EM-Rückblick aus deutscher Sicht

In diesem nun wirklich letzten Bericht zur Mannschafts-EM lasse ich die deutschen Turniere noch einmal Revue passieren – mit jeweils zunächst Fakten/Daten und dann vor allem zu den Damen eigenen Meinungen/Interpretationen. Kommentare sind ausdrücklich willkommen, aber bitte sachlich.

Die Herren haben besser abgeschnitten und bekommen daher das Titelfoto (von Niki Riga) – sonst werde ich nicht nochmals das „Archiv“ nach Fotos mit deutscher Beteiligung durchsuchen. Es stammt aus dem Match gegen Armenien – der Anfang vom erfreulichen Ende aus deutscher Herren-Sicht. Da pausierte Georg Meier (nach Niederlage tags zuvor gegen Mustafa Yilmaz), also von links nach rechts Nisipeanu, Bluebaum, Fridman und Svane. Auch das andere verfügbare Teamfoto zeigt diese vier, ein (eventuell gestelltes) Foto von allen fünf oder (mit Rogozenco) sechs gibt es offenbar nicht. Soweit mir bekannt, erschien auch nur Rasmus Svane mal – hinterher bei der Preisausreichung – im Jackett mit Aufdruck „Deutscher Schachbund“.

Zweimal im Turnier konnte man sagen „Was wäre wenn?“ – nach den Matches gegen Kroatien und Israel. Das kommt dann, wenn es soweit ist, nun „Runde für Runde“ mit nur kurzen Anmerkungen:

Deutschland – Griechenland 2 2-2 – das machten die Damen später besser, allerdings war da der Elounterschied noch deutlich grösser. Svane verlor dabei in seinem Nationalmannschafts-Debüt, das war aus jetziger Sicht „vorgestern“.

Slowakei – Deutschland 0,5-3,5 – Deutschland verpasste der Ftacnik-Truppe, die tags zuvor Polen ein Mannschaftsremis abgeknöpft hatte, einen herben Dämpfer. Die Slowakei spielte danach übrigens dreimal 2-2 gegen mit ihnen etwa gleichwertige Gegner, verlor gegen Norwegen, gewann die drei letzten Matches und landete so (bei schlechter Wertung) für ihre Verhältnisse relativ weit oben in der Abschlusstabelle.

Italien – Deutschland 0,5-3,5 – ab hier spielte Nisipeanu für Deutschland, 4-0 damit unmöglich. Aber 3,5-0,5 war gegen ein Team, das zuvor (und jedenfalls teilweise auch danach) über seinen Möglichkeiten spielte, auch nicht schlecht.

Deutschland – Polen 2-2 – eher ein gewonnener als ein verlorener Mannschaftspunkt (bezogen auf das nominelle Niveau beider Teams).

Kroatien – Deutschland 1,5-2,5 2,5-1,5 – da war mehr drin, Bluebaum verlor eine Gewinnstellung gegen Bosiocic. So konnte Deutschland nicht den dritten zuvor aufmüpfigen Aussenseiter zurechtweisen. Bei einem Sieg wäre Deutschland voll im Medaillenrennen, hätte allerdings schon früher im Turnier sehr starke Gegner bekommen und insgesamt womöglich (noch) mehr aus dieser Kategorie. Bei optimalem weiterem Turnierverlauf wäre es eine „taktische Niederlage“, wie damals in Porto Carras Deutschland 1-3 gegen Bulgarien und diesmal auf Kreta Aserbaidschan gleich zu Beginn 1,5-2,5 gegen Italien.

Bluebaum hatte nach starkem Beginn letztendlich ein Elo-neutrales Ergebnis, aber Deutschland hatte ja noch Rasmus Svane. Kroatien verlor danach gegen Ungarn und Russland und landete durch zwei Siege gegen Frankreich und die Türkei weit vorne.

Deutschland – Türkei 2-2 – auf dem Papier ein verlorener Mannschaftspunkt, aber die Türken ärgerten in diesem Turnier auch andere nominell stärkere Teams: Siege gegen Ukraine(!), Georgien und die Niederlande. Letzte Runde gegen Kroatien: dumm gelaufen aus türkischer Sicht.

Bis dahin konnte man über die deutschen Männer vielleicht phasenweise leise meckern, dabei nur phasenweise und leise. Ich erwähnte bereits, dass der nächste Tag der Anfang vom guten Ende war:

Deutschland – Armenien 2,5-1,5! Gut, Armenien war nur am ersten Brett klarer Elofavorit – dahinter verzichteten sie auf einen Teil ihres Elovorteils, da statt dem schwächelnden Movsesian Ersatzmann Gabuzyan spielte. Deutschland hatte vorne Nisipeanu, und hinten Svane. Armenien minus Aronian ist nominell keine Übermannschaft, aber war bei Mannschaftsturnieren oft erfolgreich. Diesmal verloren sie zuvor (aus ihrer Sicht etwas unnötig) gegen Aserbaidschan, und erzielten danach auch nur zwei Mannschaftspunkte (beim abschliessenden 2-2 gegen Serbien spielte dabei Armenien minus Aronian).

Israel – Deutschland 1-3! Man kann vielleicht sagen „musste das sein?“ – bei einem 2-2 hätte Deutschland in der letzten Runde einen etwas leichteren Gegner bekommen und damit vielleicht Chancen auf zusammen drei Mannschaftspunkte. So wurden Erinnerungen wach an die Olympiade 2012 in Istanbul:

Deutschland – Russland 1-3 – gut, damals war einiges anders: Russland zuerst genannt (damit Weiss an Brett 1 und 3) und Deutschland (Naiditsch, Khenkin, Fridman, Gustafsson – Meier auch im Team aber damals formschwach) anders aufgestellt – Russland übrigens auch. Damals hiess es „wenn man in der letzten Runde gegen Russland spielt, hat man ein gutes Turnier erwischt“ [damals in Porto Carras spielte Deutschland gar nicht gegen Russland und hatte trotzdem – im Gegensatz zu Russland – ein gutes Turnier]. Nun sagte Georg Meier, nach Runde 8 zu Gast in der Liveübertragung, „morgen ist Russland wohl unvermeidlich“. Selber schuld, hätte er halt nicht gegen Rodshtein gewonnen (und Svane nicht gegen Smirin).

Damit war es am Ende Platz acht für den neunten der Setzliste. Ich vergleiche es mal nur mit anderen Mannschafts-EMs: 2015 Platz sechs – damals hat Nisipeanu nach siebenmal Remis doch noch verloren (letzte Runde gegen Mamedyarov, kann auch mit Weiss passieren). Damals remisierte Meier seine sieben Partien, während Fridman (4,5/8, +3=3-2) relativ „digital“ spielte. Damals war Buhmann im Team und machte seine Sache ordentlich – wie auch Dennis Wagner, zum damaligen Zeitpunkt „König der Prinzen“. 2013 musste man etwas nach unten scrollen (oder, wenn man dazu zu faul ist, CTRL-F Germany eintippen), um Deutschland auf Platz 20 zu entdecken – Naiditsch mit beeindruckenden 5.5/7, TPR 2854, der Rest (Meier, Khenkin, Baramidze, Fridman) allerdings alle im Elosoll. 2011 in Porto Carras stimmte einfach alles, jedenfalls während dem Turnier betrifft individuelle und kollektive Ergebnisse. 2009 in Novi Sad konnte man über Platz 5 auch nicht meckern.

Die Mannschaftsaufstellung kann man kaum kritisieren – vier der ersten fünf nach Elo, und Gustafsson ist zwar noch Schachprofi, aber nicht mehr als Spieler. Bluebaum kann man als voll etabliert bezeichnen, Brett 5 bekam Rasmus Svane und das erwies sich auch als richtig. Er hat wohl noch mehr Restpotential, Ambition, Motivation, … als die nach Elo etwa gleichwertigen Baramidze, Bindrich, Huschenbeth oder gar Dautov und Graf. Er hat momentan auch gegenüber Wagner und Donchenko die Nase vorn – vielleicht Momentaufnahme, siehe oben: 2015 war Dennis Wagner „König der Prinzen“. Ich wiederhole mich mal und zeige Svane nochmals zusammen mit anderen, die an Brett 5 ebenfalls überzeugten:

Foto Anastasia Karlovich – auf dem Jackett des jungen Herrn rechts steht „Deutscher Schachbund“.

Was die Zukunft betrifft, bin ich kein Hellseher: Ein Spieler mit 2700+ wäre schön, wie schafft man das? Vielleicht müsste eine deutsche Firma dem Vater von Praggnanandhaa oder Abdusattorov ein attraktives Jobangebot machen, so landete Giri in den Niederlanden. Oder unser eigener Vincent Keymer macht entsprechende Fortschritte. Jeweils wohl ca. ein Fünfjahresplan. Mittelfristig (sagen wir auch fünf Jahre, vielleicht auch weniger) ist denkbar, dass Wagner und/oder Donchenko (oder auch Jan-Christian Schröder, der nicht so im Rampenlicht steht) Fridman nach Elo ein- und überholen oder auch, dass Fridman sie „unterholt“. Ich betrachte die Rangliste der Ex-Prinzen – derzeit Bluebaum vor Svane, dann Wagner und Donchenko gleichauf – auch nicht als definitiv.

Aber nun nochmals zur jüngsten Vergangenheit, erst die individuellen Ergebnisse: Nisipeanu 3.5/7, Meier 3.5/7, Bluebaum 4.5/8, Fridman 4/7, Svane 5.5/7. Da fällt zunächst auf, dass alle praktisch gleich oft spielten, sowie dass – bis auf Svane – alle vergleichbare Ergebnisse hatten (natürlich gegen auch qua Niveau unterschiedliche Gegner). Das ist aber nicht alles, da sie auf unterschiedliche Weise erzielt wurden.

Nisipeanu siebenmal Remis, dabei ist er sonst nicht unbedingt extrem solide – am Spitzenbrett hat er vielleicht bewusst nicht allzu viel riskiert. Meier – generell solide bzw. jedenfalls einschlägiger Ruf – hat nach Runde 1 gegen den Griechen Nikolaidis das Remisspielen komplett verlernt. Dabei habe ich nicht unbedingt den Eindruck, dass er seine Partien allzu riskant anlegte – es kam eben so. In Runde 4-7 hatte er ein Tief – zwei Niederlagen, zweimal Ersatzbank. Davon erholte er sich mit einem glatten Sieg gegen Rodshtein. Dass dieser offenbar voll in Meiers Vorbereitung landete, kann man Meier nicht vorwerfen – eventuell Rodshtein, aber ich schreibe ja nicht für eine israelische Seite. Meiers dritte Niederlage zum Schluss gegen Nepomniachtchi war ebenso unnötig wie irrelevant.

Bluebaum mit starker erster Turnierhälfte (3,5/4) und nicht so starker zweiter (1/4). Fridman generell solide wie man ihn kennt. Das Remis zu Beginn gegen Theodorou kann man – wie das gesamte Match gegen Griechenland 2 – als Betriebsunfall betrachten, der Sieg tags darauf gegen den Slowaken Repka war an sich unnötig. Danach noch fünfmal Remis, insgesamt hatte er übrigens in sieben Partien fünfmal Schwarz (Bluebaum fünfmal Weiss). Svane – zum Auftaktmatch gegen Griechenland 2 sagte ich bereits, dass es ein Betriebsunfall war, danach punktete er fleissig.

Und nun zu den deutschen Damen:

Foto Anastasia Karlovich – es war entweder Runde 2 oder Runde 5, jeweils pausierte Marta Michna und jeweils hatte Paehtz am Spitzenbrett Schwarz (letzteres natürlich, da sie immer an Brett 1 spielte, noch öfters). Zunächst wieder „Runde für Runde“:

Deutschland – Slowakei 3-1 – da kann man nicht meckern. Eventuell könnte man einen höheren Sieg „einfordern“, aber das schafften in Runde eins nur wenige Teams.

Polen – Deutschland 3-1 – muss man akzeptieren, die Polinnen sind wohl noch etwas stärker als ihre Elozahlen suggerieren.

Deutschland – Tschechische Republik 2-2 – passte nicht ganz zu den Elozahlen, Deutschland war an allen vier Brettern Favorit. Mildernde Umstände für Levushkina, die an Brett 4 verlor: ihre 125 Punkte „schlechtere“ Gegnerin Kristyna Novosadova war insgesamt gut drauf und besiegte tags zuvor auch Goryachkina.

Aserbaidschan – Deutschland 2-2 – dass die Azeri-Damen eventuell besser sind als ihre Elozahlen, hatten sie bereits mehrfach bewiesen (nicht nur gegen Deutschland beim Freundschaftsmatch). Für Aserbaidschan war oft matchentscheidend, welche Zeinab Mamedjarova erschien: insgesamt erzielte sie remislose 5/8 und ihre guten/schlechten Tage waren tendenziell gute/schlechte Tage für das gesamte Team. Gegen Deutschland pausierte sie allerdings. Es wurde ein schwarzer Tag für beide Teams – Weiss erzielte insgesamt 0/4.

Rumänien – Deutschland 2,5-1,5 – dumm gelaufen aus deutscher Sicht. Es hätte noch schlimmer kommen können, da Levushkina gegen Alina l’Ami eine Verluststellung überlebte.

Deutschland – Niederlande 1,5-2,5 – dito, wobei hier nicht mehr drin war für die nominell unterlegenen Niederlande.

Deutschland – Griechenland 2 4-0 – da kann man nicht meckern, allenfalls darüber dass diese Paarung zustande kam.

Litauen – Deutschland 2-2 – mildernde Umstände für Levushkina, die an Brett 4 verlor: schwer zu sagen, Frank Hoppe für den Schachbund schrieb „die 471 Elo-Punkte schwächere Saule Gailiunaite spielte ausgerechnet gestern die Partie ihres Lebens“.

Deutschland – Frankreich 2,5-1,5 – versöhnlicher und von der Entstehung her (Guichard-Michna 1-0 0-1) glücklicher Abschluss des Turniers, nun ist es vorbei.

Auch hier vergleiche ich es mit früheren Mannschafts-EMs: 2015 war Platz 6 erfreulich (Schlussrunde übrigens Russland-Deutschland 3-1). Deutschland spielte mit Paehtz, Osmanodja, Schleining, Ohme (inzwischen Lubbe) und Heinemann. 2013 Platz 7 ebenfalls – damals mit Paehtz, Schleining, Kachiani-Gersinska, Melamed und Michna. Höhepunkt war da übrigens ein 2-2 gegen Russland, die dadurch letztendlich ausnahmsweise Silber gewannen (hinter der Ukraine, sonst immer Gold). Sinn der Sache war vielleicht, dass Naiditsch nicht der einzige ist/wird, der mit zwei Ländern Europameister wurde – Lagno schaffte es bereits zuvor. 2011 mit Paehtz, Michna, Ohme, Levushkina und Hoolt Platz 8. 2009 mit Paehtz, Kachiani-Gersinska, Michna, Schöne und Ohme Platz 12. Und nun Platz 16 – schlechter als je zuvor?

Bei der Olympiade 2016 in Baku landete das deutsche Team (Paehtz, Michna, Levushkina, Lubbe, Fuchs), an 10 gesetzt, auf Platz 30. Schuld waren damals am Ende zwei Niederlagen – gegen die gleichwertigen Bulgarinnen und die in der damaligen Aufstellung (ohne Sebag) nominell klar unterlegenen Französinnen. Paehtz machte damals den Nisipeanu – nach zwei Siegen zum Auftakt praktisch nur noch Remis, im Gegensatz zu Nisipeanu gegen (bis auf Stefanova) nominell unterlegene Gegnerinnen, und eine Niederlage gegen die Usbekin Muminova war auch dabei. Michna, Levushkina und +- Fuchs zeigten Normalform. Bei Lubbe kann man lobend erwähnen, dass sie gar nicht Remis spielte – und weniger lobend, dass sie nach ebenfalls zwei Auftaktsiegen vier ihrer fünf Partien verlor.

Bei dem ganzen Namenskarrussel – nur Paehtz eine Konstante, Heinemann naturgemäss noch nicht lange im Team – kann man die Mannschaftsaufstellung thematisieren. Paehtz und mittlerweile Hoolt sind gesetzt, dahinter gab es durchaus Alternativen zur Aufstellung mit der Nummer 4, 10 und 12 der deutschen Eloliste. Ich war da nicht Entscheidungsträger, werde es sicher nie und will es auch nicht werden. Was könnte eine Rolle spielen? Neben Elozahlen nenne ich mal zunächst Turnieraktivität 2017 – nicht nur quantitativ (Anzahl Partien) sondern auch qualitativ (starke Turniere, auch im Ausland). Da hat offenbar Josefine Heinemann einen klaren Vorsprung gegenüber allen anderen, die eventuell in Frage kamen: ziemlich lange Liste, darunter Basel, Gibraltar, ein Rundenturnier im lettischen Jurmala, Grenke Open, Najdorf Memorial. Levushkina spielte immerhin Aeroflot B (auch das ist noch stark besetzt) und Grenke Open (recht erfolgreich), Michna die Frauen-EM (allerdings schlechtes Ergebnis). Zum Vergleich: Schleining Turnierchen in Oberhausen, Essen, Krefeld und Dortmund (das schwache Open parallel zum Superturnier). Klek Aschach und Karpos Open (nicht allzu stark besetzt, schlechtes Ergebnis). Lubbe Erfurt und (schlechtes Ergebnis) Grenke Open, Kachiani-Gersinska nur Grenke Open mit schlechtem Ergebnis.

Das ist ein Kriterium, ein anderes wäre „Teamfähigkeit“ – das kann man nun gar nicht quantifizieren, das ist Bauchgefühl. Es hilft, wenn man die Spielerinnen persönlich kennt. Es hilft, wenn man Erfahrungen bei früheren Gelegenheiten einfliessen lassen kann. Gegen Schleining sprechen eventuell auch eher mässige Ergebnisse zuvor im Nationalteam (zweimal EM, einmal Olympiade). Jede Entscheidung ist im Nachhinein richtig oder auch falsch, das weiss man vor dem Turnier nicht! Ich kann mir vorstellen, dass die deutsche Damen-Mannschaft bei nächster Gelegenheit wieder anders aussieht – Konkurrenz ist dabei durchaus belebend. Und damit meine ich auch die Brettreihenfolge, nun zurück zum letzten Turnier:

Paehtz 7/9, Heinemann 1,5/6, Hoolt 4,5/8, Michna 4,5/7, Levushkina 2/6 – im Vergleich zu den Herren sehr inhomogen, auch was Anzahl Partien betrifft. Paehtz hat natürlich durchgespielt, aber auch Sarah Hoolt landete einmal auf der Reservebank – freiwillig/auf eigenen Wunsch oder nicht, das kann ich nicht beurteilen, es war nach zwei Niederlagen und insgesamt 0,5/4 in Runde 2-5 ein Ruhetag nach dem Ruhetag.

Das Resultat von Paehtz war natürlich erfreulich, wenn auch keine GM-Norm. Man kann es durchaus unterteilen in 5/5 gegen Elo unter 2400 und 2/4 gegen 2400+ – also unklar, wie sie abgeschnitten hätte, wenn sie (bei besseren Ergebnissen der anderen) mehr relativ starke Gegnerinnen bekommen hätte. Man kann dabei Mammadzada (2393) als „fast 2400“ definieren, dann wird es 4/4 und 3/5, Zhaoqin Peng (2363) hat am Tag ihrer Niederlage gegen Paehtz nun wirklich nicht dieses Niveau gezeigt.

Josefine Heinemann an Brett 2 war überraschend, und sie schien da etwas überfordert. Wie ich schon im Zwischenbericht schrieb, dieses Experiment funktionierte nicht – auch nicht im Sinne von „dann punkten wir an den hinteren Brettern“. Schön für sie, dass Deutschland gegen Griechenland 2 spielte – so hatte sie auch ein Erfolgserlebnis.

Hoolt erzielte nach ihrer doppelten Denkpause noch 3/3, das reichte nicht für ein insgesamt „normales“ Ergebnis – Elo minus 11 bei K-Faktor 10, also vergleichbar mit Elo minus 23 bei K-Faktor 20 für Heinemann. Michna ähnlich wie Hoolt – 1/3 vor und 3,5/4 nach dem (kollektiven) Ruhetag, dank des glücklichen Schlussrundensiegs ein fast Elo-normales Ergebnis. Levushkina machte es umgekehrt: 2/4 in den ersten fünf Runden, 0/2 und zweimal Ersatzbank danach.

Wie geht es weiter für die deutschen Damen? Da bin ich überfragt – nächstes Turnier ist ja, bis auf eventuelle Freundschaftskämpfe (Gegeneinladung an Aserbaidschan?) erst die Olympiade Ende September/Anfang Oktober 2018. Dann, bzw. einige Monate zuvor, wird die Mannschaft neu aufgestellt – dieselben fünf wäre historisch offenbar was Neues. Dann ist diese Aufstellung im Nachhinein wieder richtig oder auch falsch – Brettreihenfolge kann man übrigens kurzfristig vor Ort entscheiden, da rechne ich mit Elisabeth Paehtz an Brett 1.

 

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