IM-Titel für Vincent Keymer!

Vincent Keymer lernte im Alter von fünf Jahren das Schachspiel von seinen Eltern. Bei Welt- und Europameisterschaften im Jugendbereich erreichte er Platzierungen unter den ersten sechs. Mit der deutschen U18-Nationalmannschaft wurde er 2015 Europameister.

Im Juli 2017 erreichte er bei den Deutschen Meisterschaften in Apolda seine dritte IM-Norm. Er errang bei den Erwachsenen den vierten Rang in der Gesamtwertung.

Seine bisher höchste Elo-Zahl betrug 2432 im August 2017.

Vincent Keymer spielte bis zur Saison 2016/17 in der Oberliga Südwest für den SK Gau-Algesheim. Zur Saison 2017/18 wechselte er zur SF Deizisau und wurde für die 1. Mannschaft in der Bundesliga an Brett 11 gemeldet. Trainer von Keymer ist der Grßmeister Artur Jussupow. Mit Stand 2017 traut Ex-Weltmeister Garry Kasparow Keymer den Vorstoß in die Weltspitze zu.

Der Präsident des DSB, Herr Ullrich Krause, führte ein Interview mit Vincent und gratulierte ihm gleichzeitig zum heutigen 13. Geburtstag. Wir vom Schach-Ticker schließen uns gerne an und gratulieren herzlich.


Hallo Vincent,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um unsere Fragen zu beantworten! Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum IM-Titel. Du bist mit 12 Jahren, sieben Monaten und 15 Tagen der jüngste Internationale Meister aller Zeiten aus Deutschland. Damit hast Du David Baramidze abgelöst, der den Titel 2002 im Alter von 13 Jahren erhielt… Weiterlesen auf der Seite des DSB

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One thought on “IM-Titel für Vincent Keymer!

  1. Ich erlaube mir zunächst eine Ergänzung: Auch 2017 gehörte Vincent Keymer zur deutschen U18-Team, dass im polnischen Rymanów-Zdrój Team-Europameister wurde.

    In dem von DSB-Präsident Ullrich Krause geführten Interview hat mich allerdings die Nachricht besonders erstaunt, dass die Zusammenarbeit von Vincent mit Artur Jussupow beendet ist. Seine nachfolgende Begründung kann ich nicht so recht nachvollziehen: „Ich habe jetzt etwas über ein Jahr lang mit Artur Jussupow trainiert. Er hat mich auch bei vielen Turnieren unterstützt und mir bei den Partievorbereitungen geholfen, unter anderem in Apolda, als ich meine dritte IM-Norm gespielt habe. Wir haben dann aber nach einiger Zeit festgestellt, dass wir doch sehr unterschiedlich an Schach herangehen und deswegen vor Kurzem das gemeinsame Training beendet. Vielleicht ist Artur eher ein Trainer für stärkere Spieler als ich es bin. Ich trainiere ja seit einigen Jahren mit Sergey Ovsejevitsch und habe damit einen Trainer, der mich schon sehr lange kennt.“

    Ich könnte daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass im konkreten Fall entscheidend ist, dass ein Trainer seinen Schützling schon sehr lange kennt. Fakt ist jedoch, dass Artur Jussupow mit Mark Dworezki in der gemeinsamen Moskauer Schachschule ausgezeichnet mit gleichaltrigen Schülern wie Vincent gearbeitet haben, die von ihrem sportlichen Niveau Anfang der 1990er-Jahre vergleichsweise auch keine stärkere Spieler als das deutsche Talent waren. In ihren gemeinsamen Buch „Effektives Eröffnungstraining“ (Joachim Beyer Verlag Hollfeld, 3. Auflage 2002) gibt es dazu das Kapitel „Über das Schöpfertum unserer Schüler“, zu denen u.a. die 14-jährige Ina Gaponenko oder der 13-jährige Wadim Swaginzew gehörten.

    Ich empfehle aus gegebenen Anlass unbedingt das Interview mit Artur Jussupow, das Dirk Poldauf für die Zeitschrift SCHACH geführt hat (Heft 4/2017, Seiten 17-29). Ein wichtiger Gedanke darin lautet: „Ein Problem für Vincent war, dass er zuvor mit sehr vielen verschiedenen Trainern gearbeitet hat. Das war wahrscheinlich zu viel für ihn, er hatte ein bisschen den Überblick verloren. Es gibt viele Baustellen, an denen wir arbeiten müssen […] Bis er etwa sechzehn ist, ist es schwer, verlässliche Prognosen darüber anzustellen, was er wirklich erreichen kann. Mann muss ihm Zeit geben. Ein Problem ist, dass bereits Druck auf ihn ausgeübt wird […] Man muss ihm Zeit lassen, sich in Ruhe zu entwickeln. Nicht zu sehr forcieren, kein Druck, sondern Kontinuität …“

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