Aserbaidschan und Russland sind Europameister

  • 5
    Shares

Im Damenturnier war relativ früh klar, dass niemand Russland stoppen kann – wobei die Polinnen ihnen in Runde sechs immerhin einen Mannschaftspunkt abknöpften, und da war mehr drin aus polnischer Sicht. Danach hatte Russland alle starken Teams bereits gehabt – der Rest war quasi Schaulaufen, wobei sie noch fleissig Brettpunkte sammelten, obwohl nicht unbedingt nötig. Spannend war nur noch der Kampf um die anderen Medaillen, bei dem Polen am Ende leer ausging. Sowie aus deutscher Sicht, was die deutschen Damen anstellen würden und ob Elisabeth Paehtz eine GM-Norm erzielt – das verrate ich noch nicht.

Im offenen Turnier dagegen: Was für ein Durcheinander! Kroatien wird Europameister (Stand zum Ruhetag). Nein, Ungarn wird Europameister. Nein, Russland. Nein, Aserbaidschan. Nein, Deutschland! Das ging allerdings auch rein rechnerisch nur, wenn sich am Spitzentisch viele Spieler um mehr als 15 Minuten verspäten und regelkonform genullt werden. Eine Medaille war eventuell drin – das scheiterte dann daran, dass Russland doch noch Europameister werden wollte. Dann hat plötzlich Thailand bei der EM mitgespielt, jedoch in allen Runden pausiert – der Thaibreak musste entscheiden, wer Europameister wird.

Auch individuell passierte einiges, womit man nicht unbedingt rechnen konnte: Leko gewinnt! Saule Gailiunaite gewinnt! Wer ist Saule Gailiunaite? Da muss sich der Leser noch etwas gedulden. Giri verliert! Vielleicht um seiner alten Heimat Russland zu helfen – es hätte nicht gereicht und seine Teamkollegen Erwin l’Ami und Jorden van Foreest waren nicht einverstanden. Nur auf eines konnte man sich verlassen: Nisipeanu spielt remis – als einziger neben dem Slowaken Marian Jurcik alle Partien. Mehrere Spieler hatten dagegen im Turnier kein einziges Remis, aber das führt nun zu weit.

Endstand, zunächst wieder die Damen: Russland 17, Georgien 14, Ukraine 13, Polen und Rumänien 12, Spanien, Israel, Aserbaidschan, Armenien 11, usw. . Vorne die ersten vier der Setzliste, auch in dieser Reihenfolge und ohne Tiebreaks sauber sortiert. Die Nummer fünf Deutschland dagegen auf Platz 16, nach Wertung ganz knapp vor der Nummer 24 Litauen – dazu passte auch das Ergebnis im direkten Duell, aber ich verrate immer noch nicht wer Saule Gailliunaite ist.

Im offenen Turnier: Aserbaidschan 14(230), Russland 14(217.5), Ukraine 13(210), Kroatien 13(170), Ungarn, Israel, Rumänien 12, Deutschland, Niederlande, Polen, Türkei 11, usw. . Da liegen die ersten drei der Setzliste vorne (wobei Russland nominell besser ist als Aserbaidschan). Die Nummer 4 England landete solidarisch mit den deutschen Damen auf Platz 16, die Nummer 6 Armenien hatte diesmal auch kein gutes Turnier – für England ist das Tradition, für Armenien nicht.

Nun endlich zum Titelbild: Ich habe eines aus dem Zwischenbericht aufgewärmt, und zwar Rauf Mamedov – Topscorer für Aserbaidschan mit 8/9. Enttäuscht hat bei den Azeris niemand, wobei Arkadij Naiditsch einen wichtigen Elopunkt einbüsste – von Elo 2700 in der aktuellen Liste stürzte er ab auf 2699 und liegt nun hinter Landsmann Mamedov, nach vielen Jahren Elo etwa 2650-2680 nun neu im Club 2700+. Mamedyarov hat dagegen seine Elozahl genau verteidigt – vorher 2799, hinterher 2799. Fotos von Anastasia Karlovich und Niki Riga, Quelle Turnierseite bzw. ab da auf Facebook.

Nun hinein ins Geschehen, zunächst und ausführlicher zum offenen Turnier Runde für Runde:

In Runde 6 lautete die wohl unerwartete Spitzenpaarung

Ungarn-Kroatien 3,5-0,5 (Foto Niki Riga): Dumm gelaufen für die Kroaten, was soll man auch machen wenn sogar Leko gewinnt – am Spitzenbrett gegen Ivan Saric? Das reichte dann übrigens für dieses Turnier – auch Gelfand und Wojtaszek gewannen eine Partie und remisierten den Rest, es war also durchaus knapp für Liviu-Dieter Remisu Nisipeanu. Nur an Brett 2 remisierten Bosiocic und Erdos, beide zuvor Matchwinner für ihre Teams – ohne grosse Aufregungen und pünktlich nach 30 Zügen.

Polen-Russland 1.5-2.5 (Foto Niki Riga) – Russland fand seinen Rhythmus wieder: einer gewinnt, drei spielen remis. So ging es dann allerdings nicht weiter.

Gewonnen hat Nepo(mniachtchi) gegen Duda [kompletter Nachname, dafür ist der Vorname Jan-Krzysztof ja kompliziert]. Duda spielte die Fort Knox Variante im Franzosen, Nepomniachtchi fand den Dosenöffner (Foto Karlovich).

Armenien-Aserbaidschan 1.5-2.5 (Foto Niki Riga). Zuerst die gute Nachricht aus armenischer Sicht:

Aronian-Mamedyarov 1-0 (Foto Karlovich) – natürlich Ähnlichkeiten mit dem Foto zuvor, aber zwei Spieler mit Elo 2800+ kann man schon noch einmal individuell zeigen – das hatte Mamedyarov vor der Partie, und Aronian nach der Partie. Dabei lief die Eröffnung gut für Mamedyarov. Dann opferte er eine Qualität, ebenso spielbar wie unnötig. Dann kam ihm die Kompensation für die Qualle abhanden, und am Ende zappelte sein König gar in einem Mattnetz.

Ausgleich für Aserbaidschan durch Radjabov-Movsesian 1-0 – Movsesian wieder verwundbar, nach nun 1,5/6 landete er vorläufig auf der Ersatzbank. Die Entscheidung liess dann auf sich warten, (mighty) Mamedov und Melkumyan übten ein Turmendspiel, das nach einem Mamedovschen Lapsus trotz zweier Mehrbauern eigentlich Tablebase-remis war. Es entstand nach 61.Txa5 – 50 Züge musste Melkumyan nun durchhalten. Er erzielte 50% und es war dann doch nicht remis: der entscheidende Fehler im 86. Zug.

Die Schlussphase (Foto Riga) umringt von Kibitzen – im Karohemd der azerische Kapitän Eltaj Safarli, daneben der Schiedsrichter, dahinter Teimour Radjabov. Und auch noch andere, u.a. auch der armenische Käpten Arshak Petrosian sowie (Screenshot aus der Live-Übertragung)

auch eine Dame verfolgte das lange Zeit – meistens von hinten gefilmt, ich habe mir nicht nochmals das gesamte Video angeschaut um ihr Gesicht zu zeigen. Hinten mit Lederjacke Artash Petrosian, aber wer ist diese Dame? Recherchen in meinem Netzwerk haben nichts eingebracht, sachdienliche Hinweise gerne per Kommentar.

Ich tippte auf Movsesians (zweite) Ehefrau Julia Movsesian (früher Kochetkova – Foto Stefan64, Wikipedia), aber mehrere Dinge passen nicht dazu: Sie spielt (obwohl elobesser als jedenfalls drei im Team) nicht für die Slowakei. Sie ist relativ klein – wie auch Movsesian, dabei nicht so „quadratisch“, die Dame im Video dagegen offenbar gross. Und sie schien hinterher froh und glücklich, dass Melkumyan patzte und Mamedov gewann.

Nur noch ein Ergebnis: Deutschland-Türkei 2-2 – Meier verlor, Svane (nach seiner Auftaktniederlage spätestens jetzt voll im Turnier angekommen) schaffte den Ausgleich. Deutschland war Favorit, aber die Türken akzeptierten ihre Aussenseiterrolle in anderen Runden auch nicht – zuvor 2,5-1,5 gegen die Ukraine, später 2,5-1,5 gegen die Niederlande. Aus deutscher Sicht sollte es in den nächsten Runden besser laufen.

Nun führten Ungarn und Russland mit 10 Mannschaftspunkten vor Aserbaidschan und Kroatien mit 9. Ungarn hatte allerdings bereits in Runde 4 gegen Russland 2,5-1,5 gewonnen, also gab es andere Spitzenpaarungen in

Runde 7 (alle Fotos Karlovich)

Aserbaidschan-Ungarn 3-1. Vorne überlebte Leko in kritischer Stellung gegen Mamedyarov, Erdos-Radjabov war ein ereignisloses Remis in 31 Zügen. Die Entscheidung fiel hinten in Endspielen bzw. direkt davor: Rapport wickelte gegen Naiditsch freiwillig und unnötig ab zu einem verlorenen Turmendspiel, Berkes bastelte berechtigt am Ausgleich für Ungarn – landete dann allerdings plötzlich in einer schlechteren, später verlorenen Stellung. Sein Gegner: Rauf Mamedov.

Kroatien-Russland 1-3 – Russland schaltete um auf „Weiss gewinnt“ (und zwar beide, Vitiugov und Dubov), Schwarz macht remis. Schliesslich mussten sie auch etwas für das Tiebreak-relevante Brettpunkt-Konto tun.

Ukraine-Rumänien 2,5-1,5 (Eljanov-Lupulescu 1-0).

Israel-Polen 2,5-1,5 bei drei entschiedenen Partien, dazu ein Foto hinterher (von Niki Riga):

Gelfand und Wojtaszek bei der Analyse. Beide blieben im Turnier ungeschlagen, der mitdenkende Leser kennt das Ergebnis dieser Partie.

Deutschland-Armenien 2,5-1,5! Armenien ersetzte Sergei Movsesian durch Landesmeister Hovhannes Gabuzyan – der armenische Meister darf traditionell mit anreisen und wird ebenso traditionell kaum eingesetzt, zuvor nur in Runde eins gegen die Schweiz. Gabuzyan erwies sich als gleichwertiger Ersatz und verlor gegen Rasmus Svane, Rest remis.

Weissrussland-Niederlande 1-3

England-Spanien 2-2, zu wenig für die favorisierten Engländer – im Schach als Nationalmannschaft traditionell ebenso erfolglos wie im Fussball (so sah es auch Nigel Short).

Nun führte Russland (12) vor Aserbaidschan (11) sowie Ungarn, Ukraine und Israel (10).

Runde 8:

Russland-Aserbaidschan 1-3, dieses Foto von hinten (Brett 4 im Vordergrund) von Anastasia Karlovich

Und dieses von vorne von Niki Riga. Mamedyarov (gerade nicht am Brett) hatte dann eine Überraschung für Grischuk parat 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 d6 (soweit siehe Foto) 5.0-0 Ld7 6.Te1 g5!?? . Es funktionierte wunderbar: Grischuk landete in Zeitnot (schon für 5.0-0 und 6.Te1 hatte er je 6 Minuten investiert) und dann in einer Verluststellung. Das war dann nicht die einzige schlechte Nachricht für Team Russland einschliesslich (auf dem Foto stehend etwas unscharf) Potkin.

Das Ende dieser Partie von Niki Riga fotografisch dokumentiert, und gleich noch drei Fotos:

Durchgehend viele Kibitze bei diesem Match. Dubov landete gegen mighty Mamedov in einem schlechten Endspiel und verlor. Hinterher (vielleicht auch schon vorher) wunderten sich einige, dass Russland zugunsten des jungen Dubov auf den erfahrenen Vitiugov verzichtete) – hinterher ist man da immer schlauer. Zu allem Überfluss patzte auch noch Nepomniachtchi gegen Radjabov. Matlakovs Endspielsieg gegen Naiditsch war da einerseits nur noch Ergebniskosmetik, andererseits diente er durchaus Team- und auch eigenen persönlichen Interessen. Brettpunkte sind Tiebreak-relevant, und es gab auch noch das Fernduell (im Sinne von: am selben Ort aber nie gegeneinander) zwischen Matlakov und Jobava um den ACP Tour Platz in Wijk aan Zee 2018. Dieses Rennen ist wohl nun zugunsten von Matlakov gelaufen, der damit sein erstes Superturnier spielen wird. Er führte ohnehin und bekommt für sein Ergebnis (insgesamt 5,5/8, TPR 2740) weitere ACP-Tourpunkte – Jobava (2,5/7, TPR 2539) dagegen nicht.

Ukraine-Ungarn 2,5-1,5 – die Ukraine war wieder im Rennen um die Medaillen, Ungarn fiel zurück. Matchwinner war an Brett 4 Kravtsiv etwas aus dem Nicht heraus gegen Almasi (beide auf Anastasia Karlovichs Foto vorne).

Israel-Deutschland 1-3! Georg Meier gewann – erstmals seit Runde 3, dazwischen zwei Niederlagen – gegen Rodshtein. Rasmus Svane gewann ab Runde 2 sowieso immer, Ausnahmen die vierte (er pausierte) und die fünfte Runde (Remis gegen Kroatien). Heute spielte er gegen Smirin. Professionell wie Team Deutschland ist: neben diesen zwei Weissiegen zwei Schwarzremisen.

Das war vielleicht des Guten zuviel, tags darauf spielten sie dann (siehe Einleitung) gegen Russland. Bei einem 2-2 dürfte oder müsste Israel gegen Russland spielen, und Deutschland hätte relativ leichte Gegner im Lostopf – neben Ungarn (stark) und England (stark aber anfällig) auch Spanien und Rumänien – damit eventuell bessere Chancen auf zusammen drei Mannschaftspunkte. Aber es war wohl von Nisipeanu und Fridman zuviel verlangt zu denken „Meier und Svane gewinnen, also müssen wir verlieren“.

Die Niederlande, ähnliche Turniersituation wie Deutschland, machten es anders und verloren (bereits erwähnt) 1,5-2,5 gegen die Türkei. Giris Outfit passt farblich nicht zum Gegner Dragan Solak, daran lag es allerdings nicht – Ivan Sokolov verlor chancenlos gegen Emre Can. Später eine typische Szene aus Matches der Niederlande:

Jorden van Foreest spielt noch, andere kibitzen (neben Giri auch Loek van Wely). Mehrfach konnte Jorden Matches noch drehen oder retten, auch diesmal versuchte er es im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern gegen Vahap Sanal. Dabei landete er eigentlich gar in einer Verluststellung, aber Sanal sah es offenbar nicht (oder dachte „Remis reicht“) und wiederholte die Züge.

Noch einige Ergebnisse: Frankreich-Kroatien 1,5-2,5 – nach zwei Niederlagen punktete Kroatien wieder. Rumänien-Serbien 2,5-1,5.

Griechenland-England 1,5-2,5 (Foto Niki Riga) – da war für Griechenland viel mehr drin. Armenien-Polen 2-2 half keinem Team so richtig.

Stand nun: Aserbaidschan 13(172.5), Russland 12(167), Ukraine 12(155), Deutschland 11(165), Türkei 11(134), Kroatien 11(130) – diese Teams hatten noch Medaillenchancen. Russland hatte noch nicht gegen die Ukraine gespielt, dagegen bereits gegen Aserbaidschan, die Türkei und Kroatien. Aserbaidschan hatte auch noch nicht gegen die Ukraine gespielt, also die Spitzenpaarungen Aserbaidschan-Ukraine, Deutschland-Russland und Türkei-Kroatien. Die letzten beiden Teams hatten, angesichts schlechter Tiebreaks, nur bei passenden Ergebnissen in den anderen Matches noch Medaillenchancen – Deutschland konnte „im Prinzip“ aus eigener Kraft noch unter den ersten drei landen. Tiebreaks zwischen Aserbaidschan, Russland, Ukraine (und Deutschland) so knapp, dass es ein bisschen Lotterie werden kann – Ergebnisse aus diversen anderen Schlussrunden-Matches relevant.

Runde 9:

Aserbaidschan-Ukraine hat Anastasia Karlovich fotografiert – Niki Riga auch, aber ich nehme dieses Foto. Die Ukraine wusste vielleicht nicht so recht, was sie wollen – ein Sieg bedeutet Silber, eventuell Gold, ein Mannschaftsremis sicher Bronze, eine Niederlage (wenn die Türkei und Kroatien nicht auch unentschieden spielen) gar keine Medaille. Eljanov und Kryvoruchko legten ihre Partien solide an, Kuzubov etwas zwischendrin, Ponomariov entkorkte dagegen gegen Naiditsch …. Pirc. Das hatte er bis 2001 regelmässig gespielt, seither offenbar nur zweimal.

Sinn der Sache war vielleicht, Naiditsch zu provozieren – und es funktionierte! Naiditsch spielte auf Angriff, der war „eigentlich“ vernichtend, aber irgendwie entwischte Pono mit Remis.

Niki Riga hat das Ende dieser Partie (und Naiditschs Miene) fotografisch dokumentiert, und auch

dass auch dieses Match viele Kibitze hatte. Vorne links der ukrainische Teamkapitän Alexander Sulypa – wer hinten die Hände vor seinen Augen hat, da bin ich überfragt (und dieses Namensschild ist nicht lesbar auf dem Foto). Die anderen Partien wurden ebenfalls remis – Aserbaidschan-Ukraine 2-2, sollte das reichen für Gold? Der Leser weiss es bereits, die Spieler und Offiziellen wussten es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Deutschland-Russland hat Karlovich fotografiert,

auch später während der entscheidenden Phase. Nisipeanu remisierte gegen Grischuk, na klar doch, aber an den anderen Brettern machte Russland Druck. Fridman hielt gegen Matlakov stand, Bluebaum – der gegen Vitiugov zunächst keinesfalls schlecht stand – verlor den Faden und die Partie. Tief im Turmendspiel griff auch Meier gegen Nepomniachtchi daneben, damit Deutschland-Russland 1-3, sollte das Russland für Gold reichen? Erst noch zwei Fotos von Anastasia Karlovich:

Kommentiert hat das Ganze Jan Gustafsson, oben mit Fiona Steil-Antoni die dann vorübergehend Platz machte für Grischuk. Grischuk ging zunächst davon aus, dass 3-1 reichen würde.

Nun noch zwei Fotos von Niki Riga:

Team Russland etwa in dieser Phase, auf dem zweiten Foto links vorne Motylev, wie Potkin als Helfer vor Ort.

Zur Erinnerung: Vor der Schlussrunde hatte Aserbaidschan 172.5 Tiebreak-Punkte, und Russland 167. Aserbaidschan bekam für das 2-2 gegen die Ukraine 2*13=26 Punkte dazu, Russland für das 3-1 gegen Deutschland 3*11=33. Warum hatte dann Aserbaidschan vor der Schlussrunde 5,5 Tiebreak-Punkte Vorsprung, und danach 12,5 Punkte? Jedenfalls im Schnitt/per Saldo passten die anderen Ergebnisse der letzten Runde offenbar für die Azeris, im Detail habe ich das nicht untersucht. 4-0 gegen Deutschland hätte Russland auch nicht gereicht und war ohnehin unmöglich, denn Nisipeanu spielt ja immer remis.

Auch die Fotografinnen konzentrierten sich offenbar weitgehend auf die beiden Spitzenbegegnungen, einige andere Ergebnisse etwas im Schnelldurchlauf einschliesslich Tiebreak-Relevanz: Türkei-Kroatien 1,5-2,5 – das gefiel Grischuk nicht, da Russland gegen die Türkei 3,5-0,5 gewonnen hatte und gegen Kroatien nur 3-1 (dieser Unterschied ist allerdings kleiner als Grischuk dachte). England-Ungarn 0,5-3,5 – bitteres Ende für die Engländer, klar zugunsten von Aserbaidschan (3-1 gegen Ungarn) gegenüber Russland (1,5-2,5 gegen Ungarn). Slowenien-Niederlande 1,5-2,5 – Russland hatte gegen Slowenien gespielt (2,5-1,5), und nicht gegen die Niederlande. Giri verlor am Spitzenbrett Russsland-freundlich gegen Lenic, aber Erwin l’Ami gewann und am Ende gewann Jorden van Foreest auch – wie mehrfach im Turnier plötzlich aus dem Nichts heraus. Serbien-Armenien 2-2 – Movsesian durfte doch noch einmal mitspielen, und zwar an Brett eins denn Aronian spielte nicht. Er remisierte gegen Ivanisevic, Gabuzyan verlor allerdings. Den Armeniern war offenbar eher egal, ob sie Zwölfter werden oder mit einem Sieg noch unten in der top10 landen.

Was für Tiebreaks auch eine Rolle spielte: Russland verbesserte den azerischen Tiebrek selbst mehr als umgekehrt. Zum einen gewann Russland in der Schlussrunde, während Aserbaidschan unentschieden spielte. Zum anderen hatte Aserbaidschan ja Russland 3-1 besiegt – also bekam Russland einen Tiebreak-Punkt hinzu (1*1=1), Aserbaidschan dagegen sechs (3*2=6).

Hier breche ich erst einmal ab – Damenturnier, Bildergalerien, Rückblick aus deutscher Sicht kommt alles später. Dann gibt es vielleicht auch Fotos von der Siegerehrung. Um eines doch bereits zu verraten: Elisabeth Paehtz hatte am Ende 7/9, bei teils relativ schwachen Gegnerinnen TPR 2593 – offenbar keine GM-Norm, knapp daneben (2600 müsste es sein) ist wohl vorbei.

 

 

Print Friendly, PDF & Email

16 thoughts on “Aserbaidschan und Russland sind Europameister

  1. Antwort auf Thomas Paehtz:
    Was habe ich eigentlich geschrieben? In diesem Bericht am Ende, dass TPR 2593 keine GM-Norm ist – stimmt und liegt nun einmal am gegnerischen Eloschnitt. Keinesfalls (das kam dann von Ihrer Tochter) „damit ist man im internationalen Frauenschach ein Nichts“.
    Im Zwischenbericht erwähnte ich (Stand nach fünf Runden) 4.5/5 von Paehtz und schrieb später „Ursachenforschung zum bisherigen Abschneiden der deutschen Damen: An Paehtz liegt es nicht, aber sonst nur Levushkina etwa in Normalform. Das Experiment mit Josefine Heinemann an Brett 2 (bisher 0.5/3) funktioniert auch nicht – auch nicht im Sinne von „dann erzielen wir dahinter mehr Punkte“.“ Zum damaligen Zeitpunkt konnte man die Niederlage gegen die starken Polinnen (stärker als ihre Elozahlen, in Mannschaftsturnieren oft erfolgreich) akzeptieren, ebenso einen von vier möglichen Mannschaftspunkten gegen die etwa/fast gleichwertigen Teams aus Aserbaidschan und Rumänien, nur das Remis gegen die Tschechische Republik war etwas mager – insgesamt allerdings zu wenig für einen Platz im Rahmen der Setzliste. Das konnten sie mit einer starken zweiten Turnierhälfte noch korrigieren-reparieren – stattdessen dann eine Niederlage gegen die Niederlande und Remis gegen Litauen – die sind nun einmal Nummer 24 der Setzliste, ich kann es nicht ändern (allenfalls könnte ich es verschweigen, warum?). Individuell ist dann Levushkina eingebrochen, während Hoolt sich fast (auf das gesamte Turnier bezogen) und Michna sich komplett rehabilitiert hat.
    Zu Paehtzs Leistung: ich vergleiche sie mal nur mit einigen anderen am Spitzenbrett anhand von TPR – aussagekräftiger als Punkte oder Prozente gegen sehr unterschiedliche Gegnerinnen. Kosteniuk und Muychuk hatten durchgehend starke Gegnerinnen und machten ihre Sache „mehr als ordentlich“. Sabrina Vega Gutierrez ebenfalls weitgehend sehr starke Gegnerinnen und eine für ihre nominellen Verhältnisse überragende Leistung – GM-Norm klappte nicht, da sie in Runde 1 ausgerechnet gegen eine nominell schwache Norwegerin verlor, die dann insgesamt im Turnier „Normalform“ zeigte. Vier GMs bekam sie, und zwar die stärksten im Turnier (Kosteniuk, Muzychuk, Dzagnidze, Socko). Dzagnidze zeigte insgesamt Normalform, nicht mehr und nicht weniger.
    Paehtz und Cornette hatten vergleichbare „andere“ Turniere – viele Punkte gegen relativ schwache (heisst hier jedenfalls „schwächere“) Gegnerinnen. Für Cornette erwartungsgemäss (was Gegnerinnen betrifft), Paehtz hätte – wenn Deutschland vorne mitgespielt hätte, was für Litauen unrealistisch war – stärkere Gegnerinnen bekommen. Man kann Paehtzs Resultat etwas schematisch aufteilen in 2/4 gegen Elo über 2400 und perfekte 5/5 gegen Elo <2400 – ersteres für sie etwa normal, letzteres überragend bzw. sehr effizient.
    Nicht um mich zu brüsten, aber doch um anzudeuten, dass ich (zumindest an guten Tagen) ein bisschen Schach spielen kann: Vor kurzem erzielte ich in einem Schnellturnier TPR 2166, 3.5/7 gegen ebendiesen Gegnerschnitt (individuell 2044-2303) bei eigener nationaler Elo 1970 (1800 von Elisabeth Paehtz stammt wohl aus der DWZ-Liste, aber ich wohne in den Niederlanden). Das ist etwas anderes als deutlich über 50% gegen Elo 1900 und weniger. Ein – auf ihr Niveau bezogen – quasi vergleichbares Resultat für Paehtz wäre 50% gegen neben Socko auch Kosteniuk, Muzychuk, Dzagnidze und einige andere (Ju Wenjun, Harika, …) die bei der EM natürlich fehlten. Oder z.B. 50% im B-Turnier in Wijk aan Zee. Das wäre etwas anderes als ihr Ergebnis bei der Mannschafts-EM – das ich keinesfalls kritisiere, allerdings einordne.

  2. Liebe Frau Paehtz,
    leider hat sich mein letzter Post mit Ihrem überschnitten. Sonst wäre ich schon da auf Ihre Nachricht eingegangen.
    Nein, wir kennen uns nicht persönlich. Doch ich verfolge mit grossem Interesse ihre Karriere von den ersten Anfängen an, so gut es eben über die verschiedensten Medien geht.
    Ich habe Sie auf Youtube beim Singen gesehen und gehört und fand dies ausgesprochen klasse.
    Ich habe Sie beim Co-kommentieren verfolgt und fand Sie auch dabei ausgesprochen erfrischend.
    Und natürlich habe ich fast alle Ihre Partien live im Internet beobachtet, bzw in den einschlägigen Zeitschriften nachgespielt.
    Wie nun auch bei der EM, bei der Sie überragend aufspielten. allerdings im krassen Gegensatz zu ihren Kolleginnen. Deren Ergebnisse kann man nur – vorsichtig formuliert – als äusserst mäßig bezeeichnen.
    Aus all diesem erschliesst sich mir jedoch nicht, warum Sie bzw. Ihr Vater nun wiederholt so dünnhäutig reagieren.

  3. Liebe Elli! Man kann Thomas Richter, wie auch mich, kritisieren. Das ist völlig legitim. Doch so langsam wird es von dir persönlich und geht teilweise unter die Gürtellinie. Thomas Richter ist ein guter Redakteur, der aus seiner Sicht Beiträge schreibt. Wir kennen keine Zensur. Wir sind frei in der Berichterstattung und so soll es auch bleiben. Weitere Kommentare werden nicht mehr genehmigt.

  4. Der Papa wird’s schon – Achtung Wortspiel 😉 – richten.
    Wie man aus solch einer Mücke so einen Elefanten machen kann, ist mir unbegreiflich.
    Vor allem der letzte Absatz ist an Unsachlichkeit kaum zu überbieten.

  5. Sehr geehrter Herr Erb, Kennen Sie mich? Darf ich fragen, was ihr Problem ist? Bzw. haben Sie ein persönliches Problem mit mir, sprechen sie es ruhig aus – wie man sieht, sind wir hier für alles offen. Ein Idol haben sie ja bereits gefunden! Ich finde es beleidigend, uns mit Startrangliste 24 hervorzuheben – ein einfaches enttäuschendes Ergebnis hätte völlig ausgereicht und wäre immernoch objektiv gewesen, ohne das Gefühl zu haben, als Frauenteam komplett degradiert zu werden. Aber wahrscheinlich ist ihr “Stellungsgefühl” identisch mit dem hier erwähnten Spitzenautor. Dass ich mit meiner schwachen Gegnerschaft versagt habe ist hinnehmbar und ich gebe Ihnen völlig recht, mit 2593 ist man im internationalen Frauenschachbereich ein Nichts. Eine 1800 im jurnalistischen Bereich hingegen ist Weltklasseniveau und man sollte sich an solchen Leuten, wie Sie es bereits tun, ein Beispiel nehmen! Ich habe kein Problem damit degradiert zu werden, aber bezüglich meiner Mannschaft reagiere ich nun mal allergisch! Aber Sie haben Glück, denn ein Richter wird es schon richten…

  6. Lieber Thomas Richter,

    bleiben wir mal bei dem, was Sie gern für sich reklamieren, um es dann doch beiseite zu lassen – bei den Fakten nämlich.
    So sieht das EM-Ergebnis von Elisabeth Pähtz aus:
    Nach Punkten: Von 150 Spielerinnen mit 7 aus 9 Drittbeste

    Nach Performance: Siebtbeste
    Nach Prozent Achtbeste
    Innerhalb der härteren Konkurrenz des 1. Brettes:
    Nach Punkten: Zweite
    Nach Performance: Vierte
    Nach Prozent: Zweite

    Das alles muss man natürlich kritisieren, weil es verbesserungswürdig ist. Sie hätte ja auch in allen Kategorien den ersten Platz belegen können. Dass Deutschland mit Setzlistenplatz 5 nur 16. wird, kann folglich nur an dieser schwachen Leistung liegen.

    Ihr Vorwurf, dass Elisabeth Pähtz zwischendurch eine Performance von 2700 erspielt hat, um am Ende doch nur für mit Richterschen Maßstäben läppischen 2593 abzuschließen, ist ebenso ein Vorwurf, den sie verdient hat. Selbst schuld, wer zwischendurch solch eine Serie von 6,5/7 hinlegt. Den trifft am Ende der Bannstrahl des sogenannten Berichterstatters zurecht.

    Lieber Thomas Richter, vielleicht ist ihr Familienname ja Programm. Sie entscheiden, wie das Urteil auszufallen hat. Nur wird das auf Dauer eben auch langweilig. Man weiß es schon vorher. Vielleicht also kanalisieren Sie ihre vor allem Frauen gegenüber offensichtlichen Minderwertigkeitskomplexe künftig zur Abwechslung mal in ihre eigenen Partien statt in die klägliche Rolle eines Journalisten-Darstellers.

    Herzlichst
    Thomas Pähtz

  7. Liebe Frau Paehtz,
    wie man aus obigem Artikel „… dass es Ihnen Spaß macht, anderen wehzutun.“ ableiten kann, ist mir schleierhaft.
    Ebenso ist für mich schwer nachvollziehbar, wie man ausgerechnet die glattgebügelten, nichtsagenden Berichte auf der Schachbundseite als Referenz ansehen kann.
    Wahrheit tut nun mal manchmal weh.
    Und das gemeine Schachvolk, zu welchem ich mich auch zähle, ist mehr an den Fakten interessiert als an Beschönigungen.
    Nehme ich jetzt einfach mal so an.

  8. @Jörg Erb: Ja, ist wohl Mamedov – aber „dazu hatte ich nicht recherchiert“ und Namen nenne ich nur, wenn ich mir zu mindestens 90% sicher bin (wäre z.B. bei Gelfand der Fall). Colin McGourty auf chess24 legt sich fest und nennt auch (neben Sulypa) Nepomniachtchi und Matlakov. Damit ist (bis auf den ziemlich verdeckten) nur noch unklar, wer hinten neben Mamedov steht.
    Bei Naiditsch und Ponomariov wunderte ich mich vor allem, dass sie – beide – stehend Remis vereinbaren. Des Rätsels mögliche Lösung: Laut chess.com hatten die Kapitäne Safarli und Sulypa bei zwei noch laufenden Partien ein 2-2 vereinbart. Offenbar waren Naiditsch und Pono beide aufgestanden, bekamen Tips/Instruktionen von ihren „Chefs“ und verzichteten dann darauf, nochmals Platz zu nehmen. Naiditsch hatte zum Schluss wohl noch praktische Gewinnchancen (bzw. Pono hatte noch „Verlustchancen“). Leidtragender war Kroatien, das bei einer ukrainischen Niederlage Bronze gewonnen hätte. Und Aserbaidschan war sich offenbar zu diesem Zeitpunkt (diverse andere Matches noch nicht beendet) bereits sicher, dass sie nach Tiebreak vorne liegen würden – bzw. sie vertrauten darauf, dass Georg Meier sein schlechteres Turmendspiel gegen Nepomniachtchi halten würde.

  9. Bekomme ich noch eine Antwort auf „Wenn Ihr Fall im FIDE Handbuch klar dokumentiert ist, können Sie sicher auch den entsprechenden Artikel nennen und zitieren“ ?

  10. Wenigstens stehen Sie zu der Tatsache, dass es Ihnen Spaß macht, anderen wehzutun. Auch wenn es in Ihrer Sprache journalistische “Unabhängigkeit” genannt wird. Das unterscheidet Sie von Herrn Hoppe. “Wir beim Schachticker” – bitte sprechen Sie nicht im Namen von Herrn Jittenmeier, charakterlich unterscheiden Sie nämlich Welten…

  11. Punkt 1: Stimmt offenbar nicht – damit wird nur dokumentiert, dass der GM-Titel _beantragt_ wurde, für sie und viele andere: https://ratings.fide.com/title_applications.phtml?pb=50 . Dann wird nochmals (eventuell auch erstmals, jedenfalls endgültig) überprüft, ob – bei allen eingereichten Normen – alle Voraussetzungen erfüllt sind. Seither steht z.B. bei Axel Delorme (direkt vor ihr in der Liste) auf seiner Elo-Seite „FIDE title Grand Master“, bei Batsiashvili dagegen weiterhin „International Master“ sowie „Woman Grand Master“. Der georgische Schachverband hat es offenbar versucht, und es hat (aus dem von mir genannten Grund) nicht geklappt. Dieser FIDE-Kongress war in Antalya während dem Europacup für Vereinsteams, Batsiashvili selbst äusserte sich anscheinend danach während der EM für Nationalmannschaften.

    Punkt 2: Litauen landete (nach Wertung) knapp hinter Deutschland, so steht es auch im Artikel. „wie man eine gute Performance bei schwacher Gegnerschaft interpretieren würde…“ – ein extremes Beispiel aus eigener Erfahrung: Bei unserem letzten Mannschaftskampf hatte ein gegnerischer Spieler NL-Elo 2083 (bei generell in dieser Liga etwa 1600-2000), muss man vor ihm „Angst haben“? Wie sich herausstellte nicht, diese Zahl beruhte komplett auf 7.5/8 gegen Spieler mit Elo unter 1700 (bzw. einer hatte 1879). Ich dachte, dass er vielleicht zuvor im Ausland lebte und Schach spielte – nach eigener Aussage spielte er vor Jahrzehnten bereits Schach, hat dann komplett aufgehört und kam durch seinen Sohn wieder in den Verein. Sie hatten zwischenzeitlich eine TPR deutlich über 2700 (bei Gegnerinnen teils klar unter 2500), Rasmus Svane hat am Ende des Turniers TPR 2762 (nur ein Gegner mit über 2600) – beides bedeutet jedenfalls nicht (unbedingt), dass Sie und er in Superturnieren mithalten könnten oder auch nur entsprechende Einladungen bekommen.

    Frank Hoppe muss als Webmaster des Schachbunds „Hofberichterstattung“ betreiben bzw. jedenfalls Dinge schön reden – „bis auf Elisabeth Pähtz etwas glücklos agierende Frauenmannschaft“ ist extrem diplomatisch formuliert. Ich bzw. wir vom Schachticker sind – ob es Ihnen und anderen gefällt oder nicht – unabhängig. Die Nummer 5 der Setzliste landete auf Platz 16 ist schlicht und ergreifend Tatsache, im Turnierverlauf schien auch nie mehr drin.

  12. Punkt 1: Nino ist offiziell GM
    https://ratings.fide.com/title_applications.phtml?details=1&id=13602993&title=GM&pb=50&reff=0

    Punkt 2: Merken Sie nicht, wie herablassend Sie bezüglich meiner Person als auch dem Frauenschach schreiben? Muss man Ihnen das wirklich erklären? “Teils schwacher Gegnerschaft” oder Litauen an Setzliste 24 landet vor uns…. Was wollen Sie dem Leser damit vermitteln? Vielleicht dass selbst die Setzliste 24 vor uns gelandet ist? Oder einfach nur wie schlimm wir versagt haben? Dass Sie unsensibel sind steht außer Frage! Und wenn Sie es nicht verstehen wollen, fragen Sie mal eine Frau oder die Allgemeinheit, wie Sie Ihre damalige Bildunterschrift zu meinem Foto oder wie man eine gute Performance bei schwacher Gegnerschaft interpretieren würde…. Und bezüglich Frank Hoppe, im Gegensatz zu Ihnen schreibt er korrekt und achtet darauf niemanden zu verletzen… Ich will keine Schlammschlacht, aber ich denke auch Sie können neutraler schreiben, wenn Sie es nur wollen würden!

  13. Ms. Paehtz is not amused. Wen wundert’s? Frau Paethz ist scheinbar nie amused.
    Toller Bericht und klasse recherchiert. Die Spannung der Runden ist sehr gut nachzuvollziehen.
    Zu den Fotos: Mamedyarov und Mamedow könnten nicht nur vom Namen, sondern auch vom Aussehen her, Brüder sein.
    Der, der „hinten die Hände vor seinen Augen hat“, ist wohl eben dieser Mamedow. Figur, Haare und Reaktion passen.
    Auf dem Foto direkt davor Naiditsch in typischer Proll-pose, Hand in der Tasche beim Handschlag. Warum nur überrascht mich dies nicht?
    Ja und natürlich Gelfand, die Reinkarnation von Reich-Ranicki. 😉

  14. Hi, Elisabeth !
    Herzlichen Glückwunsch zu deiner GM-Norm und zu deiner tollen EM-Performance. Leider spielten die anderen Mädels unter Form.
    Verfolge deine Karriere seit deinem Mitwirken bei diesem denkwürdigen kollosalen „Hape Kerkeling-Simultan-Streich“ und bin ein Fan von dir.
    Es gibt ein deutsches Sprichwort: „Was kümmert`s die Eiche, wenn sich ein Borstenvieh dran wetzt.“
    Oder auf neuhochdeutsch: „Who cares“

  15. Sehr geehrte Frau Paehtz,
    Ich bleibe höflich, auch wenn das nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Es freut mich, dass Sie meinen Beitrag kurz nachdem er veröffentlicht wurde komplett gelesen haben.
    Wenn Ihr Fall im FIDE Handbuch klar dokumentiert ist, können Sie sicher auch den entsprechenden Artikel nennen und zitieren – das mache ich oft, wenn ich zu „unklaren Grenzfällen“ schreibe oder kommentiere.
    Es gibt Ausnahmen zu „mindestens neun Runden“ – darunter dieses Turnier (Normen über sieben oder acht Runden möglich, Artikel 1.41b)..
    Es gibt – hier irrelevant – Ausnahmen zu Anzahl Ausländer bzw. aus mehreren Ländern (Artikel 1.43).
    Es gibt meines Wissens keine Ausnahmen zu Artikel 1.45b „For a GM norm at least 1/3 with a minimum 3 of the opponents (MO) must be GMs.“ Wenn dem doch so sein sollte, ist es zumindest ungewöhnlich, dass es nicht direkt nebendran erwähnt wird.
    Ein Indiz, dass ich recht haben könnte: Die „GM-Norm“ von Nino Batsiashvili bei der Damen-EM 2015 wurde bis vor kurzem auf https://ratings.fide.com/title_norms.phtml erwähnt – mit ‚disclaimer‘ „The norms have been sent by the federations/organisers, but the norms have not yet been checked, they may not be valid.“ Batsiashvili ging selbst davon aus, dass sie inzwischen alle Voraussetzungen für den GM-Titel erfüllt hat. Inzwischen ist diese Norm ‚verschwunden‘, und Batsiashvili wurde im EM-Livekommentar zitiert mit (sinngemäss) „Ich bin doch noch nicht GM, es gibt ein Problem mit einer meiner Normen“. Offenbar ist erst im Nachhinein aufgefallen, dass sie damals in elf Runden zwar zehn WGMs aber nur zwei GMs (Hoang Than Trang und Zhukova) hatte.

    Zum P.S.: Da muss man erst einmal darauf kommen, dass „ausgerechnet“ eine deutsche Spielerin brennendes Interesse an der Schlussphase von Armenien-Aserbaidschan hatte. Sicher identifizieren könnte ich sie auch dann nur, wenn ich es mit anderen Fotos aus derselben Runde abgeglichen hätte – dieselbe Frisur UND dieselbe Kleidung. Nur wenige (z.B. Nisipeanu) kann ich auch von hinten sicher erkennen. Dagegen könnte ich z.B. von hinten Fridman und Movsesian miteinander verwechseln bzw. wäre mir nicht sicher, wobei mich beide (und viele andere) durchaus „interessieren“. Ich hatte dazu zwei Quellen befragt – eine deutsche mit grossem Interesse am Damenschach und eine internationale. Beide waren überfragt, die internationale Quelle meinte „vielleicht Cmilyte, aber sie ist meines Wissens nicht vor Ort“.

  16. Wenn man schon denkt, man weiß alles besser, wäre es zumindest schlau gewesen, etwas Recherche im Vorfeld zu betreiben. Im Fide Handbuch jedenfalls ist mein Fall klar dokumentiert, aber ich verstehe, dass ernsthafte Vorarbeit nur seriösen Journalisten obliegen… Ich habe eine GM-Norm gemacht, aber wie sagen Sie so schön, knapp daneben ist wohl auch vorbei….

    P.S. würden Sie etwas Interesse an unserem Damenteam zeigen, wüssten sie auch, wer die ominöse Damen von hinten ist…

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.