Vom Düsseldorfer „Seeklima“ und anderen Handicaps

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Dr Helmut Pfleger

Von Dr. Helmut Pfleger – Vor über hundert Jahren meinte der englische Schachmeister Joseph Henry Blackburne einmal, er habe noch nie gegen einen gesunden Gegner gewonnen. Schon immer verlor der Mensch nicht gern, und offenbar waren Ausflüchte seit jeher wohlfeil: Selbst der größte unter den schachspielenden Ärzten, Dr. med. Siegbert Tarrasch, war davor nicht gefeit, als er seine Niederlage im WM-Kampf 1908 gegen Emanuel Lasker auf das „Seeklima“ in Düsseldorf zurückführte.

Blackburne selbst behalf sich bei seiner lebenslangen Kränklichkeit mit dem eifrigen Konsum von Whiskey. Offensichtlich mit Erfolg – er wurde noch mit 72 Jahren Briti­scher Meister und bekam in St. Petersburg 1914 einen Schönheitspreis. Jahrzehntelang spielte der „kranke Mann“, der andererseits wohl nicht von ungefähr den Spitznamen „Black Death“ trug, etwa 2.000 Partien pro Jahr, meist allerdings bei Simultan­vorstellun­gen. Von der Atmosphäre dabei mag sein köstliches Bonmot einen Eindruck geben: „Mein Gegner ließ sein Glas (Whiskey) ‚en prise’ und ich nahm es ‚en passant’“ – natürlich gewann Blackburne nach diesem gegnerischen „Fauxpas“ die Partie… Weiterlesen auf der Online.Plattform aerzteblatt.de

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