NL-Meisterschaften im Schnellschach

 

Die CNE Niederländischen Schnellschachmeisterschaften (Herren und Damen) werden jeweils als Rundenturnier mit 8 Teilnehmer(inne)n durchgeführt, Austragungsort am 3.Dezember ist das Keizer Karel College in Amstelveen (quasi Vorort von Amsterdam). Der Sieger erhält 1.500 €, die Siegerin 500€. Die Bedenkzeit beträgt 15 Minuten für die gesamte Partie mit 10 Sekunden Zeitzugabe pro Zug ab dem ersten Zug. Im Fall eines Gleichstands um den ersten Platz wird ein Blitzmatch über zwei Partien (3+2) gespielt und wenn nötig eine Armageddon-Partie, bei der Weiß 5 Minuten und Schwarz 4 Minuten erhält, aber im Fall eines Unentschiedens Schwarz gewinnt.

Teilnehmer: Giri, Anish 2779;  Van Wely, Loek 2640;  Sokolov, Ivan 2640; Van den Doel, Erik 2625 Bok, Benjamin 2619; Timman, Jan H 2596; Van Foreest, Jorden 2298; Smeets, Jan

Teilnehmerinnen: Lanchava, Tea 2314; Haast, Anne 2296; Ratsma, Rosa 2283; Paulet, Iozefina 2272; de Jong-Muhren 2262; de Mie, Mariska 2241; Keetman, Maaike 2208; Kazarian, Anna-Maja 2185 [klassische Elozahlen da nur Kazarian eine Schnellschach-Elo hat, bescheidene 1858]

Bei den Herren ist zunächst bemerkenswert, dass das Turnier in Giris Kalender passt. Die Turnierseite erwähnt, dass er “zum jetzigen Zeitpunkt” nur Nummer 14 der Weltrangliste ist und dass dies nicht zu seinem ‘Status’ (oder wie auch immer man staat van dienst übersetzt) passt. Um mal wieder den niederländischen Fussball-Philosophen Johan Cruijff zu zitieren: “Jeder Nachteil hat seinen Vorteil” (oder auch umgekehrt) – wenn Giri nach wie vor top10-Spieler wäre würde er nicht in Amstelveen spielen sondern parallel in London! Die letzten beiden Jahre wurde das Turnier im Oktober ausgetragen: 2015 konnte Giri mitspielen, da er beim Weltcup in Baku rechtzeitig (Halbfinale gegen Svidler) ausschied – 2016 spielte er dagegen (nachvollziehbar) lieber beim Tal Memorial in Moskau.

Doppel-Jan ist auch bemerkenswert: bei der NL-Meisterschaft mit klassischer Bedenkzeit verzichtete Timman (wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hatte er eine wildcard abgelehnt); im Schnellschach ist er dabei, wie auch der berufstätige und schachlich semi-inaktive Jan Smeets (sonst nur Mannschaftskämpfe in den Niederlanden und Deutschland). Elo-ausgewertete Schnellpartien bei Smeets offenbar Fehlanzeige, frühere Auflagen der NL-Meisterschaft wurden offenbar nicht bei der FIDE registriert. 2016 (2/7) war das aus Smeets’ Sicht gut so, 2015 erzielte er dagegen 5/7.

Jorden van Foreests mässige Schnellschach-Elo stammt aus zwei Turnieren: Trans Europa Schach Express Rapid im Oktober 2012 in Potsdam und ein Turnier in Luxemburg im September 2016. Andere sind im Schnellschach aktiver, auch was Elo-ausgewertete Turniere betrifft.

Bei den Damen noch mehr als bei den Männern eine Mischung aus Jugend und Erfahrung, Mariska de Mie quasi beides: “jung” ist sie nicht mehr (sondern fünffache Mutter), aber sie begann nach langer Pause erst im Herbst 2016 wieder mit Turnierschach. Bianca de Jong-Muhren spielt als berufstätige Mutter sonst inzwischen nur noch Mannschaftskämpfe, aber ein Tag Schnellschach passt offenbar in ihren Terminkalender. Zur jungen Generation gehören (von jung bis nicht mehr ganz so jung) Kazarian, Keetman, Ratsma und Haast. Die Schnellschach-Elo von Anna-Maja Kazarian stammt ebenfalls vom Trans Europa Schach Express im Oktober 2012; damals war sie (*2000) noch sehr jung [Jorden van Foreest, Jahrgang 1999, auch].

Ich erwähne nur noch, dass die Runden um 10:30, 11:30, 12:30, … 16:30 beginnen und dass das Ganze Teil bzw. Abschluss einer von IM Robert Ris organisierten Schachwoche in Amstelveen ist – was sich dahinter genau verbirgt erfahre ich vielleicht Sonntag (vor Ort als Zuschauer).

Und das noch: Der Hauptsponsor CNE kommt aus der IT-Branche, weitere Sponsoren Gemeinde Amstelveen und Königlich Niederländischer Schachbund. An der Organisation beteiligt neben Robert Ris auch der ehemalige Rektor des Keizer Karel College Wim Ris (gleicher Nachname wohl kein Zufall).

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