worauf sie sich einlassen. Bei diesem Turnier ist der finanzielle Unterschied zwischen Platz eins und Platz zwei auch relativ klein (3000 zu 2000 Euro). Am Persischen Golf hatte Gawain Jones zweimal „Dubaidusel“: knapper Wertungssieger, damit 13.000$ Preisgeld, dagegen 7.000$ für Platz zwei.

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