Frauenbundesliga: Toller Auftakt für den Meister

Bad Königshofener Mannschaftsfoto

Von Dr. Thomas Marschner – Toller Auftakt für die Schwäbisch Haller Schachdamen: in der ersten Doppelrunde der Frauenbundesliga in Bad Königshofen gab es zwei Siege für den Titelverteidiger. Zunächst wurde im vielleicht schon wegweisenden Spitzenspiel Spitzenspiel der Dritte der vergangenen 3 Jahre und Meister von 2014 Bad Königshofen mit 4-2 geschlagen. Tags drauf gab es ein 6-0 gegen Aufsteiger Hofheim.

Auch Titelfavorit Baden-Baden startete mit zwei Siegen gegen Leipzig und Rodewisch, dabei sieht das Ergebnis gegen Rodewisch knapper aus als es war: nach einer 3,5-0,5-Führung verkürzten Anastasia Bodnaruk und Melanie Lubbe noch auf 2,5-3,5.

Tabellenführer ist aber Hamburg, der HSK mit einem Spiel mehr gewann glatt gegen Erfurt und knapp gegen Lehrte.

Hier die Informationen von den einzelnen Spielorten mit dem Schwerpunkt Bad Königshofen, von dort auch eine Reihe Fotos.

Spielort Lehrte:

Über Hamburg habe ich schon berichtet, die Revanche gegen Lehrte für die Niederlage in Berlin gelang, wenn auch knapp. Auf der Webseite des SK Lehrte gibt es einen ausführlichen Bericht: http://www.sk-lehrte.de/article.php?file=2017-11-19-18-55-39. Der Sieg gegen Kiel war ein Big-Point zum Klassenerhalt, mit dem Abstieg sollten die Niedersachsen auch diese Saison nichts zu tun bekommen, alles deutet auf einen sicheren Mittelplatz hin. 3-3 endete die Begegnung zwischen Kiel und Erfurt, laut Internet-Berichten aus Kieler Sicht war da für Kiel deutlich mehr drin, Ulla Hielscher berichtete unter anderem, dass offensichtlich Zebras als Maskottchen nicht gut mit Springern harmonieren.

Spielort Rodewisch:

Baden-Baden erledigte sein „Pflichtprogramm“ mit zwei Siegen, auch wenn es gegen Rodewisch knapp wurde. Karlsruhe schlug Leipzig im Abstiegsduell mit 4-2. Die Leipziger Spitzenspielerinnen aus Polen punkteten zwar voll, aber an den restlichen Brettern hielt sich Karlsruhe schadlos. Gegen Rodewisch reichte es für Karlsruhe aber wie erwartet nicht.

Spielort Bad Königshofen:

Nachdem es für Schwäbisch Hall gegen Bad Königshofen in den vergangenen Jahren immer äußerst knapp war, gab es diesmal zum Saisonauftakt einen sicheren 4-2 Sieg gegen den Vorjahresdritten. Lela Javakhishvili, obwohl stark erkältet, sorgte gegen die deutsche Meisterin Jana Schneider für die 1-0 Führung. Sie konterte ihre ungestüm am Königsflügel angreifende Gegnerin cool am anderen Flügel aus und gewann. Weitere Siege gelangen Alina Kashlinskaya und bei ihrem Debüt für Schwäbisch Hall der spanischen Meisterin Sabrina Vega Gutierrez. Die Entscheidung schaffte am Spitzenbrett Nino Batsiashvili, die ihre klar schlechtere Stellung gegen die Weltranglisten 11. Valentina Gunina ins Remis rettete. Ebenfalls remis endete die Partie von Ekaterina Atalik an Brett 2 gegen die Weltranglisten 16. Olga Girya. Anastasia Savina konnte für Bad Königshofen an Brett 6 gegen Sophie Milliet nur noch zum 4-2 Endstand verkürzen, im vierten Anlauf schaffte sie nach einigen unglücklichen Niederlagen den ersten Sieg gegen Schwäbisch Hall. Deizisau gewann 5-1 gegen Hofheim, Achtungserfolge schafften Sonja Bluhm und Christina Winterholler, die aus schlechteren Stellungen remis gegen Yuliya Naiditsch bzw. Elena Levushkina spielten.

Am Tag darauf gab es für Schwäbisch Hall ein glattes 6-0 gegen Aufsteiger Hofheim. Der Unterschied von bis zu 600 Elopunkten an manchen Brettern war einfach zu groß, um die Schwäbisch Haller Spielerinnen zu gefährden, die wenig anbrennen ließen. Im Parallelspiel gewann Bad Königshofen recht sicher 4-2 gegen Deizisau. Für die deutsche Meisterin Jana Schneider, die am Samstag mit der silbernen Ehrennadel des bayrischen Schachverbands für ihren deutschen Meistertitel geehrt wurde, war es ein eher „gebrauchtes Wochenende“, trotz couragiertem Spiel verlor sie zweimal, auch weil sie jetzt an einem höheren Brett als noch letztes Jahr spielt.

Vom Samstag gibt es aus Bad Königshofen weitere Informationen im Liveticker des Autors unter http://www.thomas-marschner.de/liveticker-aus-bad-koenigshofen/. Auf der Seite gibt es auch weitere Fotos: http://www.thomas-marschner.de/frauenbundesliga-bad-koenigshofen/. Wegen der dicken Mauern des Gebäudes und des schlechten Handy-Empfangs startete der Ticker etwas verspätet nach Lösen der technischen Probleme. Vom Sonntag gab es keine Liveberichterstattung, da der Autor selber im Einsatz war und sich am späten Vormittag zu seinem Heimatverein nach Eppstein im Taunus aufmachte und mit einem Remis am Spitzenbrett zum etwas überraschenden Sieg gegen Langen in der hessischen Verbandsliga beitrug.

Ein Jubiläum gab es noch zu vermelden: Am Sonntag auf den Tag genau feierte Nino Batsiahvili ihr 5-jähriges Jubiläum für den SK Schwäbisch Hall, vor 5 Jahren gehörte sie zu den Spielerinnen der ersten Stunde, die in der Regionalliga Süd starteten. Jetzt ist sie georgische Nationalspielerin, deutsche Mannschaftsmeisterin und kurz vor dem Männer-GM-Titel.

Was bedeutet der Spieltag für die Tabelle? Alles deutet auf einen erneuten Zweikampf zwischen Baden-Baden und Schwäbisch Hall hin, der vielleicht erst am letzten Spieltag beim direkten Aufeinandertreffen entschieden wird. Hamburg ist zwar Erster, die dicken Brocken kommen aber noch, trotzdem: die bisherigen „Pflichtaufgaben“ wurden sicher erfüllt. Im Abstiegskampf verschafften sich Lehrte und Karlsruhe schonmal etwas Luft, eng wird es für Erfurt und Kiel. Hofheim spielt erst gegen Saisonende gegen die direkte Konkurrenz, da kann man noch nicht viel sagen, gegen Bad Königshofen, Deisziau und Schwäbisch Hall werden auch die anderen Abstiegskandidaten verlieren. Leipzig ist eigentlich zu stark, um weit hinten herein zu rutschen.

Weiter geht es eine Woche vor Weihnachten, dort wird auch der Einzelspieltag komplettiert und die Tabelle begradigt, wenn Karlsuhe auf Baden-Baden trifft sowie Schwäbisch Hall auf Deizisau. Und am 17.12. wartet das nächste Spitzenspiel: Baden-Baden spielt gegen Bad Königshofen.

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