Vorschau zur Junioren-WM

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Die Europa-Mannschaftsmeisterschaft ist vorbei, zwischendurch war ein paar Tage Schachpause (das wilde Gehacke in Saint Louis ist nicht unbedingt Schach, so sehe ich es). Dieses Wochenende nun wieder Bundesliga, da fehlen allerdings einige Spieler, warum? In einigen Fällen wohl, weil sie ab Montag in Tarvisio in den Dolomiten am Brett sitzen und zuvor noch anreisen müssen.

Was ist da denn? Die Weltmeisterschaft der Junioren U20 – die allerbesten nach Elo (Wei Yi, Duda, Artemiev, Bluebaum, Xiong) fehlen da zwar, aber das Turnier ist dennoch aus internationaler und deutscher Sicht recht stark besetzt. Beziehungsweise es sind „Weltmeisterschaften“ – die Mädels spielen ihr eigenes Turnier und werden im Bericht auch noch erwähnt.

Das Titelbild gebe ich dem unter diesen Umständen Ersten der Setzliste Jorden van Foreest – ein relativ aktuelles Foto aus Kreta von Anastasia Karlovich.

Ich nenne nun die ersten zehn der Setzliste und dann noch einige weitere Namen: Jorden van Foreest, Oparin, Svane, Sunilduth, Tari, Karthikeyan, Aravindh, Pichot, Donchenko, Boruchovsky. Zwei Länder sind da doppelt vertreten – Indien dreimal und Deutschland zweimal. Bei van Foreest muss ich den Vornamen nennen, da sonst Verwechslungsgefahr besteht – neben ihm spielten auch Svane, Tari und noch einige andere zuvor bei der Mannschafts-EM.

Girls

Nun einige weitere Namen: Aus Deutschland auch noch Vincent Keymer, an 65 gesetzt und damit wohl kein Medaillenkandidat – was nicht ist, kann noch werden. Für ihn ist es ja nicht die letzte Junioren-WM, das gilt ebenso für z.B. Awonder Liang, Andrey Esipenko und Rameshbabu Praggnanandhaa. Wen nenne ich noch? Den Chinesen Bai Jinshi, weil er gerade schön gegen Ding Liren verloren hat. Die anderen Niederländer van Foreest (nun Lucas), Kevlishvili, Schoppen und Vrolijk, weil einige auch (dieses Wochenende nicht) deutsche Bundesliga spielen – Mülheim hat immerhin noch Beerdsen und Warmerdam. Den Österreicher Valentin Dragnev, da er ebenfalls Bundesliga spielt. Bei der Mannschafts-EM ebenfalls erfolgreich waren der Italiener Luca Moroni und der Norweger Johan-Sebastian Christiansen.

Das sind nun genug von insgesamt 152 Teilnehmern, ab Nummer 137 der Setzliste Elo unter 2000 und ganz unten ein eloloser Nepalese. GM-Normen sollten möglich sein, da immerhin 27 Spieler bereits diesen Titel haben. 61 Länder sind vertreten, am zahlreichsten China (15), Indien (13), Russland (10) und Gastgeber Italien (9).

Zwischendurch zwei Fotos von der Turnierseite. Wieviel Schnee da bereits liegt, da bin ich überfragt – Wettervorhersage jedenfalls Temperaturen um den Gefrierpunkt und der eine oder andere Schneeschauer.

Zu den Mädels: Da nenne ich zunächst die ersten zwölf der Setzliste: Abdumalik, Khademalsharieh, Assaubayeva, Mammadzada, Shuvalova, Badelka, Zhu Jiner, Nomin-Erdene, Khomeriki, Osmak, Tsolakidou, Vaishali. Was für komplizierte Namen – stark sowjetisch dominiert (die Mongolei mal auch in dieser Schublade). Daneben eine Iranerin, eine (momentan noch titellose) Chinesin, unten eine Griechin und eine Inderin. Stavroula Tsolakidou war bei der Mannschafts-EM recht erfolgreich, Praggnanandhaa-Schwester R Vaishali hat eventuell auch noch Medaillenchancen.

Ansonsten nenne ich noch Josefine Heinemann aus Deutschland sowie Desiree di Benedetto und Tea Gueci aus Italien, alle ebenfalls zuvor auf Kreta aktiv. Und noch ein bekannter Nachname: Anna Cramling Bellon. Insgesamt 90 Spielerinnen, darunter nur vier IMs und vier WGMs – jedenfalls für IM-Normen muss man bzw. frau wohl durchgehend vorne mitspielen. Länderstatistisch insgesamt 48 Länder – 10 aus Indien, 7 aus Russland, 5 aus China und immerhin 4 aus der Mongolei, auch Bayaraa Bilguun (Elo 1147) machte sich auf die weite Reise. Sie ist Jahrgang 2007, damit bei zukünftigen Junioren-WMs vielleicht jedenfalls nicht mehr Letzte der Setzliste.

Gespielt wird vom 13.-25.11. jeweils ab 15:00 Ortszeit – Ausnahmen der 18. und 23. (Ruhetage) sowie der 25. (letzte Runde bereits um 9:00). Da darf man sich eventuell 15 Minuten verspäten, an den anderen Tagen auch. Zeitkontrolle ist 90 Minuten für 40 Züge, 30 Minuten für den Rest und 30 Sekunden Zugabe ab dem ersten Zug. Gespielt wird also mit modernen digitalen Schachuhren – in Saint Louis auch aber da wissen sie nicht, wie man Inkrement programmiert bzw. haben das absichtlich vergessen. Preisgeld ist bei Jungens und Mädels dasselbe – jeweils 2500/1500/750 Euro. Ab dem vierten Platz gibt es weder Geld noch Medaillen, aber immerhin noch ein „Diplom“.

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